HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 316

Leptandra virginica

Lept.

In 445 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Leptandra virginica, die Virginische Ehrenpreiswurzel, ist in der Materia medica ein ausgeprägtes Lebermittel. Die stärksten Rubriken beschreiben eine örtlich begrenzte Hitze in der Lebergegend, brennende und schneidende Schmerzen im rechten Oberbauch sowie schwarzen, teerartigen Stuhl. Kennzeichnend ist die Verbindung dieser Leberzeichen mit gelblicher Verfärbung der Haut und einer schweren, gedrückten Stimmung.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; beschrieben werden Menschen mit gelblichem Hautton und träger Verdauung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird eine schwere, niedergedrückte Verfassung mit Mutlosigkeit. In den Repertorien sind Traurigkeit und Schwermut im höheren Grad ausgewiesen, dazu Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Diese Stimmungslage steht in enger Verbindung mit den Leberbeschwerden, wie sie in der Materia medica traditionell beschrieben wird.

Gemütsbild

Traurigkeit und SchwermutMutlosigkeit und HoffnungslosigkeitSchwere, gedrückte Stimmung bei LeberbeschwerdenVerzweiflung über den eigenen Zustand

Das Gemütsbild ist bei Leptandra deutlicher ausgeprägt als bei vielen anderen Verdauungsmitteln. Die Repertorien führen Traurigkeit und seelische Niedergedrücktheit im höheren Grad auf, dazu Verzweiflung, Mutlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Die klassische Literatur stellt diese Verfassung ausdrücklich in Zusammenhang mit der Leberbeteiligung: Solange die Leberbeschwerden bestehen, ist auch die Stimmung schwer und dunkel. Es handelt sich nicht um eine Traurigkeit nach Kummer, sondern um eine körperlich getragene Niedergeschlagenheit ohne erkennbaren äußeren Anlass. Ausgeprägte Ängste sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen.

Ängste: Mutlosigkeit und Hoffnungslosigkeit bezüglich des eigenen Zustands, Ausgeprägte Einzelängste sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Leitsymptome

Örtlich begrenzte Hitze in der Lebergegend, in den Repertorien im höchsten Grad aufgeführt
Brennende, stechende und wunde Schmerzen im rechten Oberbauch mit Schwellungsgefühl; schneidender Schmerz in der Gallenblasengegend
Schwarzer, teerartiger, pechähnlicher Stuhl; auch braun, schaumig, reichlich und unwillkürlich
Gelbliche Verfärbung der Haut
Übelkeit mit Erbrechen von pechartiger Masse; schwarz belegte, blutende Zunge
Eingeklemmte Blähungen mit Koliken; kleiner, schwacher Puls; zu früh einsetzende Menstruation
Verschlechterung
  • Druck und Berührung der Lebergegend
  • Bewegung
  • Nach dem Essen
  • Warmes, feuchtes Wetter
Verbesserung
  • Aufrechtes Sitzen
  • Ruhe
  • Frische Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Beschwerden der Leber- und Gallenblasengegend mit brennendem Schmerz aufgeführtBei schwarzem, teerartigem Stuhl verzeichnetBei gelblicher Verfärbung der Haut genanntBei örtlicher Hitze im rechten Oberbauch in den Repertorien vermerktBei Niedergeschlagenheit im Zusammenhang mit Leberbeschwerden aufgeführtBei eingeklemmten Blähungen mit Koliken verzeichnet

Abgrenzung

Podophyllum peltatum steht ebenfalls bei Leber- und Darmbeschwerden, zeigt aber reichliche, schwallartige Morgendurchfälle und die Besserung durch Reiben der Lebergegend. Chelidonium majus hat den kennzeichnenden Schmerz unter dem rechten Schulterblatt und Besserung durch warme Getränke. Bryonia alba wird bei Leberschmerz genannt, der sich durch die geringste Bewegung deutlich verschlimmert und durch festen Druck bessert. Für Leptandra sprechen die örtliche Hitze in der Lebergegend und der schwarze, teerartige Stuhl. Baptisia, Carduus marianus, Chionanthus und Iris werden in der Literatur als verwandt geführt.

Verwandte Mittel

Podophyllum peltatumChelidonium majusBryonia albaCarduus marianusChionanthus virginicaIris versicolor

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.