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Materia medica · Nr. 217

Morphinum

Morph.

In 512 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Morphinum, das Hauptalkaloid des Schlafmohns, ist in der homöopathischen Materia medica vor allem als Bild einer tiefen Betäubung des Nervensystems beschrieben. Die Repertorien zeichnen einen Zustand mit unregelmäßiger Atmung, bläulicher Gesichtsfarbe, halb geöffneten Augen und Mund, Lähmungen der Augenmuskeln und Doppeltsehen. Kennzeichnend ist ein Schwindel, der schon bei der geringsten Bewegung des Kopfes einsetzt.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; das Bild ist von Zuständen tiefer Betäubung geprägt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein Wechsel zwischen tiefer Benommenheit und Überempfindlichkeit. Die Sprache wird unzusammenhängend, das Bewusstsein trübt sich ein, und zugleich besteht ein Auffahren im Schlaf. In den Repertorien ist ein Zittern bei Gewitter ausgewiesen, das die erhalten gebliebene Reizbarkeit des Nervensystems anzeigt.

Gemütsbild

Unzusammenhängende Sprache und BewusstseinstrübungAuffahren im SchlafZittern bei GewitterWechsel zwischen Betäubung und Überempfindlichkeit

Das Gemütsbild ist von Betäubung geprägt. Die Repertorien führen unzusammenhängende Sprache und ein Auffahren während des Schlafes auf. Die Literatur beschreibt einen Zustand, in dem das Bewusstsein sich zunehmend eintrübt, während einzelne Sinne überempfindlich bleiben: Geräusche, Licht und Berührung werden noch wahrgenommen und wirken störend. Das ausgewiesene Zittern bei Gewitter zeigt diese erhaltene Reizbarkeit besonders deutlich. Charakteristisch für das Mittelbild ist die Gleichzeitigkeit von tiefer Schläfrigkeit und innerer Erregung, die sich in nächtlichem Auffahren und unruhigem Halbschlaf äußert.

Ängste: Schreckhaftigkeit und Auffahren im Schlaf, Unruhe bei Gewitter

Leitsymptome

Unregelmäßige, ungleichmäßige Atmung; nach Anfällen schnarchend
Bläuliche Verfärbung des Gesichts
Lähmungen der Augenmuskeln, besonders der inneren geraden Muskeln, und der Oberlider; unsteter Blick, Doppeltsehen und gestörte Nahanpassung
Schwindel bei der geringsten Bewegung, besonders beim Heben des Kopfes
Hinterkopfschmerz morgens beim Erwachen, pulsierend und heftig
Rückwärtsbeugen des Rumpfes bis zum Opisthotonus; Harnverhaltung und lähmungsartige Blasenschwäche; kalter Schweiß an den Gliedern
Verschlechterung
  • Geringste Bewegung, besonders Heben oder Bewegen des Kopfes
  • Nachts
  • Morgens beim Erwachen
  • Gewitter
  • Lärm, Licht und Berührung
Verbesserung
  • Vollkommene Ruhe und Liegen
  • Ungestörte Stille und Dunkelheit
  • Frische Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Lähmungszuständen aufgeführt, besonders der Augenmuskeln und der LiderBei Doppeltsehen und herabhängendem Oberlid verzeichnetBei Schwindel, der bei der geringsten Kopfbewegung auftritt, genanntBei unregelmäßiger Atmung mit bläulicher Gesichtsfarbe in den Repertorien aufgeführtBei Harnverhaltung mit lähmungsartiger Blasenschwäche vermerktBei Rückwärtsbeugung des Rumpfes und Krampfzuständen aufgeführt

Abgrenzung

Opium, aus derselben Pflanze gewonnen, zeigt die tiefe Betäubung mit Schnarchen, rotem, heißem Gesicht und auffälliger Schmerzlosigkeit sowie Trägheit des Darms; Morphinum tritt stärker mit Lähmungen der Augenmuskeln, Doppeltsehen und der Verschlechterung durch geringste Bewegung hervor. Lachesis und Mezereum werden in der Literatur als verwandt geführt. Bei bläulicher Gesichtsfarbe mit unregelmäßiger Atmung steht auch Laurocerasus zur Unterscheidung, dort mit ausgeprägtem Bezug zum Herzen.

Verwandte Mittel

OpiumLachesisMezereumLaurocerasusGelsemiumCausticum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.