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Materia medica · Nr. 1966

Lac humanum

Lac-h.

In 3 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lac humanum, die Frauenmilch, gehört zu den Milchmitteln und ist über neuere Arzneimittelprüfungen in die Homöopathie gelangt. Die wenigen, aber deutlich gewichteten Rubriken der Datenbasis zeichnen ein zusammenhängendes seelisches Bild: ein ausgeprägter Mangel an Selbstvertrauen, die Vorstellung, der eigene Körper sehe hässlich aus, und Zögern beim Entscheiden. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem eigenen Wert und dem eigenen Platz.

Konstitution

KörperbauIn der Datenbasis nicht beschrieben. Die Prüfungsliteratur zu Lac humanum legt kein bestimmtes Körperbild fest; maßgeblich ist das seelische Bild.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein Mensch, der sich selbst wenig zutraut und darum zögert, wo Entscheidungen anstehen. Er wartet ab, sucht Rückversicherung und stellt das eigene Urteil hinter das anderer zurück. Dazu tritt eine kritische, oft abwertende Sicht auf den eigenen Körper. Nach außen kann das zurückhaltend und angepasst wirken, während innerlich die Frage bleibt, ob man genügt.

Gemütsbild

Mangel an Selbstvertrauen, in den Rubriken mit hohem Grad geführtVorstellung, der eigene Körper sei hässlichZögern und UnentschlossenheitFrage nach dem eigenen Wert und dem eigenen Platz

Der bestbewertete Zug des Mittels ist der Mangel an Selbstvertrauen; er trägt das ganze Bild. Wer ihn zeigt, traut sich Aufgaben nicht zu, hält eigene Beiträge für ungenügend und braucht Bestätigung von außen, um in Bewegung zu kommen. Damit hängt das Zögern zusammen: Entscheidungen werden aufgeschoben, weil jede Möglichkeit als möglicherweise falsch erscheint. Als Eigentümlichkeit verzeichnet die Datenbasis die Wahnidee, der eigene Körper sehe hässlich aus — die Abwertung richtet sich hier gegen die eigene leibliche Erscheinung. Die neuere Prüfungsliteratur zu den Milchmitteln beschreibt darüber hinaus Themen von Nähe und Ablösung, von Angewiesensein und Selbstständigwerden; für Lac humanum wird besonders die Beziehung zwischen Mutter und Kind und die Frage der eigenen Abgrenzung genannt. Diese Angaben stammen aus modernen Prüfungen und sind mit Zurückhaltung zu behandeln.

Ängste: Furcht, den Anforderungen nicht zu genügen, Sorge um das eigene Aussehen und die Wirkung auf andere, Unsicherheit vor Entscheidungen

Leitsymptome

In der vorliegenden Datenbasis sind ausschließlich Gemütsrubriken verzeichnet; körperliche Zuordnungen fehlen
Die Prüfungsliteratur nennt Beschwerden im Bereich von Brust und Verdauung sowie Erschöpfung, ohne Rubrikbeleg in der vorliegenden Datenbasis
Für die Milchmittel allgemein werden wandernde Beschwerden und Seitenwechsel beschrieben, was hier ebenfalls unbelegt bleibt
Verschlechterung
  • keine gesicherten Verschlechterungsmodalitäten in den vorliegenden Rubriken
  • in der Datenbasis nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • keine gesicherten Besserungsmodalitäten in den vorliegenden Rubriken
  • in der Datenbasis nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • keine charakteristischen Speiseverlangen in den vorliegenden Rubriken verzeichnet
Abneigung
  • keine charakteristischen Speiseabneigungen in den vorliegenden Rubriken verzeichnet
  • die Literatur zu den Milchmitteln nennt eine wechselnde Haltung gegenüber Milch, hier ohne Rubrikbeleg

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände mit ausgeprägtem Mangel an Selbstvertrauen, in Repertorien Lac humanum zugeordnetUnentschlossenheit und Zögern bei Entscheidungenabwertende Vorstellungen über den eigenen KörperThemen von Ablösung und Selbstständigwerden, wie sie die neuere Literatur den Milchmitteln zuordnet

Abgrenzung

Innerhalb der Milchmittel steht Lac maternum, die Muttermilch nach der Geburt, Lac humanum am nächsten; die neuere Literatur ordnet ihm Themen des Ankommens und der Nahrung zu. Lac caninum trägt demgegenüber das ausgeprägteste Bild von Selbstverachtung und wechselnden, die Seite wechselnden Beschwerden, Lac defloratum das von Kopfschmerz mit Übelkeit und Verstopfung. Beim Mangel an Selbstvertrauen sind Lycopodium clavatum, Silicea und Anacardium orientale die klassisch ausgearbeiteten Vergleichsmittel; Carcinosinum teilt das Bemühen, den Erwartungen anderer zu genügen.

Verwandte Mittel

Lac maternumLac caninumLac defloratumCarcinosinumSilicea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.