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Materia medica · Nr. 191

Lac caninum

Lac-c.

In 2.578 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lac caninum, die Hundemilch, gehört zu den Milcharzneien und ist in der Materia medica vor allem durch ein Merkmal bekannt: Die Beschwerden wechseln die Seite, oft mehrfach innerhalb kurzer Zeit. Dazu tritt ein tiefes Gefühl der Wertlosigkeit, das Gefühl, schmutzig, klein und nichts wert zu sein, im Wechsel mit Überheblichkeit. Ein drittes Kennzeichen ist das Gefühl, zu schweben und den Boden nicht zu berühren.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird nicht ausgeführt; beschrieben werden vielfach Frauen mit empfindlichen Brustdrüsen und wiederkehrenden Halsentzündungen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentSehr wechselhaft: schreckhaft, leicht erregbar und zu Tränen geneigt, dann wieder von aufbrausender Heftigkeit. Kennzeichnend ist das schwankende Selbstbild zwischen Selbstverachtung und Überschätzung.

Gemütsbild

Gefühl der Wertlosigkeit, sich schmutzig und klein zu fühlenSchwermut und Traurigkeit mit LebensüberdrussFurcht vor dem Tod und davor, ohnmächtig zu werdenVerlangen nach Gesellschaft bei gleichzeitiger ReizbarkeitHeftige Wutausbrüche, Auffahren und Erregbarkeit

Das Gemütsbild ist in den Repertorien breit belegt und einer der Hauptzugänge zu diesem Mittel. Verzeichnet sind Schwermut, ausgeprägte Weinerlichkeit, der Wunsch zu sterben und die Furcht vor dem Tod, dazu die Furcht, ohnmächtig zu werden. Betroffene wollen nicht allein sein und suchen Gesellschaft, reagieren aber leicht erregbar und geraten in Raserei. Die klassische Literatur hebt das schwankende Selbstwertgefühl hervor: Man fühlt sich unrein und wertlos, im nächsten Moment über andere erhaben. Charakteristisch sind ferner die Schreckhaftigkeit und eine Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen, wobei entfernte Geräusche wie aus weiter Ferne wahrgenommen werden.

Ängste: Furcht vor dem Tod, Furcht, ohnmächtig zu werden, Angst vor dem Alleinsein, Furcht vor Schlangen, in der Literatur häufig genannt

Leitsymptome

Beschwerden wechseln die Seite, oft von Tag zu Tag oder innerhalb weniger Stunden; besonders bei Halsentzündung und Kopfschmerz
Halsschmerzen mit weißem Belag, geschwollenen Mandeln, Trockenheit und Brennen; Schlucken erschwert bis unmöglich
Wandernde Schmerzen, die von einem Gelenk zum anderen ziehen
Schmerzhafte, geschwollene Brustdrüsen, besonders vor der Regel; Knoten in den Brüsten
Gefühl, zu schweben, den Boden oder das Bett nicht zu berühren
Kopfschmerz mit Wechsel der Seiten, im Hinterkopf oder in Stirn und Schläfen, pulsierend, mit Verschlechterung morgens
Dicker, grünlicher Nasenausfluss; Kälte der Nasenspitze
Verschlechterung
  • Durch Berührung
  • Beim Liegen, besonders flach; Atemnot beim Einschlafen
  • Vor und während der Menses
  • Durch Erschütterung und beim Treppabgehen
  • Bei hellem Licht
Verbesserung
  • An frischer, kühler Luft
  • Durch kalte Getränke bei Halsschmerzen
  • Durch Ablenkung und Gesellschaft
  • Durch Aufsitzen bei Atemnot

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Salziges
  • Warme Getränke
  • Gesellschaft
Abneigung
  • Alleinsein
  • Zu ausgeprägten Speiseabneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Halsentzündungen mit wechselnder Seitenbeteiligung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Kopfschmerzen, die die Seite wechselnGenannt bei schmerzhaften, geschwollenen Brustdrüsen vor der RegelVerzeichnet bei wandernden Gelenk- und GliederschmerzenAufgeführt bei Schwermut mit ausgeprägtem Gefühl der WertlosigkeitGenannt bei nächtlichem unwillkürlichem Harnabgang und häufigem Harndrang

Abgrenzung

Lachesis teilt die Empfindlichkeit am Hals und die linksseitige Betonung, dort bleiben die Beschwerden jedoch links oder wandern von links nach rechts, während sie bei Lac caninum hin und her springen. Pulsatilla zeigt ebenfalls wandernde Schmerzen und Weinerlichkeit, ist aber sanft, anschmiegsam und bessert sich deutlich an frischer Luft ohne das Wertlosigkeitsthema. Mercurius hat Halsentzündungen mit Speichelfluss und nächtlicher Verschlechterung. Für Lac caninum spricht der ausgesprochene Seitenwechsel gemeinsam mit dem schwankenden Selbstbild.

Verwandte Mittel

LachesisPulsatillaConium maculatumLyssinumPhytolacca

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.