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Materia medica · Nr. 2003

Lapis albus

Lap-a.

In 111 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lapis albus, ein kieselfluorhaltiges Kalksalz, wird in der homöopathischen Literatur als Drüsen- und Bindegewebsmittel beschrieben. Im Mittelpunkt steht die Verhärtung des Bindegewebes, dazu Schwellungen der Halsdrüsen, weicher, nachgiebiger Kropf und gutartige Fettgeschwülste. Als kennzeichnende Begleitzeichen führt das Repertorium Heißhunger neben Abneigung gegen Fleisch sowie eine Regelblutung, die zu Beginn heftig schmerzt und mit stärkerem Fluss nachlässt.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden Menschen mit auffälliger Drüsenneigung: geschwollene Halsdrüsen, Kropfbildung, Knoten und Verdickungen im Gewebe. Die Kropfschwellung wird ausdrücklich als weich und elastisch verzeichnet, nicht als hart.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen kaum verwertbare Angaben vor; verzeichnet ist lediglich eine geistige Schwerfälligkeit in der älteren Terminologie der Repertorien. Ein Temperamentsbild ist für Lapis albus nicht ausgearbeitet; die Mittelwahl stützt sich auf das Drüsen- und Gewebebild.

Gemütsbild

Kein durchgezeichnetes Gemütsbild überliefertVereinzelt geistige Schwerfälligkeit verzeichnetMittelwahl erfolgt über Drüsen-, Gewebe- und Menstruationszeichen

Das Repertorium führt für Lapis albus nur eine einzelne, schwach bewertete Gemütsangabe im Sinne einer geistigen Schwerfälligkeit; die Bezeichnung stammt aus der älteren Literatur und ist heute nicht mehr gebräuchlich. Ein tragfähiges seelisches Bild lässt sich daraus nicht gewinnen. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel durchgehend körperlich: als Mittel für Drüsenschwellungen, Bindegewebsverhärtungen und schmerzhafte Regelblutungen. Wer es erwägt, geht von diesen Zeichen aus, ergänzt um die auffällige Kombination von Heißhunger und Fleischabneigung. Gemütszuschreibungen wären an dieser Stelle nicht gedeckt.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Verhärtung des Bindegewebes - die mit dem höchsten Grad bewertete Angabe des Mittels
Gebärmutterschmerz zu Beginn der Regelblutung, brennend oder reißend, mit Ohnmachtsneigung vor Schmerz
Besserung der Unterleibsschmerzen, sobald die Blutung frei fließt
Schwellung der Halsdrüsen; weicher, elastischer Kropf
Gutartige Fettgeschwülste; Knoten in der Brust mit stechendem Schmerz
Heißhunger bis zur Gier bei gleichzeitiger Abneigung gegen Fleisch; Verlangen nach kalten Getränken; träge Darmtätigkeit
Verschlechterung
  • Zu Beginn der Regelblutung
  • Berührung und Druck auf die geschwollenen Drüsen
Verbesserung
  • Wenn die Regelblutung frei zu fließen beginnt
  • Kalte Getränke

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kalte Getränke
  • Heißhunger, gieriges Essen
Abneigung
  • Fleisch - eine deutlich und mehrfach verzeichnete Angabe

In Repertorien häufig zugeordnet

Drüsenschwellungen am HalsWeicher KropfGutartige Fettgeschwülste und Knotenbildung im BindegewebeSchmerzhafte Regelblutung mit Schmerzhöhepunkt zu BeginnWeißfluss und Juckreiz im GenitalbereichTräge Darmtätigkeit

Abgrenzung

Calcarea fluorica teilt den Fluorbezug und die Neigung zu harten Drüsenknoten und Bindegewebsverhärtungen, zeigt aber die typische Besserung durch Wärme und fortgesetzte Bewegung. Silicea steht bei eiternden Drüsen mit Frostigkeit und mangelndem Durchhaltevermögen näher. Conium maculatum wird bei harten Knoten nach Prellung geführt. Das Unterscheidende an Lapis albus ist die Verbindung von weicher, elastischer Drüsenschwellung mit dem brennenden Schmerz zu Beginn der Regelblutung und der Besserung bei einsetzendem Fluss.

Verwandte Mittel

Calcarea fluoricaSiliceaConium maculatumSpongia tostaIodumBaryta carbonica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.