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Materia medica · Nr. 1982

Lactuca virosa

Lact-v.

Auch: Lact

In 1.077 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lactuca virosa, der Gift-Lattich, ist in der Materia medica vor allem als Brust- und Atemwegsmittel beschrieben. Kennzeichnend sind ein trockener, krampfartiger Husten mit dem Gefühl, die Brust wolle beim Husten zerspringen, sowie nächtliche Beklemmung, die den Kranken aus dem Schlaf schreckt. Dazu tritt eine eigentümliche Empfindung, als schwebe man, die auf die betäubende Wirkung des Milchsafts zurückgeführt wird.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; beschrieben werden Menschen mit reizbaren Atemwegen und Neigung zu Beklemmung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken verzeichnen Angst in der Herzgegend und Beklemmung beim Erwachen. Beschrieben wird eine empfindsame, leicht beklommene Verfassung mit einem betäubten, entrückten Grundgefühl, in dem die eigene Schwere verloren zu gehen scheint.

Gemütsbild

Beklemmung und Angst, in der Herzgegend empfundenEmpfindung, als schwebe manBenommenheit mit Schweregefühl im KopfUnruhe beim Erwachen in der Nacht

Das Gemütsbild ist eng an die Brustbeschwerden gebunden. Die Repertorien verzeichnen eine Angst, die ausdrücklich in der Herzgegend empfunden wird, sowie Beklemmung, die den Kranken beim Erwachen befällt. Kennzeichnend ist daneben die Empfindung, als schwebe man oder als sei der Körper leicht geworden; die klassische Literatur bringt sie mit der leicht betäubenden Eigenschaft des Milchsafts in Verbindung, der früher als mildes Schlafmittel verwendet wurde. Beschrieben werden ferner Benommenheit, Schweregefühl im Kopf und ein Zustand zwischen Schlaf und Wachen. Ein breit ausgearbeitetes seelisches Bild liegt zu diesem Mittel nicht vor; die Mittelwahl stützt sich vor allem auf die Atem- und Herzzeichen.

Ängste: Angst, die in der Herzgegend empfunden wird, Beklemmung beim nächtlichen Erwachen, Erstickungsgefühl im Husten

Leitsymptome

Krampfgefühl in der Herzgegend, in den Repertorien im höchsten Grad aufgeführt
Trockener, krampfartiger, quälender Husten, auch bei keuchhustenartigen Anfällen verzeichnet; beim Husten das Gefühl, die Brust wolle zerspringen
Nächtliche Beklemmung und Zusammenschnüren der Brust, besonders beim Erwachen; erschwertes Atmen im Schlaf, beschleunigte Atmung, Verlangen tief durchzuatmen, schluchzendes Atmen
Süßlicher Geruch des Urins, in den Repertorien im höchsten Grad ausgewiesen
Krampfende Schmerzen unter den Rippenbogen; Kältegefühl und Druck im Magen; Verstopfung im Wechsel mit Durchfall
Aufwärtsrollen der Augäpfel; Bläschenausschlag auf der Haut; Schwerhörigkeit; Gefühl geschwollener Lippen
Verschlechterung
  • Nachts und beim Erwachen
  • Liegen, wegen der Beklemmung
  • Husten, der den Brustschmerz auslöst
  • Schlaf, in dem das Atmen erschwert ist
Verbesserung
  • Aufrechtes Sitzen
  • Tiefes Durchatmen
  • Frische Luft
  • Ruhe nach dem Hustenanfall

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei trockenem, krampfartigem Husten mit Zerspringungsgefühl der Brust aufgeführtKlassisch zugeordnet zu keuchhustenartigen HustenanfällenBei nächtlicher Beklemmung mit Zusammenschnüren der Brust verzeichnetBei Krampfgefühl in der Herzgegend im höchsten Grad ausgewiesenBei Verstopfung im Wechsel mit Durchfall genanntIn der Literatur bei Unruhezuständen mit Schlaflosigkeit beschrieben

Abgrenzung

Drosera teilt den krampfartigen, keuchhustenartigen Husten mit Zusammenschnüren, hat aber die nächtliche Verschlimmerung nach Mitternacht und das Halten der Brust beim Husten. Cuprum metallicum steht bei krampfartigen Hustenanfällen mit Erstarrung und Blauwerden, mit Besserung durch kaltes Trinken. Coca und Cannabis indica teilen die Empfindung des Schwebens und der Leichtigkeit, mit stärkerer Veränderung des Zeit- und Raumerlebens. Opium teilt die betäubte Benommenheit, mit tiefem Schlaf und fehlender Beschwerdeäußerung. Für Lactuca virosa spricht die Verbindung von trockenem Krampfhusten, nächtlicher Brustbeklemmung und dem Schwebegefühl.

Verwandte Mittel

Drosera rotundifoliaCuprum metallicumCannabis indicaOpiumLachesisIpecacuanha

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.