Kreosotum wird aus dem Destillat des Buchenholzteers gewonnen und ist in der klassischen Materia medica als ausgeprägtes Mittel für scharfe, wundmachende Absonderungen und rasch fortschreitenden Zerfall von Geweben beschrieben. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei brennendem, wundmachendem Weißfluss, bei übelriechenden Absonderungen und bei rasch zerstörter Zahnsubstanz. Kennzeichnend ist die Verbindung von Brennen, Jucken und üblem Geruch.
Konstitution
Gemütsbild
Ruhelosigkeit in den Nacht- und AbendstundenReizbarkeit durch anhaltenden Juckreiz und SchlafmangelErschöpfung mit Ohnmachtsgefühl am MorgenUngeduld und Eigensinn, besonders bei Kindern
Das Gemütsbild von Kreosotum ist in der Literatur weniger ausgeführt als die körperlichen Zeichen. Im Vordergrund steht die Ruhelosigkeit, die in den Repertorien für die Abend- und Nachtstunden mit höchstem Grad vermerkt ist: Die Betroffenen finden keine Lage, kommen nicht zur Ruhe und schlafen erst gegen Morgen tief. Aus dem Schlafmangel und dem quälenden Brennen und Jucken entsteht Gereiztheit und Verdrossenheit. Die klassische Literatur beschreibt bei Kindern Eigensinn und Ungeduld, bei Erwachsenen ein niedergedrücktes, hinfälliges Gemüt. Über diese Angaben hinaus ist das Gemüt nicht näher beschrieben.
Ängste: nächtliche Unruhe mit Ängstlichkeit, Sorge angesichts des anhaltenden Ausflusses, Ohnmachtsgefühl am Morgen, das ängstigt
Leitsymptome
- nachts und in den Abendstunden
- nach der Menstruation
- im Liegen (Husten)
- Gähnen
- Ruhe
- linke Körperseite
- kalte Anwendungen
- Wärme und warmes Einhüllen
- Bewegung
- Aufsitzen
- warmes Essen, wie die Literatur nennt
Verlangen und Abneigungen
- In der klassischen Literatur wird Verlangen nach geräucherten und stark gesalzenen Speisen genannt
- kalte Getränke bei trockenem Mund
- Fleisch, wie einzelne Autoren beschreiben
- Speisen bei anhaltender Übelkeit
- in den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren hochgradigen Abneigungen vermerkt
In Repertorien häufig zugeordnet
wundmachender, brennender Weißfluss mit JuckreizBeschwerden der Zähne mit raschem Zerfall und blutendem Zahnfleischnächtliches Einnässen bei Kindern im tiefen SchlafÜbelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaftübelriechende Absonderungen und Blutungenwunde, nässende Hautstellen in Falten und Beugen
Abgrenzung
Nitricum acidum teilt die wundmachenden, übelriechenden Absonderungen und die splitterartigen Schmerzen, hat dabei jedoch die charakteristische Verschlimmerung durch Erschütterung und den Uringeruch nach Pferdeurin. Arsenicum album zeigt ebenfalls brennende, scharfe Absonderungen mit nächtlicher Unruhe, ist dabei aber ängstlich getrieben und durch Wärme deutlich gebessert. Sepia hat ebenfalls Weißfluss und Beckenbeschwerden, dort steht jedoch das Herabdrängen und die Gleichgültigkeit im Vordergrund, nicht das Brennen und der üble Geruch.
Verwandte Mittel
Arsenicum albumNitricum acidumGraphitesCarbolicum acidumPsorinumSepia
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.