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Materia medica · Nr. 195

Latrodectus mactans

Lat-m.

In 106 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Latrodectus mactans, die Schwarze Witwe, ist in der homöopathischen Literatur das Herzmittel unter den Spinnen. Das Repertorium führt mit dem höchsten Grad den ausstrahlenden Schmerz in der Herzgegend, der in den linken Arm bis in die Hand zieht und dort Taubheit und Lähmungsgefühl hinterlässt. Dazu gehören ein angstvoller Gesichtsausdruck, Atemnot mit Ringen nach Luft und die Furcht, es sei um das Leben geschehen.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionsbild ist nicht überliefert. Das Mittel wird nach dem akuten Zustandsbild gewählt: der Mensch im Herzanfall, blass, kaltschweißig, mit angstvollem Gesicht und aufgerissenen Augen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBestimmend ist nicht eine Wesensart, sondern die Angst des Augenblicks: Todesangst während des Herzschmerzes, Schreien, Festhalten der Brust. Sobald der Anfall vergeht, tritt Erschöpfung ein. Ein Charakterbild für die chronische Verordnung ist nicht ausgearbeitet.

Gemütsbild

Todesangst während des HerzschmerzesAngstvoller GesichtsausdruckFurcht zu ersticken bei AtemnotUnruhe und Schreien im Anfall

Das seelische Bild von Latrodectus ist an den Anfall gebunden. Das Repertorium führt den angstvollen Gesichtsausdruck ausdrücklich - er ist Teil des Krankheitsbildes und für den Beobachter das erste, was auffällt. Die Angst ist keine gedankliche Sorge, sondern das unmittelbare Erschrecken vor dem, was im Brustkorb geschieht: ein Schmerz, der ausstrahlt, ein Atem, der stockt. In den Prüfungs- und Vergiftungsberichten schreien die Betroffenen auf und pressen die Hand auf die Brust. Zwischen den Anfällen bleibt Erschöpfung. Ein durchgezeichnetes Gemütsbild im Sinne einer Persönlichkeit lässt sich daraus nicht gewinnen; die Mittelwahl trägt der körperliche Befund.

Ängste: Todesangst während des Herzschmerzes, Furcht zu ersticken, wenn der Atem stockt

Leitsymptome

Ausstrahlender Schmerz in der Herzgegend - die mit dem höchsten Grad bewertete Angabe des Mittels
Reißender Schmerz vom Herzen in den linken Arm, bis in Achselhöhle und linke Hand ziehend
Taubheit und Lähmungsgefühl des linken Armes und der linken Hand, zusammen mit den Herzbeschwerden
Zustände, die im Repertorium bei Angina pectoris geführt werden
Atemnot mit aussetzendem Atem, Ringen nach Luft
Angstvoller Gesichtsausdruck; Blut, das schlecht gerinnt
Verschlechterung
  • Bewegung und Anstrengung während des Anfalls
  • Aufrichten und Tiefatmen bei bestehendem Brustschmerz
Verbesserung
  • Ruhiges Liegen und Stillhalten
  • Weitere Besserungen sind in der Literatur nicht belastbar beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Herzschmerz mit Ausstrahlung in den linken Arm, in Repertorien bei Angina pectoris aufgeführtTaubheitsgefühl des linken Armes bei HerzbeschwerdenAtemnot mit BeklemmungAngstzustände im Zusammenhang mit HerzbeschwerdenLähmungsgefühl der Glieder

Abgrenzung

Cactus grandiflorus zeigt die Empfindung einer eisernen Klammer, die das Herz zusammenpresst, und eine ausgeprägte Periodizität; Latrodectus unterscheidet sich durch die Ausstrahlung in den linken Arm mit Taubheit und Lähmungsgefühl. Aconitum napellus steht beim plötzlichen Anfall mit Todesangst nach Schreck oder Kälteeinwirkung. Naja tripudians teilt den linksseitigen Herzschmerz mit Ausstrahlung, dort stärker mit Erstickungsgefühl im Liegen. Die Datenbank nennt als verwandt außerdem die übrigen Spinnenmittel Aranea diadema, Mygale und Tarentula.

Verwandte Mittel

Cactus grandiflorusAconitum napellusNaja tripudiansAranea diademaMygale lasiodoraTarentula hispanica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.