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Materia medica · Nr. 204

Magnesium muriaticum

Mag-m.

In 7.502 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Magnesium muriaticum ist das homöopathisch aufbereitete Magnesiumchlorid und verbindet in der klassischen Materia medica einen ausgeprägten Leberbezug mit einer besonderen Form der Verstopfung. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Lebererkrankungen, Verhärtung und Vergrößerung der Leber sowie bei hartem, krümeligem Stuhl wie Schafkot. Kennzeichnend ist außerdem die Unverträglichkeit von Milch.

Konstitution

KörperbauKein einheitlicher Habitus; die Literatur beschreibt vor allem empfindliche Kinder und Erwachsene mit schwacher Verdauung und Neigung zu Leberbeschwerden. Die Rubrik Verhärtungen steht im höchsten Grad.
Thermalitätfrostig
TemperamentNervös und angespannt. Die Rubriken Hysterie und Ruhelosigkeit im Bett stehen im höchsten Grad. Beschrieben wird eine Verfassung, die nach außen zurückhaltend bleibt und die Anspannung nach innen richtet, mit unruhigem, wenig erholsamem Schlaf.

Gemütsbild

innere Anspannung mit nächtlicher RuhelosigkeitEmpfindlichkeit gegen Lärm und StreitZurückhaltung und Vermeidung offener Auseinandersetzungunruhiger, nicht erholsamer Schlaf

Die Repertorien führen für Magnesium muriaticum Hysterie sowie eine ausgeprägte Ruhelosigkeit im Bett im höchsten Grad; charakteristisch ist die Rubrik, dass sich die Unruhe beim Schließen der Augen verstärkt. Der Schlaf ist unerquicklich, das Einschlafen vor Mitternacht gestört – beide Rubriken hochgradig. Die klassische Materia medica beschreibt Menschen, die Lärm und Streit schlecht ertragen und Konflikte eher meiden als austragen; die neuere Literatur verbindet das Mittel mit dem Bedürfnis, den Frieden in der Umgebung um jeden Preis zu wahren. Diese Deutung ist verbreitet, aber nicht durch Repertoriumsrubriken belegt. Die Rubrik Sprechen verschlechtert weist auf die rasche Erschöpfung im Austausch hin.

Ängste: nächtliche Unruhe mit ängstlicher Anspannung, Beklemmung, die sich beim Schließen der Augen verstärkt, Sorge um die Harmonie in der Umgebung, wie sie die neuere Literatur beschreibt

Leitsymptome

Harter, krümeliger Stuhl wie Schafkot, der beim Abgang zerbröckelt – ein Kennzeichen des Mittels (Rubriken Grad 3)
Verstopfung mit vergeblichem Stuhldrang und schwergehendem Stuhl
Deutlicher Leberbezug: Vergrößerung, Verhärtung und Schmerzen in der Lebergegend (Rubriken Grad 3)
Milchunverträglichkeit: Verdauungsstörung nach Milch, Durchfall durch Milch, besonders bei Kindern (Rubriken Grad 3)
Schwäche der Blase: muss lange pressen, unvollständige Entleerung, Gefühllosigkeit beim Wasserlassen
Kopfschmerz im Schläfenbereich, durch Druck von außen gebessert (Rubriken Grad 3)
Verschlechterung
  • nachts
  • Milch und Milchprodukte
  • Sprechen
  • im Bett (Fieber im Bett schlechter)
  • Ruhe und Liegen mit geschlossenen Augen
Verbesserung
  • fester Druck, besonders auf den Kopf
  • frische Luft
  • Bewegung und Umhergehen
  • Herunterhängenlassen der Glieder

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Die Materia medica nennt ein Verlangen nach Gemüse und nach Süßigkeiten
  • kalte Getränke werden ebenfalls beschrieben
Abneigung
  • Milch, die schlecht vertragen wird und Durchfall auslösen kann (Rubriken Grad 3)
  • fette und schwere Speisen bei bestehender Leberbelastung

In Repertorien häufig zugeordnet

Verstopfung mit krümeligem, schafkotartigem StuhlLeberbeschwerden mit Druck und Schmerz im rechten OberbauchMilchunverträglichkeit bei Kindern und ErwachsenenBlasenschwäche mit erschwerter EntleerungKopfschmerzen mit Besserung durch festen DruckSchlafstörungen mit nächtlicher Ruhelosigkeit

Abgrenzung

Magnesium carbonicum teilt den Magnesium-Bezug, hat aber die durchgängig sauren Absonderungen und die grünen Kinderdurchfälle im Vordergrund. Natrium muriaticum zeigt ebenfalls harten, krümeligen Stuhl und verschlossenes Wesen, jedoch mit Salzverlangen und Verschlimmerung durch Trost. Nux vomica hat vergeblichen Stuhldrang mit Reizbarkeit und Überempfindlichkeit, während Magnesium muriaticum die stille Anspannung und den Leberbezug kennzeichnet.

Verwandte Mittel

Magnesium carbonicumNatrium muriaticumNux vomicaAmmonium muriaticumSepiaPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.