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Materia medica · Nr. 189

Kreosotum

Kreos.

In 5.939 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Kreosotum wird aus dem Destillat des Buchenholzteers gewonnen und ist in der klassischen Materia medica als ausgeprägtes Mittel für scharfe, wundmachende Absonderungen und rasch fortschreitenden Zerfall von Geweben beschrieben. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei brennendem, wundmachendem Weißfluss, bei übelriechenden Absonderungen und bei rasch zerstörter Zahnsubstanz. Kennzeichnend ist die Verbindung von Brennen, Jucken und üblem Geruch.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden hinfällige, blasse Menschen mit schlechter Gewebebeschaffenheit; Zähne und Zahnfleisch werden früh angegriffen. Ein einheitlicher Habitus wird in der Literatur nicht festgelegt.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Repertorien führen nächtliche Ruhelosigkeit im höchsten Grad. Beschrieben wird ein reizbares, mürrisches Wesen, das durch den anhaltenden Juckreiz und den Schlafmangel zusätzlich erschöpft ist; Kinder sind eigensinnig und wollen alles sofort.

Gemütsbild

Ruhelosigkeit in den Nacht- und AbendstundenReizbarkeit durch anhaltenden Juckreiz und SchlafmangelErschöpfung mit Ohnmachtsgefühl am MorgenUngeduld und Eigensinn, besonders bei Kindern

Das Gemütsbild von Kreosotum ist in der Literatur weniger ausgeführt als die körperlichen Zeichen. Im Vordergrund steht die Ruhelosigkeit, die in den Repertorien für die Abend- und Nachtstunden mit höchstem Grad vermerkt ist: Die Betroffenen finden keine Lage, kommen nicht zur Ruhe und schlafen erst gegen Morgen tief. Aus dem Schlafmangel und dem quälenden Brennen und Jucken entsteht Gereiztheit und Verdrossenheit. Die klassische Literatur beschreibt bei Kindern Eigensinn und Ungeduld, bei Erwachsenen ein niedergedrücktes, hinfälliges Gemüt. Über diese Angaben hinaus ist das Gemüt nicht näher beschrieben.

Ängste: nächtliche Unruhe mit Ängstlichkeit, Sorge angesichts des anhaltenden Ausflusses, Ohnmachtsgefühl am Morgen, das ängstigt

Leitsymptome

Brennender, wundmachender, gelber Weißfluss, der Juckreiz und Schwellung der Genitalien verursacht; verstärkt vor der Menstruation (Grad 3)
Übelriechende Absonderungen aller Art, auch übelriechende Menstruation
Rasch zerfallende Zähne, weiches, schwammiges, blutendes Zahnfleisch, fauliger Mundgeruch
Plötzlicher, unaufschiebbarer Harndrang; nächtliches Einnässen im tiefen ersten Schlaf – ein Kennzeichen bei Kindern
Erbrechen von Speisen Stunden nach dem Essen, süßlich schmeckend; Übelkeit in der Schwangerschaft
Wundheit zwischen den Oberschenkeln, feuchter Herpes, Hautausschläge im Gesicht
Verklebte, geschwollene Augenlider mit scharfem Tränenfluss
Blutungsneigung: kleine Wunden bluten reichlich
Verschlechterung
  • nachts und in den Abendstunden
  • nach der Menstruation
  • im Liegen (Husten)
  • Gähnen
  • Ruhe
  • linke Körperseite
  • kalte Anwendungen
Verbesserung
  • Wärme und warmes Einhüllen
  • Bewegung
  • Aufsitzen
  • warmes Essen, wie die Literatur nennt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der klassischen Literatur wird Verlangen nach geräucherten und stark gesalzenen Speisen genannt
  • kalte Getränke bei trockenem Mund
Abneigung
  • Fleisch, wie einzelne Autoren beschreiben
  • Speisen bei anhaltender Übelkeit
  • in den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren hochgradigen Abneigungen vermerkt

In Repertorien häufig zugeordnet

wundmachender, brennender Weißfluss mit JuckreizBeschwerden der Zähne mit raschem Zerfall und blutendem Zahnfleischnächtliches Einnässen bei Kindern im tiefen SchlafÜbelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaftübelriechende Absonderungen und Blutungenwunde, nässende Hautstellen in Falten und Beugen

Abgrenzung

Nitricum acidum teilt die wundmachenden, übelriechenden Absonderungen und die splitterartigen Schmerzen, hat dabei jedoch die charakteristische Verschlimmerung durch Erschütterung und den Uringeruch nach Pferdeurin. Arsenicum album zeigt ebenfalls brennende, scharfe Absonderungen mit nächtlicher Unruhe, ist dabei aber ängstlich getrieben und durch Wärme deutlich gebessert. Sepia hat ebenfalls Weißfluss und Beckenbeschwerden, dort steht jedoch das Herabdrängen und die Gleichgültigkeit im Vordergrund, nicht das Brennen und der üble Geruch.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumNitricum acidumGraphitesCarbolicum acidumPsorinumSepia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.