Mercurius dulcis, das Quecksilberchlorür oder Kalomel, ist die mildere unter den Quecksilberverbindungen und hat in der Materia medica einen deutlichen Schwerpunkt am Mittelohr und an der Ohrtrompete. Beschrieben werden Katarrhe, die vom Rachen über die Ohrtrompete zum Mittelohr aufsteigen und Schwerhörigkeit mit Ohrgeräuschen hinterlassen. Ein zweiter Schwerpunkt liegt bei Leber und Galle mit koliken sowie bei scharfen, gallig-grünen Stühlen, wie sie besonders bei Kindern beschrieben sind.
Konstitution
Gemütsbild
Grüblerische Beschäftigung mit dem eigenen BefindenSinnestäuschungen des Gehörs, Geräusche und OhrenklingenNeigung zu wiederkehrenden Beschwerden, die immer aufs Neue zurückkehrenEmpfindlichkeit gegen Wärme und Sommerhitze
Das Gemütsbild ist mit mittleren Graden nur knapp ausgewiesen. Verzeichnet ist eine hypochondrische Verfassung: eine anhaltende, sorgenvolle Aufmerksamkeit für den eigenen Körper, die durch die immer wiederkehrenden Beschwerden genährt wird. Damit verbunden sind Sinnestäuschungen des Gehörs, die in den Repertorien sowohl unter den Gemütssymptomen als auch bei den Ohren aufgeführt sind: Geräusche, Klingen, Rauschen, für die kein äußerer Anlass besteht. Auffällig ist die eigens verzeichnete Neigung der Symptome, nach scheinbarer Besserung erneut aufzutreten. Ein ausgearbeitetes chronisches Gemütsbild abseits dieser Züge liegt zu Mercurius dulcis nicht vor.
Ängste: Sorge um die eigene Gesundheit im Sinne der verzeichneten Hypochondrie, Weitere Angstinhalte sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Leitsymptome
- Sommerhitze, in den Repertorien im hohen Grad verzeichnet
- Nach dem Stuhlgang
- Temperaturwechsel und feuchtkalte Witterung
- Nachts, wie bei den Quecksilbermitteln allgemein beschrieben
- Gleichmäßige, gemäßigte Temperatur
- Ruhe
- Abgang eingeklemmter Blähungen
- Weitere Besserungen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Mittelohrentzündung und Beschwerden der Ohrtrompete im hohen Grad aufgeführtBei Bindehautentzündung im höchsten Grad verzeichnetKlassisch zugeordnet zu Gallenkoliken und GallensteinbeschwerdenBei scharfen, gallig-grünen Stühlen von Kindern genanntBei Mandelentzündung und Katarrh des Nasenrachenraums aufgeführtBei eingeklemmten Blähungen mit Auftreibung des Oberbauchs verzeichnet
Abgrenzung
Mercurius solubilis zeigt dasselbe Grundmuster stärker ausgeprägt: reichlicher Speichelfluss, übler Mundgeruch, Nachtschweiße und ausgeprägte nächtliche Verschlimmerung. Kalium muriaticum steht ebenfalls bei Verstopfung der Ohrtrompete mit Schwerhörigkeit und weißlicher Zunge, ohne die Gallenbeteiligung. Chelidonium und Lycopodium teilen die Beschwerden von Leber und Galle mit Rechtsseitigkeit. Für Mercurius dulcis spricht die Verbindung von Ohrtrompetenkatarrh, gallig-scharfen Stühlen und der ausgeprägten Verschlimmerung im Sommer.
Verwandte Mittel
Mercurius solubilisKalium muriaticumChelidoniumHepar sulphurisPodophyllumPulsatilla
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.