Melilotus, der Steinklee, ist in der Materia medica das Mittel des Blutandrangs zum Kopf. Die stärksten Rubriken beschreiben ein hochrotes, heißes Gesicht mit Wallungen, das mit Blässe abwechselt, dazu ein Wogen und Aufsteigen des Blutes im ganzen Kreislauf. Kennzeichnend ist die ausdrücklich verzeichnete Besserung des Kopfschmerzes durch Nasenbluten sowie die Kälte der Füße während der Kopfbeschwerden.
Konstitution
Gemütsbild
Gleichgültigkeit und TeilnahmslosigkeitBenommenheit und Schwindel bei Blutandrang zum KopfInnere Unruhe während der WallungenÄrgerliche Träume, besonders von Ungeziefer
Das Gemütsbild ist bei Melilotus weniger ausgearbeitet als die Kreislaufsymptome, zeigt aber einen klaren Zug. Die Repertorien führen Gleichgültigkeit im höheren Grad auf, dazu Benommenheit und Schwindel, die den Blutandrang zum Kopf begleiten. Während der Wallungen wird eine innere Unruhe beschrieben, die mit dem Bedürfnis einhergeht, sich aufzudecken und Kühlung zu suchen. Auffällig verzeichnet sind ärgerliche, plagende Träume, insbesondere von Ungeziefer. Ausgeprägte Ängste sind nicht überliefert; die geistige Beteiligung wird eher als Benommenheit und Abstumpfung im Gefolge der Blutfülle beschrieben denn als eigenständige seelische Thematik.
Ängste: Unruhe während der Blutwallungen, Ausgeprägte Ängste sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Leitsymptome
- Blutandrang und Wallungen zum Kopf
- Wetterwechsel und bevorstehendes Gewitter
- Bewegung und Bücken
- Wärme und Zudecken
- Unterdrückte oder ausbleibende Blutungen
- Eintretendes Nasenbluten
- Kalter Schweiß
- Aufdecken und Kühlung
- Einsetzen der Menstruation
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Kopfschmerzen durch Blutandrang aufgeführt, die sich durch Nasenbluten bessernBei rotem, heißem Gesicht mit Wallungen verzeichnetBei Blutungsneigung mit hellrotem Blut genanntBei Nasenbluten in den Repertorien aufgeführtBei blutigem Auswurf im Rahmen von Husten vermerktBei Folgen von Kopfverletzungen und Prellungen in der Literatur beschrieben
Abgrenzung
Belladonna teilt das rote, heiße Gesicht und den klopfenden Kopfschmerz, zeigt aber weite Pupillen, große Empfindlichkeit gegen Erschütterung und ein hitziges, fieberhaftes Bild ohne die charakteristische Besserung durch Nasenbluten. Glonoinum hat ebenfalls heftige Blutwallungen zum Kopf, die mit dem Pulsschlag zunehmen, dort besonders nach Sonneneinwirkung. Ferrum phosphoricum steht bei hellrotem Blut, ohne die ausgeprägte Wallungssymptomatik. Für Melilotus spricht die verzeichnete Erleichterung, sobald die Nase zu bluten beginnt.
Verwandte Mittel
BelladonnaGlonoinumFerrum phosphoricumAmylenum nitrosumSanguinaria canadensisMillefolium
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.