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Materia medica · Nr. 2174

Mandragora officinarum

Mand.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Mandragora officinarum, die Alraune, ist ein Nachtschattengewächs des Mittelmeerraums mit tropanalkaloidhaltiger Wurzel und einer langen Geschichte in Volksmedizin und Sagenwelt. Homöopathisch ist sie ein kleines Mittel; die überlieferten Angaben verbinden ein Zwölffingerdarm- und Magenbild mit einzelnen, für die Familie kennzeichnenden Gemütszügen. Beschrieben wird ein Zustand zwischen enthemmter Zugewandtheit und innerer Unentschiedenheit.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Die Rubriken verweisen auf Menschen mit empfindlicher Verdauung und Neigung zu Geschwürsbildung im oberen Verdauungstrakt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein Wechsel zwischen offener, fast distanzloser Zuwendung und Unentschlossenheit. Die Rubrik, dass die Person jeden küsst, gehört zu den wenigen ausdrücklich verzeichneten Gemütsangaben und weist auf eine Aufhebung der üblichen Zurückhaltung hin, wie sie für Nachtschattengewächse mehrfach beschrieben ist. Daneben steht eine Schwierigkeit, sich zu entscheiden.

Gemütsbild

Aufgehobene Distanz, überschwängliche ZuwendungUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitEnthemmung im Kontrast zu innerer UnsicherheitNachtschatten-Thema von Erregung und Grenzverlust

Die beiden Gemütsangaben, die zu Mandragora vorliegen, stehen in einem bemerkenswerten Gegensatz. Auf der einen Seite verzeichnet das Repertorium, dass die Person jeden küsst - eine Aufhebung der gewohnten Distanz, wie sie in der Familie der Nachtschattengewächse auch bei Hyoscyamus beschrieben wird und die auf einen Zustand von Erregung und Enthemmung deutet. Auf der anderen Seite steht Unentschlossenheit: die Unfähigkeit, sich festzulegen, ein Schwanken zwischen Möglichkeiten. Die klassische Literatur führt das Mittel darüber hinaus nicht als durchgezeichnetes Gemütsmittel; die Alraune ist historisch vor allem als Schlaf- und Betäubungsmittel bekannt, was den Zustand von Dämmrigkeit und gelöster Selbstkontrolle nachvollziehbar macht. Weitergehende Gemütsangaben sind in der homöopathischen Literatur nicht näher beschrieben.

Ängste: Keine ausdrücklich verzeichneten Ängste, Unsicherheit und Zögern statt umschriebener Furcht

Leitsymptome

Geschwüre im Zwölffingerdarm - die kennzeichnendste körperliche Angabe des Mittels
Beschwerden des Oberbauchs mit ausdrücklichem Bezug zum Zwölffingerdarm
Verstopfung
Allergische Reaktionsbereitschaft, klinisch zugeordnet
Knochenbrüchigkeit, in den klinischen Rubriken der Osteoporose zugeordnet
Verschlechterung
  • Nach dem Essen, entsprechend dem Magen- und Zwölffingerdarmbild
  • Weitere Verschlechterungsangaben sind nicht überliefert
Verbesserung
  • Ruhe
  • Nähere Besserungsangaben sind in der Literatur nicht beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine kennzeichnenden Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Beschwerden des Zwölffingerdarms mit GeschwürsbildungOberbauchbeschwerdenVerstopfungAllergische ZuständeZustände von Enthemmung mit UnentschlossenheitKnochenschwund, klassisch zugeordnet

Abgrenzung

Innerhalb der Nachtschattengewächse teilt Hyoscyamus niger den Zug der aufgehobenen Distanz und der Enthemmung, ist dort aber weit heftiger, eifersüchtiger und mit deutlicher Erregung gezeichnet. Belladonna zeigt die plötzliche, hitzige Erregung mit Kongestion zum Kopf, die bei Mandragora fehlt. Auf der körperlichen Seite ist bei Zwölffingerdarmgeschwüren Anacardium orientale das ungleich besser ausgearbeitete Mittel, mit Besserung durch Essen. Mandragora bleibt ein kleines Mittel, das über die Verbindung von Zwölffingerdarmbild und den beiden Gemütsangaben erwogen wird.

Verwandte Mittel

Hyoscyamus nigerBelladonnaStramoniumAnacardium orientale

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.