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Materia medica · Nr. 2091

Loleum temulentum

Lol.

In 129 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Loleum temulentum, der Taumel-Lolch, ist ein Süßgras, dessen Körner durch einen Pilzbefall berauschende Eigenschaften erhalten - daher der Name. Sein Arzneimittelbild ist genau das, was der Name ankündigt: Zittern, Schwanken und ein unsicherer, taumelnder Gang. Die Repertorien führen das Zittern äußerer Körperteile im höchsten Grad und verzeichnen das Mittel bei Zuständen mit Schüttellähmung sowie bei wildem, tobendem Fieberwahn.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird nicht beschrieben. Auffällig ist ein Ausschlag an der Stirn mit Schwellung ebendort; im Übrigen bestimmt der Bewegungszustand das Bild, nicht die Gestalt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken zeichnen ein Bild heftiger Erregung: Fieberwahn mit Toben und Rasen, Wut bis zur Raserei, dazu körperliche Ruhelosigkeit. Beschrieben wird ein Zustand, in dem die Selbstbeherrschung verloren geht und Bewegungen wie Gedanken außer Kontrolle geraten.

Gemütsbild

Fieberwahn mit Toben und RasenWut bis zur RasereiKörperliche RuhelosigkeitVerlust der SelbstbeherrschungBenommenheit und Taumeligkeit wie im Rausch

Das Gemütsbild von Loleum temulentum ist akut und heftig. Im dritten Grad verzeichnen die Repertorien einen Fieberwahn mit Toben, Rasen und wilder Erregung; im zweiten Grad Wut und Raserei sowie Zustände von Tobsucht. Dazu tritt körperliche Ruhelosigkeit, die in den allgemeinen Empfindungen ausdrücklich geführt ist. Das Bild entspricht der Wirkung der befallenen Körner, die einen rauschartigen Zustand mit Benommenheit, Taumeln und Erregung hervorrufen. Ein chronisches Charakterbild im Sinne eines Konstitutionsmittels liegt nicht vor; Loleum temulentum wird über den Zustand bestimmt, in dem sich ein Mensch gerade befindet.

Ängste: Bedrängnis im Zustand des Fieberwahns, Unsicherheit beim Gehen aus Furcht zu stürzen

Leitsymptome

Zittern und Schütteln äußerer Körperteile - im höchsten Grad der vorliegenden Rubriken verzeichnet
Zittern der Hände mit Ungeschicklichkeit der Arme, im dritten Grad geführt
Unsicherer, schwankender Gang; Taumeln und Wanken des ganzen Körpers
Lähmiges Gefühl und Schwäche in den Gliedern; besonders lähmender Schmerz und Schwäche im Kniegelenk, dazu Zittern der Knie
Schwindel mit Taumeln, deutlich verschlimmert durch jede Bewegung
Schmerzen, die allmählich zunehmen, einen Höhepunkt erreichen und langsam wieder abklingen - eine kennzeichnende Verlaufsform
Krämpfe und Zuckungen; gestörte Abstimmung der Bewegungen
Ausschlag an der Stirn mit Schwellung ebendort; verstopftes Gefühl in den Ohren
Widerlicher, abstoßender Geschmack; Völlegefühl im Inneren; verspätete Regelblutung
Verschlechterung
  • Bewegung jeder Art, besonders für den Schwindel
  • Aufstehen und Gehen
  • Während des Kopfschmerzes, wobei die Beine schwer werden
  • Nachts, für die Magenbeschwerden
Verbesserung
  • Nach dem Essen, ausdrücklich für Magen und Oberbauch
  • Ruhiges Liegen
  • Baden der Fingerspitzen, eine eigentümliche Angabe der Rubriken
  • Stützen beim Gehen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Kaffee, in den Rubriken ausdrücklich als Abneigung verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Zittern und Schütteln äußerer Körperteile im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Zuständen mit Schüttellähmung; in den klinischen Rubriken entsprechend geführtBei unsicherem, schwankendem Gang verzeichnetBei Schwindel mit Taumeln und Verschlimmerung durch Bewegung genanntBei lähmender Schwäche im Kniegelenk aufgeführtBei Fieberwahn mit Toben und Rasen beschriebenBei Schmerzen, die langsam zu- und wieder abnehmen, verzeichnet

Abgrenzung

Agaricus muscarius teilt das Zittern und die zuckenden Bewegungen, zeigt aber die kennzeichnenden Empfindungen wie von Eisnadeln in der Haut und die Verschlimmerung durch Kälte. Gelsemium sempervirens steht bei Zittern aus Erwartungsspannung mit Schwere der Lider und Benommenheit. Zincum metallicum zeigt die unaufhörliche Bewegung der Füße und Besserung durch das Eintreten von Absonderungen. Mercurius solubilis ist bei Zittern mit Speichelfluss und Nachtschweiß zu bedenken. Für Loleum temulentum sprechen die Verbindung von Zittern, taumelndem Gang und dem allmählichen Zu- und Abnehmen der Schmerzen.

Verwandte Mittel

Agaricus muscariusGelsemium sempervirensZincum metallicumMercurius solubilisCausticumSecale cornutum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.