Mercurialis perennis, das Ausdauernde Bingelkraut, ist ein wenig geprüftes Mittel aus der Familie der Wolfsmilchgewächse. Das Bild der Prüfung besteht vor allem aus brennender Hitze mit erweiterten Blutgefäßen, Blutandrang zur Zeit der Menstruation, Schwere und Lähmungsgefühl der Augenlider sowie wandernden, reißenden Gliederschmerzen. Ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild liegt nicht vor.
Konstitution
Gemütsbild
Mürrische, verdrießliche VerstimmungWortkargheit und UnlustBeschwerlichkeit durch die Augensymptome bei Lesen und Schreiben
Das Gemütsbild von Mercurialis perennis beschränkt sich in den vorliegenden Rubriken auf ein einziges Zeichen: eine mürrische, verdrießliche Verstimmung. Die klassische Materia medica geht darüber kaum hinaus; das Mittel beruht auf einer begrenzten Prüfung, die im Wesentlichen körperliche Empfindungen hervorgebracht hat. Was an Missmut berichtet wird, steht im Zusammenhang mit der Beschwerlichkeit der Symptome, insbesondere mit der Schwere der Lider und den Augenschmerzen bei Lesen und Schreiben, die jede längere Beschäftigung erschweren. Aussagen über Ängste, Charakterzüge oder seelische Grundthemen wären an dieser Stelle nicht belegt.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Nachts und beim Erwachen (Augen lassen sich nicht öffnen)
- Lesen und Schreiben, jede Augenanstrengung
- Bücken (Aufstoßen)
- Während der Menstruation (Blutandrang, Herzklopfen)
- Nach dem Genuss von Tee (Kopfschmerz)
- Ruhe der Augen, Schließen der Lider
- Kühle
- Ruhe im Liegen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien im höchsten Grad bei brennender Hitze mit erweiterten Blutgefäßen aufgeführtBei Schwere und Lähmungsgefühl der Augenlider verzeichnetBei Augenbeschwerden nach Lesen und Schreiben genanntKlassisch zugeordnet zu Blutandrang zur Zeit der Menstruation mit HerzklopfenBei schmerzhafter Menstruation aufgeführtBei reißenden, wandernden Gliederschmerzen beschrieben
Abgrenzung
Gelsemium sempervirens zeigt ebenfalls die schweren, kaum zu hebenden Lider, dort verbunden mit Zittern, Schwäche und Durstlosigkeit — Mercurialis perennis stellt die brennende Hitze und den Blutandrang stärker heraus. Belladonna teilt die Hitze mit erweiterten Gefäßen, dort mit klopfender Pulsation, glühendem Gesicht und plötzlichem Beginn. Ruta graveolens steht bei Augenbeschwerden nach Naharbeit, ohne die Menstruationsbeteiligung. Da Mercurialis perennis nur schwach geprüft ist, bleibt die Abgrenzung vorwiegend über die Verbindung von Lidschwere, Augenschmerz bei Naharbeit und dem Blutandrang während der Menstruation zu treffen.
Verwandte Mittel
Gelsemium sempervirensBelladonnaRuta graveolensFerrum metallicumCausticum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.