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Materia medica · Nr. 2353

Naphthalinum

Naphtin.

In 56 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Naphthalinum wird aus dem Steinkohlenteer-Kohlenwasserstoff Naphthalin bereitet, der früher als Mottenmittel gebräuchlich war. In der homöopathischen Literatur hat das Mittel zwei Schwerpunkte: Beschwerden der Atemwege mit rasselndem, asthmatischem Atem — klassisch dem Heuasthma zugeordnet — und Veränderungen am Auge, insbesondere an Bindehaut, Linse und Netzhaut. Es ist ein kleines, aber in diesen beiden Bereichen deutlich profiliertes Mittel.

Konstitution

KörperbauKein eigenes konstitutionelles Bild überliefert; das Mittel wird über die Atemwegs- und Augensymptome zugeordnet, nicht über den Körperbau.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor; das Repertorium führt keine eigene Gemütsrubrik für Naphthalinum. Die Prüfungsberichte und die klinische Literatur beschreiben ausschließlich körperliche Symptome. Eine Charakterzeichnung wäre hier nicht gedeckt.

Gemütsbild

Gemütsebene im Repertorium nicht besetztBedrängnis durch die erschwerte Atmung als einziger seelischer BezugÄngstliche Atmung im ersten Grad

Für Naphthalinum liegen keine Mind-Rubriken vor. Der einzige Hinweis auf eine seelische Beteiligung ist die Rubrik 'ängstliche Atmung' im Atmungskapitel — also eine Angst, die dem Luftmangel folgt, und kein eigenständiges Gemütsthema. Die klassische Literatur, in der das Mittel vor allem über Boericke und Clarke überliefert ist, schildert es als Organmittel für Auge und Bronchien. Wer Naphthalinum erwägt, tut das anhand der Atemwegs- und Augensymptome. Ein psychisches Porträt wird hier bewusst nicht ausgeschmückt.

Ängste: Beklemmung bei erschwerter, rasselnder Atmung, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Veränderungen an der Bindehaut — die am höchsten bewertete Rubrik des Mittels (Grad 4)
Rasselnde, laute Atmung, asthmatisch, mit Bezug zum Heuasthma (Grad 3)
Trübung der Linse (Katarakt) und Netzhautablösung, im Repertorium im ersten Grad geführt
Dicker, gelber Nasenabsonderung bei Katarrh
Wunder, zerschlagener Schmerz im Auge, Sehschwäche
Keuchhusten und Wurmbeschwerden (jeweils erster Grad)
Verschlechterung
  • Herabhängenlassen der Glieder (Grad 2)
  • Rechte Seite, besonders an Hals und Nacken (Grad 2)
Verbesserung
  • Freie Luft — im Kapitel Allgemeines ausdrücklich als Besserung geführt
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind nicht belegt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Verlangensrubriken im Repertorium erfasst
Abneigung
  • Keine Abneigungsrubriken im Repertorium erfasst

In Repertorien häufig zugeordnet

Asthmatische Atembeschwerden mit rasselndem Atem, klassisch dem Heuasthma zugeordnetBindehautveränderungen und AugenentzündungenLinsentrübung und Netzhautablösung (in der Literatur genannt)Katarrh mit dickem, gelbem SekretEkzem und Psoriasis (jeweils erster Grad)

Abgrenzung

Beim Heuasthma steht Naphthalinum neben Ambrosia, Sabadilla und Arundo; von diesen unterscheidet es die Rasselatmung und die Besserung an freier Luft, während Ambrosia stärker über Tränen und Nasenjucken gekennzeichnet ist. Von Antimonium tartaricum, dessen Rasselatmung deutlich bekannter ist, trennt Naphthalinum der Bezug zum Auge und die fehlende Erschöpfung. Bei den Augenrubriken ist wegen der schmalen Datenbasis Zurückhaltung angebracht.

Verwandte Mittel

Ambrosia artemisiaefoliaSabadillaAntimonium tartaricumArsenicum albumKreosotum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.