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Materia medica · Nr. 221

Myrica cerifera

Myric.

In 685 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Myrica cerifera, der Wachsgagel Nordamerikas, ist in der Materia medica vor allem als Lebermittel geführt. Beschrieben wird ein Mensch mit gelblicher Haut und gelb belegter Zunge, der sich abgeschlagen und schwer fühlt, mit Druck und Völle in der rechten Oberbauchseite und bitterem, widerlichem Geschmack. Kennzeichnend ist die Verbindung von Gelbsucht ohne stärkeres Fieber, dumpfem Stirnkopfschmerz und tief sitzender Mutlosigkeit.

Konstitution

KörperbauEin eigener Körpertyp ist nicht beschrieben. Auffällig ist die Hautfarbe: fahl, gelblich, in einzelnen Rubriken auch bläulich verfärbt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentVerzeichnet ist eine teilweise Kälte, besonders am Rücken entlang der Wirbelsäule, neben umschriebener Hitze in der Lebergegend. Die Literatur beschreibt eine schwere, gedrückte, morgens besonders trübe Grundstimmung.

Gemütsbild

Tiefe Mutlosigkeit und NiedergeschlagenheitTrägheit des Denkens, AbgeschlagenheitWiderwille gegen jede AnstrengungBesonders trübe Verfassung am Morgen

Eigene Gemütsrubriken sind für Myrica in der Datenbank kaum verzeichnet; das Gemütsbild stammt daher überwiegend aus der klassischen Materia medica. Dort wird eine ausgeprägte Niedergeschlagenheit beschrieben, die den ganzen Zustand begleitet: Der Kranke ist schwerfällig, denkt langsam, verliert die Lust an der Arbeit und sieht alles von der dunklen Seite. Diese Verstimmung tritt zusammen mit der Gelbfärbung der Haut auf und bessert sich, wenn die Verdauung wieder in Gang kommt. Morgens ist der Zustand am schwersten, im Lauf des Tages nimmt die Schwere allmählich ab. Angst im engeren Sinne steht nicht im Vordergrund; es überwiegt eine dumpfe, freudlose Schwere.

Ängste: Sorge um die eigene Gesundheit während des langwierigen Verlaufs, Ausgeprägte Angstformen sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Völle, Schwere und Empfindlichkeit im rechten Oberbauch, in der Gallenblasengegend, in hohem Grad ausgewiesen; Beschwerden der linken Oberbauchseite und der Milzgegend
Gelbe Verfärbung von Gesicht und Haut; gelb und schmutzig belegte Zunge
Bitterer, widerlicher Geschmack im Mund; Trockenheit des Mundes; wunde, blutende Zahnfleischränder und Aphthen
Kalter, trüber, flockiger Harn, in hohem Grad verzeichnet; chronischer Ausfluss aus der Harnröhre
Dumpfer Stirnkopfschmerz, durch Verdauungsstörungen verschlimmert; pelziges Gefühl an den Schläfen; zäher Schleim im Hals, der zum Räuspern zwingt
Leeregefühl im Magen nach dem Essen mit drückendem Magenschmerz; umschriebene Hitze in der Lebergegend bei gleichzeitiger Kälte am Rücken
Verschlechterung
  • Morgens
  • Verdauungsstörungen und Diätfehler
  • Rechte Oberbauchseite, Gallenblasengegend
  • Körperliche Anstrengung
Verbesserung
  • Im Lauf des Tages
  • Wenn die Verdauung wieder in Gang kommt
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Zeitweise gesteigerter Hunger, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
  • Ein Verlangen nach bestimmten Speisen ist in der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Appetitverlust im Wechsel mit dem Hunger
  • Widerwille gegen Speisen bei bitterem, widerlichem Geschmack

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Gelbsucht mit gelber Haut und gelb belegter Zunge aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Beschwerden der Leber- und GallenblasengegendBei dumpfem Stirnkopfschmerz mit Verdauungsstörungen verzeichnetBei zähem Schleim im Hals genanntBei trübem, flockigem Harn aufgeführtIn der Literatur bei Niedergeschlagenheit im Rahmen von Leberbeschwerden beschrieben

Abgrenzung

Chelidonium teilt die Beschwerden der rechten Oberbauchseite und die gelbe Haut, zeigt jedoch den kennzeichnenden Schmerz unter dem rechten Schulterblatt und die Besserung durch heiße Getränke. Cornus circinata steht ebenfalls bei Leberstörung mit gelber Verfärbung, dort mit morgendlichem Durchfall im Vordergrund. Digitalis wird als Gegenmittel genannt und zeigt bei Gelbsucht den langsamen Puls. Für Myrica spricht die Verbindung von gelber Haut ohne stärkeres Fieber, gelb belegter Zunge, tiefer Mutlosigkeit und morgendlicher Verschlimmerung.

Verwandte Mittel

Chelidonium majusCornus circinataDigitalis purpureaChionanthus virginicaCarduus marianusNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.