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Materia medica · Nr. 223

Naja tripudians

Naja

In 2.214 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Naja tripudians, das Gift der indischen Brillenschlange, wird in der Materia medica vor allem als Herzmittel beschrieben. Im Vordergrund stehen Herzbeschwerden mit Schmerz in der Herzgegend, der in den linken Arm und in den Nacken zieht, ein schwacher, unregelmäßiger Puls und nächtliche Atemnot. Im Gemüt beschreibt die Literatur einen Menschen, der still an Kränkungen trägt und mit sich selbst hadert, statt sich zu wehren.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; beschrieben werden blasse, leicht bläulich verfärbte Menschen mit kalten Füßen.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken nennen Grübeln, Unentschlossenheit, mangelndes Selbstvertrauen mit Selbstherabsetzung, Schüchternheit bei Kindern und die Furcht zu versagen. Beschrieben wird ein zurückhaltender, nachdenklicher Mensch, der Erlittenes in sich hineinnimmt und mit Vorwürfen gegen sich selbst darauf antwortet.

Gemütsbild

Grübeln über erlittenes Unrecht, ohne es auszusprechenMangel an Selbstvertrauen mit SelbstherabsetzungUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitFurcht zu versagen, Schüchternheit bereits im KindesalterWahnidee, in einer Falle zu sitzen

Die Repertoriumsrubriken zeichnen im Gemüt einen zurückgezogenen, grüblerischen Zustand: Unentschlossenheit, Verwirrung beim morgendlichen Erwachen, Mangel an Selbstvertrauen bis zur Selbstherabsetzung und die Furcht, zu versagen. Die Wahnidee, in einer Falle zu sitzen, ist ebenfalls verzeichnet. Die klassische Literatur beschreibt dazu einen Menschen, der Unrecht und Kränkung nicht nach außen richtet, sondern gegen sich selbst wendet, mit einer Neigung zu Pflichtbewusstsein und stiller Verbitterung. Anders als bei den lebhafteren Schlangenmitteln fehlt die Redseligkeit; die Beschwerden bleiben nach innen gekehrt und äußern sich körperlich am Herzen.

Ängste: Furcht zu versagen, Beklemmung und Angst in der Herzgegend, besonders nachts, Furcht, aus einer bedrängenden Lage nicht herauszukommen

Leitsymptome

Schmerzen und Stiche in der Herzgegend mit Herzklopfen, verschlimmert durch Anstrengung, Gehen, Treppensteigen, Reden und beim Umdrehen im Bett
Nächtliche Atemnot mit Erwachen und Schnappen nach Luft; Husten in Verbindung mit Herzbeschwerden
Schwacher, weicher, langsamer, unregelmäßiger oder kaum fühlbarer Puls, dazu bläuliche Verfärbung
Zusammenschnürendes Gefühl im Hals, Krampf der Speiseröhre; Empfindlichkeit und Rohheitsgefühl des Kehlkopfs, schwache Stimme
Kopfschmerz wie durch Schläge auf den Hinterkopf, beim Erwachen und nach dem Schlaf schlechter
Ausgeprägte Kälte der Füße, ödematöse Schwellungen, linksseitige Eierstockschmerzen
Verschlechterung
  • Liegen auf der linken Seite
  • Anstrengung, Gehen, Treppensteigen, Reden
  • Nach dem Schlaf und beim Erwachen
  • Kalte Luft und Zugluft
  • Nach Erregung und Kränkung
Verbesserung
  • Frische Luft in Ruhe
  • Liegen auf der rechten Seite
  • In den Rubriken ist auch eine Besserung der Kopfschmerzen durch Alkohol verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Die Literatur nennt gelegentlich ein Verlangen nach anregenden Getränken
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Beschwerden in der Herzgegend, Herzklopfen und Angina pectoris aufgeführtKlassisch zugeordnet zu organischen Herzkrankheiten und Entzündungen der HerzinnenhautBei nächtlicher Atemnot mit Erwachen genanntBei Reizung und Empfindlichkeit des Kehlkopfs mit schwacher Stimme verzeichnetBei Kopfschmerz im Hinterkopf nach dem Schlaf aufgeführtIn der Literatur bei Heuschnupfen mit asthmatischer Komponente beschrieben

Abgrenzung

Lachesis teilt die Verschlechterung nach dem Schlaf und die linksseitige Betonung, zeigt jedoch Redseligkeit, Halsempfindlichkeit gegen Berührung und Hitzewallungen, während Naja still und nach innen gekehrt bleibt. Spigelia ähnelt im stechenden Herzschmerz mit Ausstrahlung, hat aber eine ausgeprägte linksseitige Gesichtsneuralgie und Verschlechterung durch Berührung. Cactus grandiflorus wird ebenfalls bei Herzbeschwerden genannt, kennzeichnend ist dort das Gefühl einer eisernen Hand, die das Herz zusammendrückt. Kalmia latifolia zeigt Herzschmerz mit deutlich rheumatischem Hintergrund.

Verwandte Mittel

LachesisSpigeliaCactus grandiflorusKalmia latifoliaCimicifugaSpongia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.