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Materia medica · Nr. 125

Mancinella

Manc.

In 1.468 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Mancinella wird aus dem Manzanillobaum bereitet, einem westindischen Wolfsmilchgewächs, dessen Milchsaft an der Haut Blasen zieht. Genau dieses Bild findet sich in der Materia medica wieder: bläschenförmige Ausschläge an Gesicht und Haut, Rötung und Abschuppung. Kennzeichnend ist die Verbindung dieser Hautbeschwerden mit einer eindringlichen Furcht, den Verstand zu verlieren; die Literatur beschreibt das Mittel besonders in Umbruchszeiten wie Pubertät und Wechseljahren.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; beschrieben werden Menschen in Lebensübergängen mit gleichzeitigen Haut- und Gemütsbeschwerden.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken heben die Furcht vor Geisteskrankheit und die Furcht vor Krebs im höchsten Grad hervor. Beschrieben wird ein Mensch, der sich selbst beobachtet und beim geringsten ungewohnten Empfinden befürchtet, den Verstand zu verlieren. Dazu tritt eine schwebende, unwirkliche Empfindung des eigenen Zustands.

Gemütsbild

Furcht, geisteskrank zu werden oder den Verstand zu verlierenFurcht vor KrebsGefühl von Schweben und Wogen, Entfremdung vom eigenen KörperBeschwerden in Lebensübergängen wie Pubertät und WechseljahrenVorausgehen der seelischen Symptome vor den Hautausschlägen

Das Gemütskapitel ist bei Mancinella deutlich ausgeprägt und in den Rubriken durch die Furcht vor Geisteskrankheit und die Furcht vor Krebs im höchsten Grad vertreten. Die klassische Literatur hebt eine Beobachtung besonders hervor: Die seelischen Symptome gehen den Hautbeschwerden voraus, und wenn der Ausschlag hervorbricht, tritt die Angst zurück. Beschrieben wird ein Mensch, der von der Vorstellung beherrscht wird, den Verstand zu verlieren, und der sich zugleich merkwürdig entrückt fühlt, als schwebe oder woge alles; die Rubriken nennen ausdrücklich schwebende und wogende Empfindungen. Genannt werden ferner Verwirrung und wechselnde Stimmungen in der Pubertät und in den Wechseljahren. Bei solchen Zuständen ist fachliche Begleitung angezeigt.

Ängste: Furcht vor Geisteskrankheit, Furcht vor Krebs, Angst beim Einschlafen

Leitsymptome

Bläschenförmige Ausschläge an Gesicht und Haut, gerötet, teils hirsekorngroß; ausgeprägte Blasenbildung
Abschuppung der Haut, besonders an den Füßen, mit harter Schuppung
Jucken der Augen und der inneren Augenwinkel, Schwere der Augenbrauen; Verschlimmerung beim Augenschließen
Schneidender Schmerz im Kehlkopf; brennende Halsentzündung mit entzündeten Mandeln
Verschlimmerung durch Kerzenlicht und helles Licht bei Kopfbeschwerden
Rasselnde und pfeifende Atmung, verschlimmert beim Lachen und beim Einschlafen
Verschlechterung
  • Beim Einschlafen
  • Durch Lachen
  • Durch Kerzenlicht und helles Licht
  • Beim Augenschließen
  • Am Nachmittag
  • Beim Bücken, bezogen auf das Aufstoßen
Verbesserung
  • Wenn der Hautausschlag hervorbricht, mit Nachlassen der seelischen Beschwerden
  • In gedämpftem Licht
  • In den vorliegenden Rubriken darüber hinaus nicht ausgewiesen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach salzigen Speisen
  • Verlangen nach ungewöhnlichen Dingen
Abneigung
  • Abneigung gegen Wein

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei bläschenförmigen Hautausschlägen an Gesicht und Körper aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Zuständen mit der Furcht, den Verstand zu verlierenBei Beschwerden in Pubertät und Wechseljahren in der Literatur genanntBei brennender Halsentzündung mit geschwollenen Mandeln verzeichnetBei Jucken der Augen und Lidbeschwerden aufgeführtBei Abschuppung der Haut, besonders an den Füßen, verzeichnet

Abgrenzung

Von Anacardium, das ebenfalls zu den Anacardiaceae-nahen Mitteln mit Blasenausschlägen und der Furcht vor dem Verstandesverlust gerechnet wird, unterscheidet Mancinella die deutlichere Bindung an Lebensübergänge und das Zurücktreten der Angst beim Hervorbrechen des Ausschlags; Anacardium zeigt den inneren Zwiespalt zweier Stimmen und Besserung durch Essen. Rhus toxicodendron teilt die Bläschenbildung, ist aber durch Ruhelosigkeit und Besserung durch Bewegung gekennzeichnet. Cannabis indica wird bei ähnlichen Entfremdungsgefühlen genannt. Für Mancinella spricht die Abfolge von Angst und Hautausschlag.

Verwandte Mittel

Anacardium orientaleRhus toxicodendronCantharisCroton tigliumCannabis indicaLachesis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.