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Materia medica · Nr. 215

Daphne mezereum

Mez.

In 9.490 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Daphne mezereum, der Seidelbast, ist ein klassisches Haut- und Knochenhautmittel. Die Repertorien führen das Mittel im höchsten Grad bei nässenden, krustigen Ausschlägen mit heftigem Jucken sowie bei brennenden Schmerzen in Knochen und Muskeln. Beschrieben wird ein frostiger, empfindlicher Mensch, bei dem Hautleiden und neuralgische Schmerzen ineinandergreifen.

Konstitution

KörperbauKein einheitlicher Habitus; die Literatur beschreibt oft blasse Menschen mit ungesunder, zu Ausschlägen neigender Haut. Die Rubrik Abmagerung einzelner Körperteile ist mit mittlerem Grad vertreten.
Thermalitätfrostig
TemperamentEin ernstes, in sich gekehrtes Wesen. Die Rubriken Gedankenversunken, Geistesabwesend, Schwermut und Teilnahmslosigkeit stehen im höchsten Grad. Dazu kommt eine Ängstlichkeit, die klassisch als aus dem Magen aufsteigend beschrieben wird.

Gemütsbild

Angst, die vom Magen auszugehen scheintGedankenversunkenheit und Geistesabwesenheitschwermütige, teilnahmslose GrundstimmungReizbarkeit nach Ärger, mit nachfolgendem Kopfschmerz

Das Gemütsbild ist von einer stillen, versonnenen Schwermut geprägt. Die Repertorien führen Gedankenversunken und Geistesabwesend im höchsten Grad; Betroffene wirken abwesend und schwer erreichbar. Charakteristisch ist die Rubrik Furcht, die aus dem Magen zu kommen scheint – eine körperlich empfundene Beklemmung in der Magengegend, die im höchsten Grad vertreten ist. Die Materia medica beschreibt außerdem Beschwerden nach Ärger: Der Kopfschmerz nach Ärger ist hochgradig geführt. Insgesamt wirkt die Verfassung gedrückt, wenig unternehmungslustig und leicht durch körperliche Beschwerden zu erschöpfen.

Ängste: Angst mit Sitz in der Magengegend, allgemeines Angstgefühl ohne fassbaren Anlass (Grad 3), Beklemmung, die die Grundstimmung dauerhaft prägt

Leitsymptome

Dicke, lederartige Krusten auf der Haut, unter denen sich Eiter ansammelt – ein Kennzeichen des Mittels (Rubriken Hautausschlag mit Krusten und mit Absonderung, Grad 3)
Unerträgliches Jucken, das sich klassisch durch Bettwärme verschlimmert; auch Jucken ohne sichtbaren Ausschlag (Grad 3)
Brennende Schmerzen in Knochen und Knochenhaut, besonders an den langen Röhrenknochen (Rubrik Schmerz brennend, Knochen, Grad 3)
Gesichtsneuralgien und Kopfschmerz, durch Berührung und Bewegung des Kopfes verschlechtert
Krustiger, juckender Ausschlag im Gesicht und auf der Kopfhaut
Ausgeprägtes Frösteln, Kältegefühl bei Schmerzen, Frost einzelner Körperstellen
Verschlechterung
  • abends und nachts
  • Berührung
  • Bewegung, besonders Bewegung des Kopfes
  • Wärme des Bettes (klassisch für das Hautjucken beschrieben)
  • nach Ärger
  • linke Körperseite
Verbesserung
  • Wärme allgemein und warmes Einhüllen
  • Ruhe
  • im Freien bei mildem Wetter
  • Essen bessert zeitweise die Magenbeklemmung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Die klassische Materia medica nennt ein Verlangen nach Fett und Schinken
  • Verlangen nach herzhaften, salzigen Speisen wird ebenfalls beschrieben
Abneigung
  • Abneigung gegen Speisen bei bestehender Magenbeklemmung
  • zu weiteren Abneigungen liegen in den vorliegenden Rubriken keine hochgradigen Angaben vor

In Repertorien häufig zugeordnet

nässende, verkrustete Ekzeme mit heftigem JuckenAusschläge auf Kopfhaut und im Gesicht mit dicken Borkenbrennende Knochen- und KnochenhautschmerzenGesichtsneuralgien und Nervenschmerzen nach HauterkrankungenGeschwüre mit gelber Absonderung und rotem HofNesselausschlag in knötchenförmiger Ausprägung

Abgrenzung

Graphites zeigt ebenfalls nässende Ekzeme, dort mit honigartiger Absonderung und Vorliebe für Beugefalten, während Mezereum die dicken, lederartigen Krusten mit darunter angesammeltem Eiter kennzeichnet. Rhus toxicodendron hat starkes Jucken mit Besserung durch Bewegung und Wärme, Mezereum dagegen deutliche Verschlimmerung durch Bettwärme. Von Arsenicum album unterscheidet es sich durch das Fehlen der ausgeprägten Ruhelosigkeit und der nächtlichen Todesangst.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumRhus toxicodendronGraphitesPhytolaccaMercurius solubilisGuajacum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.