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Materia medica · Nr. 88

Murex purpurea

Murx.

In 705 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Murex purpurea, die Purpurschnecke, wird in der Materia medica als Frauenmittel mit stark gesteigertem Geschlechtstrieb beschrieben. Kennzeichnend ist ein Herabdrängen in der Gebärmutter, so heftig, dass die Frau die Hand gegen den Damm drücken muss, um es auszuhalten, sowie ein plötzlich aufschießendes, überwältigendes Verlangen, das schon durch die leiseste Berührung ausgelöst werden kann. Daneben steht eine tiefe Traurigkeit mit Schwächegefühl in der Magengrube.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden meist Frauen mit erschlafftem Beckengewebe und Neigung zu Senkungsbeschwerden. Ein bestimmter Körperbau steht nicht im Vordergrund; das Mittel ist über die Beckensymptomatik und den gesteigerten Trieb bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken heben Traurigkeit und Schwermut hervor sowie ein Verhalten, das als schamlos und zügellos beschrieben wird. Es entsteht das Bild eines Wechsels: heftige, drängende Erregung auf der einen, niedergedrückte Traurigkeit auf der anderen Seite, ohne dass die Frau beides in Einklang bringen könnte.

Gemütsbild

Übermäßig starkes sexuelles Verlangen, in den Rubriken im höchsten Grad verzeichnetTraurigkeit und Schwermut, die dem Verlangen gegenüberstehtSchamloses, zügelloses Verhalten in der ErregungErregbarkeit schon durch leichteste BerührungTagesschläfrigkeit und Erschöpfung

Das Gemütsbild von Murex ist von einem Gegensatz beherrscht, den die Rubriken deutlich abbilden. Auf der einen Seite steht ein sexuelles Verlangen, das im höchsten Grad verzeichnet ist: heftig, plötzlich, von der Frau selbst nicht gewollt und durch die geringste Berührung ausgelöst. Verzeichnet sind dazu Verhaltensweisen, die als schamlos und zügellos beschrieben werden. Auf der anderen Seite steht Traurigkeit und Schwermut, ebenfalls im hohen Grad. Die klassische Materia medica beschreibt eine Frau, die sich für ihre Erregung schämt und darüber verzweifelt, sie zugleich aber nicht beherrschen kann. Hinzu kommen Tagesschläfrigkeit und ein Gefühl der Leere und Schwäche in der Magengrube, das die körperliche Erschöpfung anzeigt.

Ängste: Beklemmung und Scham angesichts der eigenen, nicht beherrschbaren Erregung, Bedrückung durch das anhaltende Herabdrängen im Becken

Leitsymptome

Herabdrängen in der Gebärmutter, das durch Druck gegen den Damm gebessert wird — ein Leitzeichen dieses Mittels, im hohen Grad verzeichnet
Übermäßig starkes sexuelles Verlangen, im höchsten Grad aufgeführt; schon leiseste Berührung verschlimmert im höchsten Grad
Reichliche, klumpige Menstruation; Zwischenblutungen
Stechende Schmerzen in der rechten Leistengegend, die zur linken Brust ziehen — eine kennzeichnende Schmerzrichtung
Wundheitsschmerz der Gebärmutter; Zusammenziehen der Geschlechtsorgane; wunde Schamgegend
Beschwerden vor und während der Menstruation an Gebärmutter und Brüsten; linksseitige Betonung
Auffallend heller Harn, im höchsten Grad verzeichnet, mit verändertem Geruch
Häufiges nächtliches Wasserlassen
Leere- und Schwächegefühl in der Magengrube mit Sinkgefühl, als falle der Magen zusammen
Empfindung von innerem Springen und Spannung in den Muskeln
Schläfrigkeit am Tage; Neigung zu Polypenbildung
Verschlechterung
  • Berührung, auch die leichteste — im höchsten Grad verzeichnet
  • Vor und während der Menstruation
  • Nachts (häufiges Wasserlassen)
  • Stehen und Gehen, wegen des Herabdrängens
Verbesserung
  • Druck gegen den Damm, der das Herabdrängen erträglich macht
  • Liegen mit erhöhtem Becken
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Übermäßig gesteigertes sexuelles Verlangen, im höchsten Grad verzeichnet
  • Bezogen auf Speisen in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur bezogen auf Speisen nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien im höchsten Grad bei übermäßig gesteigertem sexuellem Verlangen bei Frauen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Senkungsbeschwerden mit Herabdrängen in der GebärmutterBei reichlicher, klumpiger Menstruation und Zwischenblutungen im hohen Grad verzeichnetBei stechenden Schmerzen von der rechten Leiste zur linken Brust genanntBei Schwermut mit Leeregefühl in der Magengrube beschriebenBei auffallend hellem Harn mit häufigem nächtlichem Wasserlassen aufgeführt

Abgrenzung

Sepia teilt das Herabdrängen im Becken und das Bedürfnis, die Beine zu kreuzen, zeigt dort jedoch Gleichgültigkeit gegenüber den Angehörigen und ein vermindertes statt gesteigertes Verlangen — dies ist der entscheidende Unterschied. Platinum metallicum bringt ebenfalls das gesteigerte Verlangen mit, verbunden mit Hochmut, Geringschätzung anderer und der Empfindung, größer zu sein. Lilium tigrinum zeigt Herabdrängen mit hastiger Betriebsamkeit und dem Gefühl, alles falle heraus. Für Murex sprechen die plötzliche, durch geringste Berührung ausgelöste Erregung und die Besserung des Herabdrängens durch Druck gegen den Damm.

Verwandte Mittel

SepiaPlatinum metallicumLilium tigrinumOriganum majoranaCantharisKreosotum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.