Lachnanthes tinctoria, die nordamerikanische Rotwurzel, wird in der Materia medica vor allem beim schiefen Hals beschrieben: Der Kopf wird zur Seite gezogen, der Nacken ist steif und schmerzhaft. Charakteristisch ist die Verbindung dieses Nackenzustands mit Brustentzündungen und mit einem nächtlichen, redseligen Fieberdelirium um ein bis zwei Uhr. Auffällig ist die Empfindung, als würde eiskaltes Wasser zwischen die Schulterblätter gegossen, und die Besserung durch Wärme.
Konstitution
Gemütsbild
Redseliges Delirium in der Nacht, besonders zwischen ein und zwei UhrNächtliche Geschwätzigkeit im FieberErregung, die sich nachts steigertMattigkeit und Zurückgezogenheit am Tage
Das Gemütsbild von Lachnanthes tinctoria gehört zum fieberhaften Zustand. Im hohen Grad verzeichnet ist ein redseliges Delirium, das nachts auftritt und in den Rubriken auf die Stunde zwischen ein und zwei Uhr eingegrenzt wird — der Kranke spricht unaufhörlich, ohne dass der Inhalt zusammenhängt. Diese nächtliche Geschwätzigkeit ist eines der wenigen, dafür aber deutlich ausgeprägten Gemütszeichen dieses Mittels. Tagsüber überwiegt dagegen Mattigkeit; der Kranke ist wortkarg und in sich gekehrt, weil jede Bewegung des Nackens schmerzt. Die klassische Materia medica beschreibt zusätzlich eine Verwirrtheit im Fieberverlauf. Ein chronisches Persönlichkeitsbild abseits dieser akuten Zustände liegt nicht vor.
Ängste: Beklemmung im Fieber, besonders nachts, Bedrängnis bei erschwerter Atmung im Rahmen der Brustentzündung
Leitsymptome
- Nachts, besonders zwischen ein und zwei Uhr (Delirium, Geschwätzigkeit)
- Kälte und kalte Luft
- Bewegung des Kopfes und Nackens
- Im Bett und während des Schlafs (Husten)
- Wärme, besonders Bettwärme — im hohen Grad verzeichnet
- Heiße Auflagen auf den Nacken
- Ruhige Kopfhaltung
- Warme Umschläge auf die Brust
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach Wärme in jeder Form
- Bezogen auf Speisen in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien im hohen Grad bei Schiefhals mit Ziehen des Kopfes zur Seite aufgeführtBei schmerzhafter Nackensteife, die den Kopf in eine Zwangshaltung bringt, verzeichnetIn Repertorien im hohen Grad bei Lungenentzündung genannt, insbesondere wenn Nackensteife dabei bestehtKlassisch zugeordnet zu fieberhaften Zuständen mit nächtlichem, redseligem DeliriumBei trockenem Reizhusten aus Kitzeln im Kehlkopf beschriebenBei Belagbildung im Rachen in der Materia medica aufgeführt
Abgrenzung
Cimicifuga racemosa teilt die Nackensteife mit Rückwärtsziehen des Kopfes, zeigt aber ein deutlich ausgeprägtes Gemütsbild mit Redseligkeit im Wechsel mit trüber Verstimmung und einen engen Bezug zum weiblichen Zyklus. Rhus toxicodendron bringt Nackensteife mit Besserung durch fortgesetzte Bewegung, während Lachnanthes vor allem durch Wärme gebessert wird. Bryonia alba steht bei Brustentzündung mit stechendem Schmerz und der Notwendigkeit, absolut still zu liegen. Für Lachnanthes spricht die eigentümliche Verbindung von seitlich verzogenem Nacken, Lungenbeteiligung und der Empfindung eiskalten Wassers zwischen den Schulterblättern.
Verwandte Mittel
Cimicifuga racemosaRhus toxicodendronBryonia albaBelladonnaDulcamaraPhosphorus
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.