Mygale lasiodora wird aus einer kubanischen schwarzen Vogelspinne bereitet und ist in der Materia medica vor allem ein Mittel unwillkürlicher Bewegungen. Im Vordergrund stehen zuckende, schleudernde Bewegungen der Glieder und des Gesichts, ein unsicherer, stolpernder Gang und die Unfähigkeit, die Beine ruhig zu halten. Daneben verzeichnet das Repertorium chronische Reizzustände der Harnröhre und ein von Bedrücktheit geprägtes Gemüt.
Konstitution
Gemütsbild
Traurigkeit und niedergedrückte StimmungHass- und RachegedankenKörperliche Unruhe, Unfähigkeit stillzuhaltenReizbarkeit bei innerer Anspannung
Das Gemütsbild von Mygale lasiodora bewegt sich zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite steht eine gedrückte, traurige Stimmung; auf der anderen verzeichnet das Repertorium Hass und Rachegedanken - festgehaltener Groll, der nicht zur Ruhe kommt. Diese innere Spannung findet ihre Entsprechung im Körperlichen: Nichts bleibt still, die Glieder zucken, das Gesicht verzieht sich, die Füße drängen zur Bewegung. Wie bei den anderen Spinnenmitteln geht es um ein Nervensystem, das dauernd unter Strom steht und die Erregung nicht abbauen kann. Die klassische Literatur nennt das Mittel besonders im Zusammenhang mit choreatischen Bewegungsstörungen bei Kindern.
Ängste: Angst, die Kontrolle über die eigenen Bewegungen zu verlieren, Bedrängnis durch die Aufmerksamkeit anderer bei sichtbaren Zuckungen
Leitsymptome
- Gehen und Bewegung - Knieschmerz und Unsicherheit
- Morgens - Verziehen des Gesichts
- Aufregung und Beobachtetwerden
- Schlaf - im Schlaf hören die Zuckungen auf, wie es die Literatur für choreatische Bilder allgemein beschreibt
- Ruhe und Ungestörtsein
Verlangen und Abneigungen
- Kein charakteristisches Verlangen überliefert
- Keine charakteristische Abneigung überliefert
In Repertorien häufig zugeordnet
Choreatische BewegungsstörungenZuckungen von Gesicht und AugenlidernUnruhige Beine mit stolperndem GangChronische Reizzustände der HarnröhreNervöses Herzklopfen mit BeklemmungNiedergedrückte Stimmung mit Groll
Abgrenzung
Tarentula hispanica, das bekannteste Spinnenmittel, zeigt dieselbe Bewegungsunruhe, dort jedoch mit der kennzeichnenden Besserung durch Musik und Tanzen und einem listigen, verstellenden Zug im Gemüt. Agaricus muscarius teilt die Zuckungen und das Zittern, hat aber die Nadelstich- und Frostempfindungen der Haut und die Verschlimmerung durch Kälte. Cuprum metallicum zeigt harte, krampfartige Zusammenziehungen, die bei Fingern und Zehen beginnen, statt der schleudernden, weiten Bewegungen. Stramonium und Cicuta stehen bei heftigeren Krampfbildern mit Bewusstseinsstörung.
Verwandte Mittel
Tarentula hispanicaAgaricus muscariusCuprum metallicumStramoniumZincum metallicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.