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Materia medica · Nr. 229

Natrium sulfuricum

Nat-s.

In 5.002 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Natrium sulfuricum, das Glaubersalz, ist in den Repertorien vor allem den Beschwerden von Leber und Verdauung zugeordnet: Schmerz und Schwellung in der Lebergegend, laute Blähungen, morgendlicher Durchfall unmittelbar nach dem Aufstehen. Klassisch gilt es als Mittel der feuchten Konstitution, deren Beschwerden bei nassem Wetter und in feuchten Wohnungen zunehmen. Ein bekannter Zug ist die Zuordnung zu anhaltenden Beschwerden nach Kopfverletzungen.

Konstitution

KörperbauHäufig kräftig bis fülliger Körperbau mit Neigung zu Wasseransammlung im Gewebe. Die Literatur beschreibt die sogenannte hydrogenoide Konstitution: der Organismus hält Wasser zurück und reagiert schlecht auf Feuchtigkeit.
Thermalitätwechselnd
TemperamentErnst, pflichtbewusst, oft verschlossen. Die Rubriken führen Schwermut, Selbstmordgedanken und eine ausgeprägte Schreckhaftigkeit gegenüber Geräuschen. Die klassische Materia medica beschreibt Menschen, die ihre Verzweiflung beherrschen und nach außen gefasst wirken.

Gemütsbild

Schwermut mit LebensüberdrussAuffahren durch Geräusche und SchreckBeherrschte, nach außen gefasste TraurigkeitReizbarkeit besonders am Morgen

Die Rubriken nennen mit hohem Grad Schwermut, Gedanken an Selbstmord und die Neigung dazu sowie Auffahren durch Geräusch und Schreck. Die klassische Materia medica beschreibt einen Menschen, der schwer an seiner Stimmung trägt und sie doch verbirgt; die Verzweiflung bricht selten offen hervor. Häufig wird das Bild im Zusammenhang mit Zuständen nach Kopfverletzungen geschildert, bei denen sich das Wesen des Patienten verändert hat. Morgens ist die Verfassung am schlechtesten, mit dem Tag hellt sie sich auf. Musik und laute Geräusche werden schlecht ertragen.

Ängste: Schreckhafte Angst bei plötzlichen Geräuschen, Angst mit Beklemmung in der Brust, Sorge um den eigenen Zustand

Leitsymptome

Schmerzen, Schwellung und Vergrößerung in der Lebergegend, drückend und wie wund, rechtes Hypochondrium betont
Durchfall am frühen Morgen, der zum sofortigen Aufstehen zwingt, mit lautem, übelriechendem Blähungsabgang
Reichliche Blähungen mit Kollern und Rumpeln; Blähungsabgang bessert deutlich
Grünlicher Auswurf, Bronchitis mit Verlangen, tief durchzuatmen
Warzen und Feigwarzen, in den Repertorien mit hohem Grad — klassisch der Sykose zugeordnet
Anhaltende Kopfbeschwerden nach Verletzungen des Kopfes
Verschlechterung
  • Feuchtigkeit, nasses Wetter, feuchte Wohnungen
  • Morgens
  • Liegen
  • Obst und grünes Gemüse
Verbesserung
  • Blähungsabgang
  • Frische, trockene Luft
  • Lagewechsel und Aufstehen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach kalten Getränken
  • In der Literatur zusätzlich Verlangen nach Eis genannt
Abneigung
  • Unverträglichkeit von Obst
  • Unverträglichkeit von grünem Gemüse
  • Unverträglichkeit von stärkehaltigen Speisen

In Repertorien häufig zugeordnet

Beschwerden der Leber- und Gallenwege, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtMorgendlicher Durchfall mit reichlichen BlähungenAsthmatische Beschwerden bei feuchtem WetterFolgezustände nach KopfverletzungenWarzen und Feigwarzen

Abgrenzung

Natrium muriaticum teilt die verschlossene Traurigkeit, ist jedoch von Kummer und Zurückweisung geprägt und verlangt nach Salz, während bei Natrium sulfuricum Leber, Feuchtigkeit und Verdauung im Vordergrund stehen. Thuja steht der sykotischen Warzenbildung nahe, zeigt aber das Bild der inneren Zerrissenheit und Verschlimmerung durch Zwiebeln und Fett. Von Podophyllum, das ebenfalls morgendlichen Durchfall kennt, trennt der ausgeprägte Bezug zu feuchtem Wetter und zur Lebergegend.

Verwandte Mittel

Thuja occidentalisNatrium muriaticumPodophyllumMedorrhinumPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.