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Materia medica · Nr. 220

Mygale lasiodora

Mygal.

In 230 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Mygale lasiodora wird aus einer kubanischen schwarzen Vogelspinne bereitet und ist in der Materia medica vor allem ein Mittel unwillkürlicher Bewegungen. Im Vordergrund stehen zuckende, schleudernde Bewegungen der Glieder und des Gesichts, ein unsicherer, stolpernder Gang und die Unfähigkeit, die Beine ruhig zu halten. Daneben verzeichnet das Repertorium chronische Reizzustände der Harnröhre und ein von Bedrücktheit geprägtes Gemüt.

Konstitution

KörperbauKein eigener Körperbau überliefert. Genannt werden vor allem Kinder und junge Menschen mit übererregbarem Nervensystem sowie stillende Frauen.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentReizbar und angespannt, mit einer Neigung, sich in Groll festzubeißen. Das Repertorium führt sowohl Traurigkeit und Niedergeschlagenheit als auch Hass und Rachegedanken - eine Spannung zwischen Rückzug und aufkommender Feindseligkeit. Dazu kommt eine körperliche Unruhe, die kein Stillsitzen erlaubt.

Gemütsbild

Traurigkeit und niedergedrückte StimmungHass- und RachegedankenKörperliche Unruhe, Unfähigkeit stillzuhaltenReizbarkeit bei innerer Anspannung

Das Gemütsbild von Mygale lasiodora bewegt sich zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite steht eine gedrückte, traurige Stimmung; auf der anderen verzeichnet das Repertorium Hass und Rachegedanken - festgehaltener Groll, der nicht zur Ruhe kommt. Diese innere Spannung findet ihre Entsprechung im Körperlichen: Nichts bleibt still, die Glieder zucken, das Gesicht verzieht sich, die Füße drängen zur Bewegung. Wie bei den anderen Spinnenmitteln geht es um ein Nervensystem, das dauernd unter Strom steht und die Erregung nicht abbauen kann. Die klassische Literatur nennt das Mittel besonders im Zusammenhang mit choreatischen Bewegungsstörungen bei Kindern.

Ängste: Angst, die Kontrolle über die eigenen Bewegungen zu verlieren, Bedrängnis durch die Aufmerksamkeit anderer bei sichtbaren Zuckungen

Leitsymptome

Choreatische, unwillkürliche Bewegungen der Arme und Beine - der Schwerpunkt des Mittels
Zucken und Verziehen des Gesichts, besonders morgens; auch die Augenlider zucken
Die Beine sind in ständiger Bewegung, der Gang wird unsicher und stolpernd
Seitwärtsfallen des Kopfes; erschwerte Zungenbewegung mit undeutlicher Sprache
Knieschmerz, der sich beim Gehen verschlimmert; Lähmungsgefühl der Beine
Chronischer Ausfluss aus der Harnröhre mit Entzündung; heftige, schmerzhafte Erektionen
Beklemmung der Brust und nervöses Herzklopfen; umschriebene Hitze in Gesicht und Kopf
Verschlechterung
  • Gehen und Bewegung - Knieschmerz und Unsicherheit
  • Morgens - Verziehen des Gesichts
  • Aufregung und Beobachtetwerden
Verbesserung
  • Schlaf - im Schlaf hören die Zuckungen auf, wie es die Literatur für choreatische Bilder allgemein beschreibt
  • Ruhe und Ungestörtsein

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kein charakteristisches Verlangen überliefert
Abneigung
  • Keine charakteristische Abneigung überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Choreatische BewegungsstörungenZuckungen von Gesicht und AugenlidernUnruhige Beine mit stolperndem GangChronische Reizzustände der HarnröhreNervöses Herzklopfen mit BeklemmungNiedergedrückte Stimmung mit Groll

Abgrenzung

Tarentula hispanica, das bekannteste Spinnenmittel, zeigt dieselbe Bewegungsunruhe, dort jedoch mit der kennzeichnenden Besserung durch Musik und Tanzen und einem listigen, verstellenden Zug im Gemüt. Agaricus muscarius teilt die Zuckungen und das Zittern, hat aber die Nadelstich- und Frostempfindungen der Haut und die Verschlimmerung durch Kälte. Cuprum metallicum zeigt harte, krampfartige Zusammenziehungen, die bei Fingern und Zehen beginnen, statt der schleudernden, weiten Bewegungen. Stramonium und Cicuta stehen bei heftigeren Krampfbildern mit Bewusstseinsstörung.

Verwandte Mittel

Tarentula hispanicaAgaricus muscariusCuprum metallicumStramoniumZincum metallicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.