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Materia medica · Nr. 1948

Kerosolenum

Keroso.

In 5 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Kerosolenum, in älteren Werken auch Kerosolene geschrieben, ist ein leichtes Destillat aus dem Erdöl. Im 19. Jahrhundert wurde es kurzzeitig zum Betäuben durch Einatmen verwendet, ähnlich dem Äther. Die wenigen überlieferten Angaben stammen aus dieser Zeit und zeichnen genau den Rauschzustand vor der Betäubung: gehobene Stimmung, Lachen, danach Empfindungslosigkeit.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Das Mittel wird über einen Zustand beschrieben, nicht über einen Körperbau.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentEin dauerhaftes Temperament ist nicht beschrieben. Was vorliegt, ist die Schilderung eines vorübergehenden Zustands: eine überschwängliche, gehobene Verfassung mit unwillkürlichem Lachen, wie sie beim Einatmen betäubender Dämpfe beobachtet wurde.

Gemütsbild

Überschwängliche, entrückte StimmungUnwillkürliches LachenÜbergang von Erregung in EmpfindungslosigkeitNur wenige Angaben überliefert

Die Gemütsangaben zu Kerosolenum sind knapp, aber in sich stimmig: Verzeichnet sind ein Zustand der Entrücktheit und Verzückung sowie Lachen. Beides stammt aus Beobachtungen an Menschen, die den Dampf eingeatmet hatten - es ist die kurze Phase der Erregung, bevor die Empfindung schwindet. Ein durchgezeichnetes Arzneimittelbild mit Ängsten, Beziehungsthemen oder einem festen Charakterbild liegt nicht vor. Verwandte Stoffe wie Lachgas und Äther sind in derselben Weise überliefert; alle drei sind über ihre betäubende Wirkung und den vorausgehenden Rausch beschrieben, nicht über eine breite Prüfung.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Empfindungslosigkeit und Betäubung - im klinischen Kapitel der Datenbasis ausdrücklich verzeichnet
Nachlassen des Schmerzempfindens bis zur völligen Gefühllosigkeit
Vorausgehende Erregung mit Lachen und gehobener Stimmung
Weitere körperliche Angaben liegen nicht vor
Verschlechterung
  • Einatmen von Dämpfen und Gerüchen
  • Stickige, schlecht gelüftete Räume
Verbesserung
  • Frische Luft
  • Ruhe, bis der Zustand abklingt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Zuständen von Entrücktheit und Verzückung aufgeführtIn Repertorien bei unwillkürlichem Lachen genanntIn Repertorien bei Empfindungslosigkeit und Betäubung verzeichnet

Abgrenzung

Nitrogenum oxygenatum, das Lachgas, ist bei Lachen und gehobener Stimmung mit nachfolgender Betäubung das bekanntere Mittel derselben Gruppe. Aether und Chloroformum sind ähnlich über die Wirkung des Einatmens überliefert. Petroleum, das aus derselben Rohstoffquelle stammt, ist dagegen ein breit geprüftes Mittel mit ganz anderem Schwerpunkt - rissiger Haut, Übelkeit bei Bewegung und Verschlimmerung im Winter - und darf mit Kerosolenum nicht gleichgesetzt werden.

Verwandte Mittel

Nitrogenum oxygenatumAetherChloroformumPetroleumBenzinum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.