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Materia medica · Nr. 330

Menyanthes trifoliata

Meny.

In 3.622 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Menyanthes trifoliata, der Fieber- oder Bitterklee, ist ein Mittel der Kälte. Im Vordergrund stehen eisig kalte Hände und Füße, ein inneres Frösteln ohne Durst und ein drückender Schmerz wie von einem Gewicht, besonders am Hinterkopf und Scheitel. Es ist ein selten verordnetes Mittel, das vorwiegend nach diesen Kälte- und Druckempfindungen bestimmt wird.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist in der Literatur nicht näher beschrieben; das Mittel wird nach den Kälteempfindungen und den Druckschmerzen bestimmt.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegt nur wenig vor. Verzeichnet ist eine in der Herzgegend empfundene Angst. Die Literatur beschreibt eine stille, in sich gekehrte und leicht fröstelnde Verfassung ohne ausgeprägte Erregung.

Gemütsbild

Angst, die in der Herzgegend empfunden wirdStille, zurückgezogene VerfassungWenig ausgeprägtes Gemütsbild

Als einzige deutliche Gemütsangabe führen die Repertorien im höchsten Grad eine Angst auf, die körperlich in der Herzgegend wahrgenommen wird. Die klassische Materia medica beschreibt darüber hinaus eine stille, wenig mitteilsame Stimmung, die zum allgemeinen Kältebild passt: Der Mensch zieht sich zurück, friert und sucht Wärme. Ein ausgearbeitetes seelisches Bild, wie es von den großen Polychresten überliefert ist, liegt für Menyanthes nicht vor; weitergehende Züge werden hier nicht ergänzt.

Ängste: Angst mit körperlicher Empfindung in der Herzgegend, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Eisige Kälte von Händen und Füßen, auch der einzelnen Finger; Kältegefühl entlang der Wirbelsäule
Vorherrschendes Frösteln und innerer Frost, oft ohne begleitendes Fieber
Kältegefühl im Bauch, wie von einem kalten Stein
Drückender Schmerz wie von einem Gewicht, innerlich und am Hinterkopf; in der Literatur mit Besserung durch festen Druck der Hand beschrieben
Durstlosigkeit trotz Frost
Kalte Füße bei gleichzeitigem Kopfschmerz
Verschlechterung
  • Abends
  • Liegen
  • Kauen
  • Kälte
Verbesserung
  • Fester Druck auf den schmerzenden Kopf
  • Wärme
  • In der Literatur darüber hinaus nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Fleisch
  • Verlangen nach Wärme; ausgeprägte Durstlosigkeit trotz Frost
Abneigung
  • Abneigung gegen Butter
  • Abneigung gegen fette, schwere Speisen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Frostzuständen mit Durstlosigkeit aufgeführtKlassisch zugeordnet zu drückenden Kopfschmerzen mit Besserung durch festen DruckBei ausgeprägter Kälte von Händen und Füßen genanntBei Wechselfieber in der älteren Literatur verzeichnet

Abgrenzung

Von Capsicum, das ebenfalls Frost mit Kältegefühl zeigt, unterscheidet Menyanthes das Fehlen der brennenden Empfindungen und des Durstes. Veratrum album teilt die eisige Kälte und den Kollapszustand, geht dort aber mit kaltem Schweiß auf der Stirn, Erbrechen und Durchfall einher. Gegenüber Pulsatilla, das ebenfalls durstlos ist und fette Speisen meidet, fehlt Menyanthes die wandelbare, weinerliche Gemütslage und die Besserung im Freien. Wegen der schmalen Prüfungsgrundlage sollte das Mittel nur bei deutlicher Übereinstimmung der Kälte- und Druckzeichen erwogen werden.

Verwandte Mittel

CapsicumVeratrum albumAcidum phosphoricumPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.