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Materia medica · Nr. 2336

Myosotis

Myos.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Myosotis, das Vergissmeinnicht aus der Familie der Raublattgewächse, ist in der homöopathischen Literatur ein Mittel der Atemwege. Boericke beschreibt es bei chronischem Bronchialkatarrh mit reichlichem, eitrigem Auswurf und bei Schwächezuständen der Lunge. Kennzeichnend ist der Husten beim Essen mit nachfolgendem Erbrechen. Das Repertorium führt nur wenige Rubriken, das Bild bleibt daher eng auf die Brustorgane begrenzt.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden geschwächte, abgemagerte Menschen mit langwierigen Brustbeschwerden. Als Eigentümlichkeit verzeichnet das Repertorium eine spitz zulaufende Nase, ein Zeichen fortgeschrittener Auszehrung.
Thermalitätfrostig
TemperamentEin eigenständiges Temperamentsbild ist für dieses Mittel nicht überliefert. Die Literatur beschreibt es rein körperlich, als Mittel bei chronischen Brustbeschwerden mit Kräfteverfall. Wer es erwägt, geht vom Husten- und Auswurfbild aus.

Gemütsbild

Kein ausgearbeitetes Gemütsbild überliefertErschöpfung durch langwierige BrustbeschwerdenBeschwerden stehen körperlich im Vordergrund

Zu Myosotis liegen im Repertorium keine Gemütsrubriken vor. Die klassische Materia medica, insbesondere Boericke, beschreibt das Mittel als Bronchialmittel und geht auf die seelische Verfassung nicht ein. Was sich beschreiben lässt, ist die Verfassung, die zu einem lang bestehenden Brustleiden gehört: Kraftlosigkeit, Kurzatmigkeit und die Erschöpfung durch anhaltenden Husten mit reichlichem Auswurf. Ein Gemütsthema darüber hinaus zu benennen wäre nicht belegt. In der Praxis wird das Mittel über die charakteristische Verbindung von Husten beim Essen, Erbrechen nach dem Husten und reichlichem eitrigem Auswurf erwogen.

Ängste: Keine Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Husten beim Essen, ausdrücklich als Verschlechterung durch das Essen verzeichnet
Erbrechen beim oder nach dem Husten - die kennzeichnende Verbindung des Mittels
Entzündung der Bronchien mit reichlichem, in der Literatur als eitrig beschriebenem Auswurf
Lungenbeschwerden, klassisch der linken Seite zugeordnet
Spitz zulaufende Nase als Zeichen der Auszehrung
Nachtschweiße bei langwierigen Brustbeschwerden, in der Materia medica erwähnt
Verschlechterung
  • Beim Essen und unmittelbar danach
  • Kalte, feuchte Luft
  • Liegen, mit Zunahme des Hustens
Verbesserung
  • Abhusten des Auswurfs
  • Warme, ruhige Umgebung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Abneigung gegen Essen infolge des Hustenreizes beim Essen
  • Weitere Abneigungen sind nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Chronischer Bronchialkatarrh mit reichlichem AuswurfHusten beim EssenErbrechen im Anschluss an HustenanfälleEntzündliche LungenbeschwerdenSchwächezustände bei langwierigen Brustleiden

Abgrenzung

Bei reichlichem, eitrigem Auswurf und Schwäche ist Silicea das umfassender ausgearbeitete Mittel, dort mit ausgeprägter Frostigkeit und Fußschweiß. Stannum metallicum teilt die Erschöpfung mit reichlichem, süßlichem Auswurf und großer Leere in der Brust. Kalium carbonicum zeigt ebenfalls Husten mit Erbrechen, jedoch mit der bezeichnenden nächtlichen Verschlechterung gegen drei Uhr. Myosotis wird vor allem dann erwogen, wenn Husten beim Essen und Erbrechen nach dem Husten zusammentreffen; wegen der schmalen Datenlage bleibt es ein kleines Mittel.

Verwandte Mittel

SiliceaStannum metallicumKalium carbonicumCalcarea carbonicaTuberculinum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.