HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 2014

Lathyrus sativus

Lath.

In 80 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lathyrus sativus, die Saat-Platterbse, ist ein Hülsenfrüchtler, dessen anhaltender Verzehr in Hungerzeiten zum Lathyrismus führt — einer spastischen Lähmung der Beine bei erhaltener Empfindung. Genau dieses Bild prägt das Mittel in den Repertorien: schmerzlose Lähmung und Steifigkeit der unteren Gliedmaßen, gesteigerte Reflexe, spastischer Gang, während Kopf, Bewusstsein und Gefühlssinn frei bleiben. Es ist damit eines der am schärfsten umrissenen Rückenmarksmittel der Materia medica.

Konstitution

KörperbauDie Rubriken nennen Abmagerung an Hüfte und Gesäßmuskulatur — Ausdruck des Muskelschwundes bei lange bestehender Lähmung. Ein eigenes Konstitutionsbild ist nicht überliefert; das Mittel wird nach dem neurologischen Beschwerdebild gewählt.
Thermalitätfrostig
TemperamentIn der Literatur nicht näher beschrieben. Die Gemütsrubriken beschränken sich auf einen einzigen Eintrag; der Verstand bleibt beim Lathyrismus klassisch unberührt.

Gemütsbild

Wahnidee, in einer Falle zu sitzenEmpfinden von Gefangensein im eigenen, unbeweglich gewordenen KörperKlarer Verstand bei versagendem Körper

Die einzige Gemütsrubrik nennt die Wahnidee, in einer Falle zu sitzen — ein Eintrag mit niedrigem Grad, der aber gut zu dem körperlichen Bild passt: Der Betroffene bleibt geistig wach und klar, während die Beine den Dienst versagen und sich beim Sitzen nicht mehr strecken lassen. Über weitergehende seelische Züge liegt nichts Belastbares vor. Die klassische Beschreibung des Lathyrismus betont ausdrücklich, dass Bewusstsein, Empfindung und Blasenkontrolle lange erhalten bleiben, während die Bewegung verloren geht. Das Mittel wird daher nach dem Bewegungsbefund gewählt, nicht nach der Gemütslage.

Ängste: Gefühl, in einer Falle gefangen zu sein, Weitergehende Ängste sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Schmerzlose Lähmung der unteren Gliedmaßen, in den Rubriken eigens als schmerzlos verzeichnet
Steifigkeit der Beine, durch kaltes und feuchtes Wetter verschlechtert
Spastischer Gang; die Beine lassen sich im Sitzen nicht strecken, das Übereinanderschlagen der Beine ist unmöglich
Gesteigerte Reflexe, Zittern der Beine, Unsicherheit der Bewegungsabläufe
Entzündliche Erkrankung des Rückenmarks in der Lendenregion, in den Rubriken mit hohem Grad geführt
Abmagerung der Gesäß- und Hüftmuskulatur
Verschlechterung
  • Kaltes, feuchtes Wetter
  • Kälte allgemein
  • Sitzen — die Beine lassen sich dann nicht mehr strecken
  • Versuch zu gehen, wobei die Beine sich kreuzen
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken kein Verlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Abneigung verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Spastische Lähmung der Beine, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtNachwirkungen entzündlicher RückenmarkserkrankungenSteifigkeit und Zittern der unteren Gliedmaßen bei kaltem, feuchtem WetterGangstörungen mit gekreuzten Beinen und gesteigerten ReflexenZustände von Schwäche und Muskelschwund nach schweren ErkrankungenKlassisch der Parkinson-Erkrankung und rheumatischen Zuständen zugeordnet

Abgrenzung

Causticum wird ebenfalls fortschreitenden Lähmungen zugeordnet, dort aber mit Verkürzung der Sehnen, Trockenheit der Schleimhäute und ausgeprägter Empfindsamkeit des Gemüts. Gelsemium sempervirens zeigt schlaffe Lähmung mit Zittern und Schwere, meist akut und nach Schreck oder Grippe. Conium maculatum lähmt aufsteigend und bringt Schwindel bei Kopfbewegung mit. Lathyrus tritt vor allem dort ins Blickfeld, wo die Lähmung schmerzlos und spastisch ist, die Empfindung erhalten bleibt und die Beine steif bleiben.

Verwandte Mittel

CausticumGelsemium sempervirensConium maculatumPlumbum metallicumArgentum nitricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.