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Materia medica · Nr. 247

Lecithinum

Lec.

In 354 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lecithinum wird aus dem Lecithin gewonnen, einem Bestandteil des Nervengewebes und des Eidotters; homöopathisch gehört es zu den Sarkoden. Das Bild ist geprägt von nervöser Erschöpfung: Geistige Anstrengung verschlimmert deutlich, Denken und Arbeiten werden zur Last, und die Kräfte reichen nicht bis zum Ende des Tages. Dazu gehören Schwere und Schwäche der Beine, Zittern und ein Gefühl von Zerschlagenheit.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden geschwächte, blasse Menschen in Erschöpfungs- und Erholungszuständen, etwa nach längerer Krankheit, nach Säfteverlusten oder bei anhaltender geistiger Überlastung.
Thermalitätfrostig
TemperamentGezeichnet wird eine reizbar-erschöpfte Verfassung: leicht erregbar, besonders in Gesellschaft, dabei kraftlos und niedergedrückt. Der Kranke scheut geistige Arbeit, ist unkonzentriert und fühlt sich wie in einem Traum.

Gemütsbild

Geistige Anstrengung verschlimmert deutlichAbneigung gegen Denken und gegen geistige ArbeitErschwerte KonzentrationErschöpfung des Geistes bis zur KraftlosigkeitBenommenheit mit dem Gefühl, wie im Traum zu seinSchwermut und gedrückte Stimmung

Das Gemütsbild ist das der Neurasthenie im Sinne der älteren Literatur. Die Repertorien führen in hohem Grad die Verschlimmerung durch geistige Anstrengung, die Abneigung gegen Denken und gegen geistige Arbeit sowie die erschwerte Konzentration und die Erschöpfung des Geistes. Hinzu treten Verwirrung, ein benommener Kopf und das Gefühl, wie in einem Traum zu leben. Die Stimmung ist gedrückt bis schwermütig. Daneben verzeichnen die Rubriken Erregbarkeit, die in Gesellschaft zunimmt, sowie Furcht. Das Bild ist damit das eines Menschen, dessen Reizbarkeit bei zugleich versiegender Kraft besteht: Er kann sich nicht sammeln, ermüdet bei jeder geistigen Beanspruchung und zieht sich zurück.

Ängste: Furcht, in den Rubriken ohne näheren Gegenstand aufgeführt, Beklemmung und Unruhe bei nervöser Erschöpfung

Leitsymptome

Nervöse Schwäche und Kraftlosigkeit, in den Rubriken in hohem Grad verzeichnet; Ermattung besonders nach geistiger Anstrengung
Zittern innerlich wie äußerlich, auch während der Menstruation
Schwere der Glieder, vor allem der Beine und Knie beim Gehen; Schwächegefühl in den Knien
Wund-zerschlagene Schmerzen im Körper; Druckempfindlichkeit und Schmerz in der Lebergegend
Herzklopfen am Abend
Klumpen- oder Pfropfgefühl im Hals mit aufsteigender Empfindung; Spannung der Gesichtshaut, als sei Eiweiß darauf eingetrocknet
Ausbleibende Erektion und Erschlaffung des Hodensacks
Verschlechterung
  • Geistige Anstrengung
  • Gehen und körperliche Belastung
  • Abends, hinsichtlich Herzklopfen
  • In Gesellschaft, hinsichtlich der Erregbarkeit
  • Während der Menstruation
Verbesserung
  • Ruhe und Schlaf
  • Vermeiden geistiger Beanspruchung
  • Kräftigende Ernährung und Erholung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Alkoholische Getränke, ausdrücklich Wein
  • Gesteigerter Hunger, auch während des Frostes
Abneigung
  • Milch
  • Zeitweise völlige Appetitlosigkeit

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei nervöser Erschöpfung mit Verschlimmerung durch geistige Anstrengung in hohem Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Erholungszuständen nach längerer Krankheit und nach SäfteverlustenBei Konzentrationsschwäche und Abneigung gegen geistige Arbeit verzeichnetBei Schwere und Schwäche der Beine beim Gehen genanntBei Zittern innerlich und äußerlich beschriebenBei ausbleibender Erektion im Zusammenhang mit Erschöpfung aufgeführt

Abgrenzung

Phosphoricum acidum teilt die Erschöpfung nach Säfteverlust und die geistige Gleichgültigkeit, zeigt jedoch stärker die Folge von Kummer und den reichlichen hellen Harn. Kalium phosphoricum steht der nervösen Erschöpfung nach geistiger Überlastung besonders nahe, mit ausgeprägter Reizbarkeit und Überempfindlichkeit gegen Geräusche. China officinalis zeigt die Schwäche nach Flüssigkeitsverlust mit Blähungen und Überempfindlichkeit. Phosphorus, in der Datenbank als verwandtes Mittel geführt, teilt die rasche Erschöpfbarkeit bei zugleich lebhafter Reizbarkeit.

Verwandte Mittel

PhosphorusPhosphoricum acidumKalium phosphoricumChina officinalisZincum metallicumSelenium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.