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Materia medica · Nr. 1977

Lachnanthes tinctoria

Lachn.

In 754 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lachnanthes tinctoria, die nordamerikanische Rotwurzel, wird in der Materia medica vor allem beim schiefen Hals beschrieben: Der Kopf wird zur Seite gezogen, der Nacken ist steif und schmerzhaft. Charakteristisch ist die Verbindung dieses Nackenzustands mit Brustentzündungen und mit einem nächtlichen, redseligen Fieberdelirium um ein bis zwei Uhr. Auffällig ist die Empfindung, als würde eiskaltes Wasser zwischen die Schulterblätter gegossen, und die Besserung durch Wärme.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben. Das Mittel ist vorwiegend bei akuten Zuständen beschrieben, in denen Nacken und Brust gleichzeitig betroffen sind.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken heben die nächtliche Redseligkeit im Fieber hervor, im hohen Grad verzeichnet. Beschrieben wird ein Kranker, der tagsüber matt und steif ist und nachts in einen erregten, geschwätzigen Zustand gerät, in dem er unaufhörlich spricht.

Gemütsbild

Redseliges Delirium in der Nacht, besonders zwischen ein und zwei UhrNächtliche Geschwätzigkeit im FieberErregung, die sich nachts steigertMattigkeit und Zurückgezogenheit am Tage

Das Gemütsbild von Lachnanthes tinctoria gehört zum fieberhaften Zustand. Im hohen Grad verzeichnet ist ein redseliges Delirium, das nachts auftritt und in den Rubriken auf die Stunde zwischen ein und zwei Uhr eingegrenzt wird — der Kranke spricht unaufhörlich, ohne dass der Inhalt zusammenhängt. Diese nächtliche Geschwätzigkeit ist eines der wenigen, dafür aber deutlich ausgeprägten Gemütszeichen dieses Mittels. Tagsüber überwiegt dagegen Mattigkeit; der Kranke ist wortkarg und in sich gekehrt, weil jede Bewegung des Nackens schmerzt. Die klassische Materia medica beschreibt zusätzlich eine Verwirrtheit im Fieberverlauf. Ein chronisches Persönlichkeitsbild abseits dieser akuten Zustände liegt nicht vor.

Ängste: Beklemmung im Fieber, besonders nachts, Bedrängnis bei erschwerter Atmung im Rahmen der Brustentzündung

Leitsymptome

Schiefhals mit Ziehen des Kopfes zur Seite, meist nach rechts — im hohen Grad verzeichnet und das Leitzeichen dieses Mittels
Steifheit des Nackens, im hohen Grad aufgeführt; Steifheit der Halsseiten, schmerzhaft steif
Steifheit als Allgemeinsymptom, im hohen Grad verzeichnet
Entzündung der Lunge, im hohen Grad aufgeführt; die Brustsymptome treten mit dem Nackenzustand zusammen auf
Empfindung, als werde eiskaltes Wasser zwischen die Schulterblätter gegossen — ein klassisches Kennzeichen
Wärme des Bettes bessert deutlich; heiße Auflagen bessern, im hohen Grad verzeichnet
Trockener Husten aus Kitzeln im Kehlkopf; Husten im Bett und im Schlaf verschlimmert
Trockenheit im Hals beim Erwachen; Belagbildung im Rachen
Brennende Schmerzen in Handflächen und Fußsohlen sowie an der Innenseite der Oberschenkel
Reißender Schmerz in Ellbogen und Schulter, der in die Finger zieht
Glänzende, funkelnde Augen; Zucken der Augen; Hitze im Kopf, der zur Seite gezogen wird
Verschlechterung
  • Nachts, besonders zwischen ein und zwei Uhr (Delirium, Geschwätzigkeit)
  • Kälte und kalte Luft
  • Bewegung des Kopfes und Nackens
  • Im Bett und während des Schlafs (Husten)
Verbesserung
  • Wärme, besonders Bettwärme — im hohen Grad verzeichnet
  • Heiße Auflagen auf den Nacken
  • Ruhige Kopfhaltung
  • Warme Umschläge auf die Brust

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Wärme in jeder Form
  • Bezogen auf Speisen in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien im hohen Grad bei Schiefhals mit Ziehen des Kopfes zur Seite aufgeführtBei schmerzhafter Nackensteife, die den Kopf in eine Zwangshaltung bringt, verzeichnetIn Repertorien im hohen Grad bei Lungenentzündung genannt, insbesondere wenn Nackensteife dabei bestehtKlassisch zugeordnet zu fieberhaften Zuständen mit nächtlichem, redseligem DeliriumBei trockenem Reizhusten aus Kitzeln im Kehlkopf beschriebenBei Belagbildung im Rachen in der Materia medica aufgeführt

Abgrenzung

Cimicifuga racemosa teilt die Nackensteife mit Rückwärtsziehen des Kopfes, zeigt aber ein deutlich ausgeprägtes Gemütsbild mit Redseligkeit im Wechsel mit trüber Verstimmung und einen engen Bezug zum weiblichen Zyklus. Rhus toxicodendron bringt Nackensteife mit Besserung durch fortgesetzte Bewegung, während Lachnanthes vor allem durch Wärme gebessert wird. Bryonia alba steht bei Brustentzündung mit stechendem Schmerz und der Notwendigkeit, absolut still zu liegen. Für Lachnanthes spricht die eigentümliche Verbindung von seitlich verzogenem Nacken, Lungenbeteiligung und der Empfindung eiskalten Wassers zwischen den Schulterblättern.

Verwandte Mittel

Cimicifuga racemosaRhus toxicodendronBryonia albaBelladonnaDulcamaraPhosphorus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.