Murex purpurea, die Purpurschnecke, wird in der Materia medica als Frauenmittel mit stark gesteigertem Geschlechtstrieb beschrieben. Kennzeichnend ist ein Herabdrängen in der Gebärmutter, so heftig, dass die Frau die Hand gegen den Damm drücken muss, um es auszuhalten, sowie ein plötzlich aufschießendes, überwältigendes Verlangen, das schon durch die leiseste Berührung ausgelöst werden kann. Daneben steht eine tiefe Traurigkeit mit Schwächegefühl in der Magengrube.
Konstitution
Gemütsbild
Übermäßig starkes sexuelles Verlangen, in den Rubriken im höchsten Grad verzeichnetTraurigkeit und Schwermut, die dem Verlangen gegenüberstehtSchamloses, zügelloses Verhalten in der ErregungErregbarkeit schon durch leichteste BerührungTagesschläfrigkeit und Erschöpfung
Das Gemütsbild von Murex ist von einem Gegensatz beherrscht, den die Rubriken deutlich abbilden. Auf der einen Seite steht ein sexuelles Verlangen, das im höchsten Grad verzeichnet ist: heftig, plötzlich, von der Frau selbst nicht gewollt und durch die geringste Berührung ausgelöst. Verzeichnet sind dazu Verhaltensweisen, die als schamlos und zügellos beschrieben werden. Auf der anderen Seite steht Traurigkeit und Schwermut, ebenfalls im hohen Grad. Die klassische Materia medica beschreibt eine Frau, die sich für ihre Erregung schämt und darüber verzweifelt, sie zugleich aber nicht beherrschen kann. Hinzu kommen Tagesschläfrigkeit und ein Gefühl der Leere und Schwäche in der Magengrube, das die körperliche Erschöpfung anzeigt.
Ängste: Beklemmung und Scham angesichts der eigenen, nicht beherrschbaren Erregung, Bedrückung durch das anhaltende Herabdrängen im Becken
Leitsymptome
- Berührung, auch die leichteste — im höchsten Grad verzeichnet
- Vor und während der Menstruation
- Nachts (häufiges Wasserlassen)
- Stehen und Gehen, wegen des Herabdrängens
- Druck gegen den Damm, der das Herabdrängen erträglich macht
- Liegen mit erhöhtem Becken
- Ruhe
Verlangen und Abneigungen
- Übermäßig gesteigertes sexuelles Verlangen, im höchsten Grad verzeichnet
- Bezogen auf Speisen in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur bezogen auf Speisen nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien im höchsten Grad bei übermäßig gesteigertem sexuellem Verlangen bei Frauen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Senkungsbeschwerden mit Herabdrängen in der GebärmutterBei reichlicher, klumpiger Menstruation und Zwischenblutungen im hohen Grad verzeichnetBei stechenden Schmerzen von der rechten Leiste zur linken Brust genanntBei Schwermut mit Leeregefühl in der Magengrube beschriebenBei auffallend hellem Harn mit häufigem nächtlichem Wasserlassen aufgeführt
Abgrenzung
Sepia teilt das Herabdrängen im Becken und das Bedürfnis, die Beine zu kreuzen, zeigt dort jedoch Gleichgültigkeit gegenüber den Angehörigen und ein vermindertes statt gesteigertes Verlangen — dies ist der entscheidende Unterschied. Platinum metallicum bringt ebenfalls das gesteigerte Verlangen mit, verbunden mit Hochmut, Geringschätzung anderer und der Empfindung, größer zu sein. Lilium tigrinum zeigt Herabdrängen mit hastiger Betriebsamkeit und dem Gefühl, alles falle heraus. Für Murex sprechen die plötzliche, durch geringste Berührung ausgelöste Erregung und die Besserung des Herabdrängens durch Druck gegen den Damm.
Verwandte Mittel
SepiaPlatinum metallicumLilium tigrinumOriganum majoranaCantharisKreosotum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.