Laurocerasus wird aus den frischen Blättern des Kirschlorbeers (Prunus laurocerasus) bereitet, die blausäurehaltige Verbindungen enthalten. In der klassischen Materia medica gilt es als Mittel für Zustände größter Reaktionslosigkeit: Der Körper reagiert kaum noch, das Gesicht wird blau, der Puls klein und kaum fühlbar. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei Cyanose, Reaktionsmangel, Kollaps und Krämpfen der Speiseröhre.
Konstitution
Gemütsbild
Reaktionslosigkeit und Erlöschen der Antwort auf Reizegeistige Trägheit und SchwerfälligkeitAbwesenheit wie in einem TrancezustandAngst, die abends zunimmt
Das Gemütsbild von Laurocerasus ist von Erlöschen geprägt: Die Materia medica beschreibt Menschen, die auf Ansprache und Behandlung kaum noch reagieren, geistig verlangsamt und schwerfällig wirken und zeitweise wie abwesend erscheinen. Die Repertorien führen Bewusstlosigkeit wie in einem Trancezustand und ausgeprägte Trägheit. Wo noch Empfindung vorhanden ist, tritt abends Angst hervor; Träume vom Feuer sind mit höchstem Grad vermerkt. Klagen bleiben aus, obwohl der Zustand ernst ist – diese auffällige Ruhe bei schwerer Erkrankung ist ein wiederkehrendes Motiv der Literatur.
Ängste: abendliche Angst, die zunimmt, wenn es still wird, Beklemmung in der Herzgegend mit Erstickungsgefühl, ängstliche Träume, besonders von Feuer
Leitsymptome
- körperliche Anstrengung
- Sitzen und Aufrichten (bei Atemnot)
- abends
- Bewegung, besonders bei Brustschmerzen
- Erwachen vor dem Essen
- Liegen (Atemnot und Herzklopfen lassen nach)
- frische, kühle Luft
- Ruhe
- kalte Getränke, wie die Literatur bei einzelnen Beschwerden nennt
Verlangen und Abneigungen
- In der klassischen Literatur wird Verlangen nach kalten Getränken beschrieben, die jedoch nicht immer vertragen werden
- über weitere Nahrungsverlangen liegen in den vorliegenden Rubriken keine hochgradigen Angaben vor
- Ausgeprägte Speiseabneigungen sind in der Literatur nicht näher beschrieben
- beschrieben wird ausgeprägte Mundtrockenheit, die das Essen erschwert
In Repertorien häufig zugeordnet
Kollapszustände mit Blaufärbung und schwachem PulsAtemnot bei Herzerkrankungen, in der Literatur klassisch zugeordnetZustände, in denen sonst passende Mittel ohne Reaktion bleibenKrämpfe der Speiseröhre und SchluckstörungenHusten mit blutigem Auswurf bei HerzbeteiligungAtemstörungen bei Neugeborenen, wie sie die ältere Literatur beschreibt
Abgrenzung
Carbo vegetabilis teilt Kälte, Blaufärbung und Kollaps, verlangt dabei jedoch ausdrücklich nach frischer Luft und Fächeln, während Laurocerasus vor allem durch das Ausbleiben jeder Reaktion auffällt. Antimonium tartaricum zeigt ebenfalls rasselnde Atmung und Blaufärbung, hier steht jedoch der Schleim im Vordergrund, den der Kranke nicht mehr abhusten kann. Digitalis ähnelt in den Herzsymptomen mit langsamem Puls, ohne den für Laurocerasus kennzeichnenden Speiseröhrenkrampf und die Reaktionslosigkeit.
Verwandte Mittel
Ammonium carbonicumGelsemiumAcidum hydrocyanicumCarbo vegetabilisAntimonium tartaricumCamphora
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.