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Materia medica · Nr. 2096

Lonicera xylosteum

Lon-x.

In 3 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lonicera xylosteum, die Rote Heckenkirsche, ist ein heimisches Geißblattgewächs, dessen leuchtend rote Beeren giftig sind und bei Kindern nach dem Verzehr Benommenheit bis zu tiefer Bewusstseinstrübung hervorrufen können. In der Homöopathie ist sie ein kleines, kaum geprüftes Mittel; die drei vorliegenden Rubriken bilden allein diese Richtung ab und nennen Gemüt, Koma und den Zustand des Coma vigil. Ein ausgearbeitetes Arzneimittelbild besteht nicht.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin Konstitutionsbild ist für Lonicera xylosteum nicht überliefert. Was die Rubriken zeigen, ist ein akuter Zustand tiefer Bewusstseinstrübung, kein Wesenszug. Das Mittel ist über Vergiftungsbeobachtungen in die Sammlungen gelangt und nicht über eine Prüfung, aus der sich ein Temperamentsbild ergeben hätte.

Gemütsbild

Koma, tiefe BewusstseinstrübungComa vigil — Benommenheit bei offenen AugenFehlende Ansprechbarkeit im akuten Zustand

Das Gemütskapitel ist der einzige Bereich, in dem Lonicera xylosteum in der Datenbasis geführt wird, und die Angaben beschreiben keinen Charakterzug, sondern einen Zustand: Bewusstlosigkeit und das eigentümliche Bild des Coma vigil, bei dem der Kranke mit offenen Augen daliegt, ohne wirklich wahrzunehmen oder zu antworten. Solche Bilder werden in der älteren Literatur bei schweren fieberhaften Erkrankungen und bei Vergiftungen beschrieben. Für Lonicera xylosteum selbst liegen darüber hinaus keine ausgearbeiteten Gemütsangaben vor. Zustände dieser Art sind stets ein Notfall und gehören unverzüglich in ärztliche Behandlung.

Ängste: keine charakteristischen Ängste überliefert, im beschriebenen Zustand ist keine Angstäußerung möglich

Leitsymptome

Koma, tiefe Bewusstlosigkeit — die kennzeichnende Zuordnung des Mittels
Coma vigil, Liegen mit offenen Augen ohne Ansprechbarkeit, in den Rubriken eigens geführt
Beschwerden des Gemüts- und Nervenbereichs als übergeordnete Zuordnung
Erbrechen, Durchfall und Betäubung nach Verzehr der Beeren, wie sie die toxikologische Literatur beschreibt, ohne Rubrikbeleg in der vorliegenden Datenbasis
Verschlechterung
  • keine gesicherten Verschlechterungsmodalitäten überliefert
  • in der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • keine gesicherten Besserungsmodalitäten überliefert
  • in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • keine charakteristischen Verlangen überliefert
Abneigung
  • keine charakteristischen Abneigungen überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände tiefer Bewusstseinstrübung, in Repertorien Lonicera xylosteum zugeordnetComa vigilBenommenheit im Rahmen schwerer Erkrankungen

Abgrenzung

Lonicera xylosteum ist ein Randmittel mit sehr schmaler Symptombasis. Opium trägt das ausgearbeitete Bild tiefer Betäubung mit rotem, heißem Gesicht und schnarchender Atmung, Helleborus niger das der stumpfen Teilnahmslosigkeit mit langsamem Antworten, Belladonna das der hitzigen Benommenheit mit weiten Pupillen. Innerhalb der Gattung ist Lonicera periclymenum, das Waldgeißblatt, der nächstverwandte Eintrag und ebenfalls nur schmal beschrieben. Bewusstseinsstörungen sind ein Notfall und erfordern sofortige ärztliche Hilfe.

Verwandte Mittel

Lonicera periclymenumOpiumHelleborus nigerBelladonnaHyoscyamus niger

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.