Mercurius sublimatus corrosivus (Quecksilberchlorid, Sublimat) wird in der Materia medica als das heftigste und am stärksten entzündliche Mittel der Quecksilber-Reihe beschrieben. Charakteristisch ist ein brennender, wunder Reizzustand der Schleimhäute mit unaufhörlichem, schmerzhaftem Drang, der nach der Entleerung nicht nachlässt. Die Repertorien führen es bei akuten, rasch fortschreitenden Zuständen mit Geschwürsbildung, Blutung und starkem Kräfteverfall auf.
Konstitution
Gemütsbild
Erschöpfung durch anhaltenden Schmerz und DrangUnruhe und SchlaflosigkeitUngeduld, Getriebenheit im akuten Zustand
Das Gemütsbild ist in den vorliegenden Rubriken nur schwach ausgeprägt; als einzige deutlich hervorgehobene Rubrik erscheint Schlaflosigkeit im höchsten Grad. Die klassische Literatur schildert einen Menschen, der durch den unablässigen Tenesmus an Blase und Mastdarm keine Ruhe findet und darüber gereizt und mutlos wird. Anders als bei Mercurius solubilis steht nicht die moralische Empfindlichkeit im Vordergrund, sondern die körperliche Qual. Angaben zu tiefer liegenden Gemütsthemen sind in der Literatur nicht näher beschrieben und werden hier nicht ergänzt.
Ängste: Angst und Getriebenheit im Zusammenhang mit dem anhaltenden Drang, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Nach dem Stuhlgang
- Durch Druck auf die betroffenen Stellen
- Nachts (Augen- und Rückenschmerzen)
- Beim Schlucken, besonders von Flüssigkeiten
- Liegen auf dem Rücken
- Hochziehen der Glieder (angezogene Beine)
Verlangen und Abneigungen
- Kalte Getränke
- Ausgeprägter, extrem starker Durst
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Warme Getränke werden bei Halsbeschwerden schlecht vertragen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei entzündlichen und geschwürigen Zuständen des Mund- und Rachenraums aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Reizzuständen von Blase und Harnröhre mit anhaltendem TenesmusBei Durchfällen mit ständigem, schmerzhaftem Stuhldrang genanntBei Entzündungen der Regenbogenhaut (Iritis) verzeichnetTraditionell den syphilitischen Erkrankungsformen und Geschwüren an den Genitalien zugeordnetBei Leber- und Darmentzündungen mit ausgeprägter Berührungsempfindlichkeit aufgeführt
Abgrenzung
Gegenüber Mercurius solubilis ist Merc-c. schärfer, brennender und rascher fortschreitend; der Tenesmus ist heftiger und lässt nach der Entleerung nicht nach, während Merc. stärker das nächtliche Verschlimmerungsmuster, den Speichelfluß und die moralische Empfindlichkeit betont. Cantharis teilt das Brennen beim Urinieren, zeigt aber eher wilde Erregung und weniger Geschwüre und Drüsenbeteiligung. Arsenicum album hat ebenfalls Brennen und Erschöpfung, dort bessern jedoch Wärme und warme Getränke, während bei Merc-c. das Verlangen nach kalten Getränken im Vordergrund steht.
Verwandte Mittel
Arsenicum albumCantharisLachesisMercurius solubilisNitricum acidum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.