Morphinum, das Hauptalkaloid des Schlafmohns, ist in der homöopathischen Materia medica vor allem als Bild einer tiefen Betäubung des Nervensystems beschrieben. Die Repertorien zeichnen einen Zustand mit unregelmäßiger Atmung, bläulicher Gesichtsfarbe, halb geöffneten Augen und Mund, Lähmungen der Augenmuskeln und Doppeltsehen. Kennzeichnend ist ein Schwindel, der schon bei der geringsten Bewegung des Kopfes einsetzt.
Konstitution
Gemütsbild
Unzusammenhängende Sprache und BewusstseinstrübungAuffahren im SchlafZittern bei GewitterWechsel zwischen Betäubung und Überempfindlichkeit
Das Gemütsbild ist von Betäubung geprägt. Die Repertorien führen unzusammenhängende Sprache und ein Auffahren während des Schlafes auf. Die Literatur beschreibt einen Zustand, in dem das Bewusstsein sich zunehmend eintrübt, während einzelne Sinne überempfindlich bleiben: Geräusche, Licht und Berührung werden noch wahrgenommen und wirken störend. Das ausgewiesene Zittern bei Gewitter zeigt diese erhaltene Reizbarkeit besonders deutlich. Charakteristisch für das Mittelbild ist die Gleichzeitigkeit von tiefer Schläfrigkeit und innerer Erregung, die sich in nächtlichem Auffahren und unruhigem Halbschlaf äußert.
Ängste: Schreckhaftigkeit und Auffahren im Schlaf, Unruhe bei Gewitter
Leitsymptome
- Geringste Bewegung, besonders Heben oder Bewegen des Kopfes
- Nachts
- Morgens beim Erwachen
- Gewitter
- Lärm, Licht und Berührung
- Vollkommene Ruhe und Liegen
- Ungestörte Stille und Dunkelheit
- Frische Luft
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Lähmungszuständen aufgeführt, besonders der Augenmuskeln und der LiderBei Doppeltsehen und herabhängendem Oberlid verzeichnetBei Schwindel, der bei der geringsten Kopfbewegung auftritt, genanntBei unregelmäßiger Atmung mit bläulicher Gesichtsfarbe in den Repertorien aufgeführtBei Harnverhaltung mit lähmungsartiger Blasenschwäche vermerktBei Rückwärtsbeugung des Rumpfes und Krampfzuständen aufgeführt
Abgrenzung
Opium, aus derselben Pflanze gewonnen, zeigt die tiefe Betäubung mit Schnarchen, rotem, heißem Gesicht und auffälliger Schmerzlosigkeit sowie Trägheit des Darms; Morphinum tritt stärker mit Lähmungen der Augenmuskeln, Doppeltsehen und der Verschlechterung durch geringste Bewegung hervor. Lachesis und Mezereum werden in der Literatur als verwandt geführt. Bei bläulicher Gesichtsfarbe mit unregelmäßiger Atmung steht auch Laurocerasus zur Unterscheidung, dort mit ausgeprägtem Bezug zum Herzen.
Verwandte Mittel
OpiumLachesisMezereumLaurocerasusGelsemiumCausticum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.