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Materia medica · Nr. 1990

Lamium album

Lam.

In 62 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lamium album, die Weiße Taubnessel, ist ein altes Frauenmittel der Volksheilkunde, das in die Homöopathie mit einem schmalen Prüfungsbild übernommen wurde. Die Repertorien führen es vor allem bei scharfem, wundmachendem Weißfluss und bei zu früher, zu schwacher Regelblutung. Dazu kommen reißende Schmerzen an der Rückseite der Oberschenkel sowie Kreuz- und Kopfschmerzen, die sich beim Gehen im Freien verstärken.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben. Überliefert ist die Anwendung vor allem bei Frauen mit Absonderungen und schwacher Regelblutung.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie wenigen Gemütsrubriken zeichnen ein gedrücktes, mattes Bild: Traurigkeit, schwere Konzentration, festgefahrene Gedanken. Angst wird ausdrücklich mit Frostgefühl verbunden. Ein Gefühl des Verlassenseins ist eigens verzeichnet.

Gemütsbild

Traurigkeit und gedrückte StimmungGefühl, verlassen zu seinAngst während des FrostesErschwerte KonzentrationGedanken, die sich festsetzen und nicht weichenBenommenheit wie nach Alkohol

Die Gemütsrubriken sind wenige und niedrig graduiert, ergeben zusammen aber ein stimmiges Bild von Niedergeschlagenheit und Benommenheit. Beschrieben wird eine Verfassung, in der die Gedanken schwer in Gang kommen, sich zugleich aber einzelne Vorstellungen festsetzen und nicht loslassen. Der Kopf fühlt sich benommen an wie nach Alkoholgenuss. Die Angst tritt zusammen mit Frösteln auf, wird also körperlich begleitet. Das Gefühl, allein gelassen zu sein, steht als eigene Rubrik. Zusammen mit den Frauenbeschwerden ergibt sich das Bild einer erschöpften, matten Verfassung; für weitergehende seelische Züge fehlt die Belegbasis.

Ängste: Angst, die während des Frostes auftritt, Gefühl des Verlassenseins

Leitsymptome

Scharfer, wundmachender Weißfluss, in den Rubriken eigens hervorgehoben
Übelriechender Ausfluss
Zu früh eintretende, dabei schwache Regelblutung
Reißende Schmerzen an der Rückseite der Oberschenkel
Drückender Kopfschmerz beidseits, schlimmer beim Gehen im Freien und beim Aufstehen, besser im Sitzen
Kreuzschmerz im Bereich des Kreuzbeins, schlimmer beim Rückwärtsbeugen
Hämorrhoiden, Neigung zu Brüchen im Bauchbereich
Verschlechterung
  • Gehen im Freien, für den Kopfschmerz
  • Aufstehen aus dem Sitzen
  • Rückwärtsbeugen, für den Kreuzschmerz
  • Während des Frostes, mit Angst
Verbesserung
  • Sitzen und Ruhe, für den Kopfschmerz
  • Wärme
  • Gleichmäßige Körperhaltung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Scharfer, wundmachender Weißfluss, in Repertorien aufgeführtZu früh eintretende und zugleich schwache RegelblutungReißende Schmerzen in den OberschenkelnKreuzschmerzen mit Verschlimmerung beim RückwärtsbeugenDrückende Kopfschmerzen, gebessert im SitzenHämorrhoiden

Abgrenzung

Bei scharfem, wundmachendem Weißfluss sind Kreosotum, Nitricum acidum und Alumina die deutlich besser geprüften Mittel; Kreosotum zeigt zusätzlich Brennen und Wundheit der äußeren Teile. Sepia wird bei Ausfluss mit Senkungsgefühl und Erschöpfung genannt, Pulsatilla bei mildem, unregelmäßig auftretendem Ausfluss mit weinerlicher Stimmung und Besserung an frischer Luft — was Lamium gerade nicht zeigt, denn hier verschlimmert das Gehen im Freien den Kopfschmerz. Lamium album bleibt ein schmales Mittel für Fälle, in denen scharfer Ausfluss, schwache Blutung und die Oberschenkelschmerzen zusammentreffen.

Verwandte Mittel

KreosotumSepia officinalisPulsatilla pratensisAluminaNitricum acidumHelonias dioica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.