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Materia medica · Nr. 209

Mercurius sublimatus corrosivus

Merc-c.

In 3.775 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Mercurius sublimatus corrosivus (Quecksilberchlorid, Sublimat) wird in der Materia medica als das heftigste und am stärksten entzündliche Mittel der Quecksilber-Reihe beschrieben. Charakteristisch ist ein brennender, wunder Reizzustand der Schleimhäute mit unaufhörlichem, schmerzhaftem Drang, der nach der Entleerung nicht nachlässt. Die Repertorien führen es bei akuten, rasch fortschreitenden Zuständen mit Geschwürsbildung, Blutung und starkem Kräfteverfall auf.

Konstitution

KörperbauKein festgelegter Körperbau; die Literatur beschreibt eher den akut erkrankten, rasch geschwächten und blassen Menschen als einen bestimmten Konstitutionstyp.
Thermalitätwechselnd
TemperamentIn den Rubriken überwiegen körperliche Symptome; das Gemüt tritt zurück. Beschrieben wird eine von Schmerz und Drang erschöpfte, unruhige und ungeduldige Verfassung. Schlaflosigkeit ist im Grad 3 verzeichnet.

Gemütsbild

Erschöpfung durch anhaltenden Schmerz und DrangUnruhe und SchlaflosigkeitUngeduld, Getriebenheit im akuten Zustand

Das Gemütsbild ist in den vorliegenden Rubriken nur schwach ausgeprägt; als einzige deutlich hervorgehobene Rubrik erscheint Schlaflosigkeit im höchsten Grad. Die klassische Literatur schildert einen Menschen, der durch den unablässigen Tenesmus an Blase und Mastdarm keine Ruhe findet und darüber gereizt und mutlos wird. Anders als bei Mercurius solubilis steht nicht die moralische Empfindlichkeit im Vordergrund, sondern die körperliche Qual. Angaben zu tiefer liegenden Gemütsthemen sind in der Literatur nicht näher beschrieben und werden hier nicht ergänzt.

Ängste: Angst und Getriebenheit im Zusammenhang mit dem anhaltenden Drang, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Unaufhörlicher, schmerzhafter Drang an Blase und Mastdarm (Tenesmus), der nach der Entleerung nicht nachlässt und danach eher schlimmer wird
Urinieren erschwert, tropfenweise, mit geteiltem oder schwachem Strahl bei häufigem und anhaltendem Harndrang
Brennende Schmerzen in Hals, Speiseröhre und Harnröhre, oft mit Gefühl von Rohheit und Wundsein
Geschwürsbildung an Mund, innerem Hals, Harnröhre und Genitalien; Schwellung und Bluten des weichen, schwammigen Zahnfleisches mit starkem Speichelfluß und übelriechendem Atem
Blutungsneigung und Drüsenschwellung bei ausgeprägter Schwäche; scharfe, beißende Absonderungen (Tränen, Harnröhrensekret)
Starker Durst mit Verlangen nach kalten Getränken
Verschlechterung
  • Nach dem Stuhlgang
  • Durch Druck auf die betroffenen Stellen
  • Nachts (Augen- und Rückenschmerzen)
  • Beim Schlucken, besonders von Flüssigkeiten
Verbesserung
  • Liegen auf dem Rücken
  • Hochziehen der Glieder (angezogene Beine)

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kalte Getränke
  • Ausgeprägter, extrem starker Durst
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Warme Getränke werden bei Halsbeschwerden schlecht vertragen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei entzündlichen und geschwürigen Zuständen des Mund- und Rachenraums aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Reizzuständen von Blase und Harnröhre mit anhaltendem TenesmusBei Durchfällen mit ständigem, schmerzhaftem Stuhldrang genanntBei Entzündungen der Regenbogenhaut (Iritis) verzeichnetTraditionell den syphilitischen Erkrankungsformen und Geschwüren an den Genitalien zugeordnetBei Leber- und Darmentzündungen mit ausgeprägter Berührungsempfindlichkeit aufgeführt

Abgrenzung

Gegenüber Mercurius solubilis ist Merc-c. schärfer, brennender und rascher fortschreitend; der Tenesmus ist heftiger und lässt nach der Entleerung nicht nach, während Merc. stärker das nächtliche Verschlimmerungsmuster, den Speichelfluß und die moralische Empfindlichkeit betont. Cantharis teilt das Brennen beim Urinieren, zeigt aber eher wilde Erregung und weniger Geschwüre und Drüsenbeteiligung. Arsenicum album hat ebenfalls Brennen und Erschöpfung, dort bessern jedoch Wärme und warme Getränke, während bei Merc-c. das Verlangen nach kalten Getränken im Vordergrund steht.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumCantharisLachesisMercurius solubilisNitricum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.