Naja tripudians, das Gift der indischen Brillenschlange, wird in der Materia medica vor allem als Herzmittel beschrieben. Im Vordergrund stehen Herzbeschwerden mit Schmerz in der Herzgegend, der in den linken Arm und in den Nacken zieht, ein schwacher, unregelmäßiger Puls und nächtliche Atemnot. Im Gemüt beschreibt die Literatur einen Menschen, der still an Kränkungen trägt und mit sich selbst hadert, statt sich zu wehren.
Konstitution
Gemütsbild
Grübeln über erlittenes Unrecht, ohne es auszusprechenMangel an Selbstvertrauen mit SelbstherabsetzungUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitFurcht zu versagen, Schüchternheit bereits im KindesalterWahnidee, in einer Falle zu sitzen
Die Repertoriumsrubriken zeichnen im Gemüt einen zurückgezogenen, grüblerischen Zustand: Unentschlossenheit, Verwirrung beim morgendlichen Erwachen, Mangel an Selbstvertrauen bis zur Selbstherabsetzung und die Furcht, zu versagen. Die Wahnidee, in einer Falle zu sitzen, ist ebenfalls verzeichnet. Die klassische Literatur beschreibt dazu einen Menschen, der Unrecht und Kränkung nicht nach außen richtet, sondern gegen sich selbst wendet, mit einer Neigung zu Pflichtbewusstsein und stiller Verbitterung. Anders als bei den lebhafteren Schlangenmitteln fehlt die Redseligkeit; die Beschwerden bleiben nach innen gekehrt und äußern sich körperlich am Herzen.
Ängste: Furcht zu versagen, Beklemmung und Angst in der Herzgegend, besonders nachts, Furcht, aus einer bedrängenden Lage nicht herauszukommen
Leitsymptome
- Liegen auf der linken Seite
- Anstrengung, Gehen, Treppensteigen, Reden
- Nach dem Schlaf und beim Erwachen
- Kalte Luft und Zugluft
- Nach Erregung und Kränkung
- Frische Luft in Ruhe
- Liegen auf der rechten Seite
- In den Rubriken ist auch eine Besserung der Kopfschmerzen durch Alkohol verzeichnet
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Die Literatur nennt gelegentlich ein Verlangen nach anregenden Getränken
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Beschwerden in der Herzgegend, Herzklopfen und Angina pectoris aufgeführtKlassisch zugeordnet zu organischen Herzkrankheiten und Entzündungen der HerzinnenhautBei nächtlicher Atemnot mit Erwachen genanntBei Reizung und Empfindlichkeit des Kehlkopfs mit schwacher Stimme verzeichnetBei Kopfschmerz im Hinterkopf nach dem Schlaf aufgeführtIn der Literatur bei Heuschnupfen mit asthmatischer Komponente beschrieben
Abgrenzung
Lachesis teilt die Verschlechterung nach dem Schlaf und die linksseitige Betonung, zeigt jedoch Redseligkeit, Halsempfindlichkeit gegen Berührung und Hitzewallungen, während Naja still und nach innen gekehrt bleibt. Spigelia ähnelt im stechenden Herzschmerz mit Ausstrahlung, hat aber eine ausgeprägte linksseitige Gesichtsneuralgie und Verschlechterung durch Berührung. Cactus grandiflorus wird ebenfalls bei Herzbeschwerden genannt, kennzeichnend ist dort das Gefühl einer eisernen Hand, die das Herz zusammendrückt. Kalmia latifolia zeigt Herzschmerz mit deutlich rheumatischem Hintergrund.
Verwandte Mittel
LachesisSpigeliaCactus grandiflorusKalmia latifoliaCimicifugaSpongia
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.