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Materia medica · Nr. 190

Lactis acidum

Lac-ac.

In 1.007 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Lactis acidum, die Milchsäure, wird in der Materia medica vor allem im Zusammenhang mit Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft, mit rheumatischen Gelenkbeschwerden und mit einer gesteigerten Harnausscheidung beschrieben. Klassisch zugeordnet ist das Mittel blassen, erschöpften Menschen mit rheumatischer Neigung und trockenen Schleimhäuten. Auffällig ist der Wechsel von starkem Harndrang bei gleichzeitig verminderter, dunkler Urinmenge.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur werden vor allem blasse, blutarm wirkende Frauen mit rheumatischer Veranlagung beschrieben; ein bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDas Gemütsbild ist in den Repertorien nur schwach besetzt. Verzeichnet sind Milde im Umgang mit Kindern sowie ein Zug zu Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Insgesamt steht bei diesem Mittel das körperliche Bild deutlich im Vordergrund.

Gemütsbild

Milde und Nachgiebigkeit, besonders gegenüber KindernNeigung zu Unabhängigkeit und SelbständigkeitErschöpfung als Hintergrund, weniger ausgeprägte Gemütssymptome

Die vorliegenden Repertoriumsrubriken enthalten zum Gemüt nur wenige und niedrig bewertete Einträge, nämlich Milde gegenüber Kindern und ein Streben nach Unabhängigkeit. Die klassische Materia medica beschreibt Lactis acidum als überwiegend körperlich wirkendes Mittel, dessen Bild von Übelkeit, Rheumatismus und Harnsymptomen getragen wird. Eine ausgearbeitete Gemütsschilderung, wie sie bei den großen Polychresten vorliegt, fehlt hier. Was an seelischer Verfassung beschrieben wird, ist eher eine allgemeine Abgeschlagenheit und Reizbarkeit im Gefolge der anhaltenden Übelkeit. Ausschmückungen darüber hinaus lassen sich aus der Datenlage nicht rechtfertigen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft, morgens und beim Erwachen am stärksten, durch Bewegung verschlimmert und nach dem Essen gebessert
Häufiger Harndrang mit häufiger Entleerung, dabei dunkler Urin und insgesamt verminderte Urinmenge; in den Repertorien auch Zucker im Urin verzeichnet
Rheumatische Schmerzen und Schwellungen der Gelenke, vor allem Ellbogen, Handgelenke, Knie und Knöchel; Knieschmerz beim Gehen schlechter
Trockene, klebrige Zunge und wunde Empfindlichkeit des Mundes
Krampfartiger, spasmodischer Husten sowie rheumatischer Brustschmerz
Scharfer Schweiß und scharfe Absonderungen; gelber Fluor bei Frauen
Verschlechterung
  • Morgens und beim Erwachen
  • Bewegung, besonders bei der Übelkeit
  • Gehen, hinsichtlich der Knieschmerzen
  • Während der Schwangerschaft
Verbesserung
  • Nach dem Essen
  • Aufstoßen
  • Baden

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft aufgeführtKlassisch zugeordnet zu rheumatischen Gelenkbeschwerden mit SchwellungBei vermehrtem Harndrang mit dunklem, spärlichem Urin verzeichnetIn der älteren Literatur im Zusammenhang mit Zucker im Urin genanntBei krampfartigem Husten aufgeführtBei Trockenheit und Wundheitsgefühl der Mundschleimhaut genannt

Abgrenzung

Von Acidum phosphoricum, das die Materia medica als verwandtes Mittel nennt, unterscheidet Lactis acidum die deutliche Betonung von Schwangerschaftsübelkeit und rheumatischer Gelenkschwellung; Acidum phosphoricum steht stärker für Erschöpfung nach Säfteverlusten und Kummer. Sepia teilt die morgendliche Übelkeit der Schwangeren, zeigt jedoch das kennzeichnende Herabdrängen im Becken und die Gleichgültigkeit im Gemüt. Bryonia wird in der Literatur als Antidot geführt und trennt sich durch die ausgeprägte Verschlechterung durch jede Bewegung und den großen Durst auf kaltes Wasser.

Verwandte Mittel

Acidum phosphoricumBryoniaSepiaAcidum sarcolacticumNatrium muriaticum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.