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Materia medica · Nr. 200

Lupulus humulus

Lup.

In 10 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lupulus humulus, der Echte Hopfen, ist ein kleines Pflanzenmittel aus der Familie der Hanfgewächse. Die Literatur beschreibt vor allem einen betäubenden, dämpfenden Zug: Schläfrigkeit am Tage, Benommenheit wie leicht berauscht, dabei aber unruhiger Schlaf mit Auffahren. Daneben stehen Reizzustände der Harnwege mit erschwertem, schmerzhaftem Wasserlassen und eine schwache, empfindliche Verdauung.

Konstitution

KörperbauKein eigener Körpertyp beschrieben. Die Quellen führen das Mittel vorwiegend bei erschöpften, nervös überreizten Menschen, häufig nach längerem Alkoholgebrauch, sowie bei jungen Männern mit gesteigerter geschlechtlicher Erregbarkeit.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird eine eigentümliche Mischung aus Dumpfheit und Reizbarkeit: tagsüber schwerfällig, schläfrig, wie unter einem Schleier, mit Schwindel und Benommenheit - nachts dagegen unruhig, mit Auffahren aus dem Schlaf. Die ältere Literatur nennt milde Verwirrtheitszustände, wie sie bei Entzug oder chronischem Alkoholgebrauch auftreten. Ein durchgezeichnetes Konstitutionsbild im Sinne der großen Mittel liegt nicht vor.

Gemütsbild

Schläfrigkeit und Benommenheit am TageAuffahren aus dem Schlaf, unruhige NächteNervöse Übererregbarkeit unter dumpfer OberflächeZustände nach längerem Alkoholgebrauch

Das Gemütsbild von Lupulus ist von einem Nebeneinander aus Dämpfung und Reizung geprägt. Betroffene wirken tagsüber schwer, schläfrig und wie geistesabwesend, klagen über Schwindel und einen benommenen Kopf. Sobald sie einschlafen wollen, kehrt sich das Bild um: Der Schlaf ist flach, es kommt zum Auffahren, die Nacht bringt keine Erholung. Die Rubrik, die das Repertorium für dieses Mittel im Gemütskapitel führt, betrifft genau dieses Auffahren aus dem Schlaf. Die klassische Materia medica ergänzt milde Verwirrtheit und Wahrnehmungsstörungen bei Menschen, deren Nervensystem durch Alkohol oder Erschöpfung geschwächt ist. Charakteristisch bleibt: Die äußere Ruhe täuscht, darunter liegt eine unruhige, leicht erregbare Verfassung.

Ängste: Unruhe und Beklommenheit in der Nacht, Vage Ängstlichkeit bei nervöser Erschöpfung

Leitsymptome

Erschwertes, schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie), Harndrang mit tröpfelndem Abgang
Reizzustände der Harnröhre, in der älteren Literatur der Gonorrhoe zugeordnet
Auffahren beim Einschlafen und aus dem Schlaf, unerquicklicher Schlaf
Schwindel und Benommenheit, Gefühl wie leicht berauscht
Schwache Verdauung mit Völle, Aufstoßen und Magendrücken (Dyspepsie)
Gesteigerte geschlechtliche Erregbarkeit mit schmerzhaften nächtlichen Erektionen
Verschlechterung
  • Nachts und beim Einschlafversuch
  • Nach Alkohol
  • Durch geistige Anstrengung und Aufregung
Verbesserung
  • Ruhe und Wärme
  • Frische Luft
  • Nach ausreichendem Schlaf

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine ausgeprägten Speiseverlangen überliefert
  • Die Quellen nennen eher Appetitlosigkeit
Abneigung
  • Abneigung gegen Speisen bei gereiztem Magen
  • Unverträglichkeit von Alkohol

In Repertorien häufig zugeordnet

Ein- und Durchschlafstörungen mit AuffahrenSchläfrigkeit und Benommenheit am TageErschwertes, schmerzhaftes WasserlassenNervöse VerdauungsschwächeNervöse Erschöpfung nach AlkoholgebrauchGesteigerte geschlechtliche Erregbarkeit

Abgrenzung

Cannabis indica, ein naher Verwandter aus derselben Pflanzenfamilie, teilt die Benommenheit und die Harnwegsreizung, geht aber mit weit stärkeren Wahrnehmungsstörungen, Zeitdehnung und überschäumender Phantasie einher; Lupulus bleibt dumpfer und stiller. Nux vomica ist bei Folgen von Alkohol und Überarbeitung das ungleich häufiger geführte Mittel, mit ausgeprägter Reizbarkeit, Frostigkeit und Verschlimmerung am frühen Morgen. Urtica urens steht Lupulus bei Harnbeschwerden nahe, ist aber durch das Hautbild mit Nesselausschlag gekennzeichnet. Die Datenbasis nennt als Antidot Coffea und Essig.

Verwandte Mittel

Cannabis indicaNux vomicaUrtica urensCoffea crudaPassiflora incarnata

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.