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Materia medica · Nr. 188

Kalmia latifolia

Kalm.

In 2.179 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Kalmia latifolia, die Berglorbeerrose, wird in der Materia medica als Mittel für rheumatische Beschwerden mit Beteiligung des Herzens beschrieben. Kennzeichnend sind wandernde, reißende Gelenkschmerzen, die von oben nach unten ziehen, und stechende Schmerzen in der Herzgegend, die bis in die linke Hand ausstrahlen. Typisch ist der Zusammenhang zwischen einem abklingenden Gelenkrheumatismus und neu auftretenden Herzbeschwerden.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; beschrieben werden Menschen mit rheumatischer Veranlagung, oft nach durchgemachtem Gelenkrheumatismus.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen in den vorliegenden Rubriken keine eigenen Einträge vor. Verzeichnet ist lediglich, dass Angst in der Herzgegend empfunden wird. Die klassische Literatur beschreibt eine begleitende Beklommenheit und Furcht bei den Herzbeschwerden, kein eigenständig ausgearbeitetes Gemütsbild.

Gemütsbild

Angst, die körperlich in der Herzgegend empfunden wirdBeklommenheit bei Herzklopfen und HerzschmerzIm Übrigen in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Das Kapitel Gemüt ist bei Kalmia in den vorliegenden Rubriken kaum besetzt. Der einzige deutliche Eintrag verlegt die Angst in den Körper: Sie wird in der Herzgegend empfunden und tritt zusammen mit Herzklopfen und Stichen auf. Die klassische Literatur beschreibt entsprechend keine ausgearbeitete seelische Charakteristik, sondern die Beklommenheit und Furcht, die die Herzsymptome begleiten. Wer das Mittel einsetzt, stützt sich daher üblicherweise auf die körperlichen Kennzeichen und die Modalitäten, nicht auf ein Gemütsbild. Weitergehende Aussagen zum Wesen des Mittels sind in der Literatur nicht näher beschrieben.

Ängste: Angst, in der Herzgegend empfunden, Beklommenheit während Herzklopfen

Leitsymptome

Reißende, wandernde Gelenkschmerzen, die typischerweise von oben nach unten ziehen; Schultern, Handgelenke, Hüften und Knie sind genannt
Stechende Schmerzen in der Herzgegend mit Ausstrahlung bis in die linke Hand, Herzklopfen und Herzgeräusche
Entzündliche Herzbeschwerden im Anschluss an rheumatische Gelenkerkrankungen, mit langsamem, unregelmäßigem oder aussetzendem Puls
Augenschmerzen beim Bewegen der Augen und beim Blick zur Seite, mit Steifheitsgefühl der Augäpfel; Beschwerden nehmen bis Mittag zu
Rechtsseitiger, reißend-stechender Gesichtsschmerz
Ausgeprägte Schwäche mit zittriger Kraftlosigkeit und langsamem Puls
Verschlechterung
  • Bewegung, besonders Beugen und Vorbeugen
  • Kaltwerden und kalte Luft
  • Abends und nachts
  • Beim Blick zur Seite und bei Augenbewegung
  • Treppensteigen
Verbesserung
  • Ruhe und ruhiges Liegen
  • Sitzen, besonders bei Bauchschmerzen
  • Warmes Zudecken
  • Nach oben gerichtete Bewegung, während Beugen verschlimmert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei rheumatischen Gelenkschmerzen mit Wanderung von oben nach unten aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Herzbeschwerden im Gefolge rheumatischer ErkrankungenBei stechendem Herzschmerz mit Ausstrahlung in die linke Hand genanntBei Entzündungen der Herzinnenhaut und des Herzbeutels verzeichnetBei Augenschmerzen mit Verschlechterung durch Augenbewegung aufgeführtBei rechtsseitigem Gesichtsschmerz in der Literatur beschrieben

Abgrenzung

Spigelia teilt den stechenden Herzschmerz mit Ausstrahlung, betont jedoch die linksseitige Gesichtsneuralgie und die Verschlechterung durch Berührung und Erschütterung. Rhus toxicodendron zeigt ebenfalls rheumatische Steifheit, bessert sich aber deutlich durch fortgesetzte Bewegung, während Kalmia durch Bewegung schlechter wird. Aconitum wird bei plötzlichen Herzbeschwerden mit Todesfurcht genannt; Kalmia hat kein derart heftiges Gemütsbild. Ledum palustre lässt seine Gelenkschmerzen ebenfalls von unten nach oben wandern und ist damit in der Richtung entgegengesetzt.

Verwandte Mittel

SpigeliaRhus toxicodendronAconitum napellusLedum palustreDigitalis purpureaPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.