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Materia medica · Nr. 2272

Methylenum coeruleum

Methyl.

In 34 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Methylenum coeruleum, das Methylenblau, ist ein synthetischer Farbstoff, der in der Medizin des 19. Jahrhunderts breit erprobt wurde und über diese Erfahrungen Eingang in die homöopathische Literatur fand. Die Repertorien führen es vor allem bei Blasenentzündung, bei Nierenbeschwerden mit Eiweiß im Urin, bei Wechselfiebern und bei neuralgischen Schmerzen auf. Das Bild ist klinisch geprägt, nicht durch eine ausgearbeitete Arzneimittelprüfung.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Beschrieben werden nervös erschöpfte, geschwächte Menschen; ein typischer Körperbau wird nicht genannt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentIm Vordergrund steht eine nervöse Schwäche, in den Rubriken ausdrücklich als Neurasthenie geführt: rasche Ermüdung, Reizbarkeit der Nerven, wenig Belastbarkeit. Ein darüber hinausgehendes Gemütsbild ist in der Literatur nicht ausgearbeitet worden.

Gemütsbild

Nervöse Erschöpfung und Reizbarkeit der NervenRasche Ermüdbarkeit bei geringer BelastungKein eigenständiges, ausgearbeitetes Gemütsbild in der Literatur

Der einzige Zug, der bei Methylenum coeruleum in den seelischen Bereich reicht, ist die in den Allgemeinrubriken verzeichnete nervöse Schwäche. Sie beschreibt einen Menschen, der schnell erschöpft, dessen Nerven überreizt sind und der auf Anforderungen mit Kraftlosigkeit reagiert. Das Mittel entstammt der klinischen Erfahrung mit dem Farbstoff, nicht einer systematischen Prüfung am Gesunden; entsprechend fehlt ihm das ausgearbeitete Seelenbild der klassischen Polychreste. Die Zuordnung erfolgt über den Befund an Blase, Niere und Nerven.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine Ängste verzeichnet, Beklommenheit bei nervöser Erschöpfung

Leitsymptome

Blasenentzündung mit Reizung der Harnwege
Eiweiß im Urin bei Nierenbeschwerden
Neuralgische Schmerzen, in den Allgemeinrubriken geführt
Wundheitsschmerz an der Wirbelsäule mit Reizbarkeit des Rückenmarks
Einseitiger Kopfschmerz
Gelenkentzündung mit rheumatischen Beschwerden
Rippenfellentzündung
Wiederkehrende Fieberzustände, klassisch den Wechselfiebern zugeordnet
Verschlechterung
  • Wasserlassen, mit Brennen und Reizung
  • Anstrengung, wegen der nervösen Erschöpfung
  • Erschütterung und Druck auf die Wirbelsäule
Verbesserung
  • Ruhe und Liegen
  • Wärme

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Verlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Abneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Blasenentzündung und Reizzustände der HarnwegeNierenbeschwerden mit Eiweiß im UrinNeuralgische SchmerzenReizbarkeit der Wirbelsäule mit WundheitsschmerzWiederkehrende FieberzuständeRheumatische Gelenkentzündung

Abgrenzung

Cantharis wird der Blasenentzündung mit brennendem, unerträglichem Harndrang zugeordnet, Apis dem Brennen mit Wassermangel und Schwellung, Terebinthina der Nierenreizung mit blutigem, veilchenartig riechendem Urin. Zincum metallicum und Picricum acidum decken die nervöse Erschöpfung mit Rückenmarksreizung ungleich besser ab. Methylenum coeruleum beruht überwiegend auf klinischer Erfahrung und sollte nur bei deutlicher Übereinstimmung erwogen werden.

Verwandte Mittel

Cantharis vesicatoriaTerebinthinaApis mellificaZincum metallicumPicricum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.