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Materia medica · Nr. 1934

Kalium silicicum

Kali-sil.

In 7 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Kalium silicicum, das Kaliumsilikat, verbindet die beiden Grundzüge seiner Bestandteile: vom Kalium die Pflichttreue und die innere Steifheit, von der Kieselsäure die zarte Empfindlichkeit und den Mangel an Durchsetzungskraft. Die Datenbasis zeichnet dementsprechend einen scheuen, unsicheren Menschen, der sich nichts zutraut und sich schwer entscheiden kann, dabei innerlich friert und freundlichen Zuspruch nicht verträgt. Körperlich sind grünlicher Auswurf und Erbrechen beim Husten verzeichnet.

Konstitution

KörperbauFür die Kieselsäure-Verwandtschaft werden zarte, feingliedrige Menschen mit blasser Haut, feinem Haar und geringer Widerstandskraft beschrieben; ein eigener Körperbau für das Kaliumsalz ist nicht ausgearbeitet.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Datenbasis zeichnet einen zurückhaltenden, scheuen Menschen mit wenig Selbstvertrauen, der sich schwer entschließen kann. Bezeichnend ist die Empfindlichkeit gegenüber Trost: Freundliche Worte verschlimmern eher, als dass sie erleichtern. Dazu tritt ein innerlich empfundener Frost, der auch bei äußerer Wärme bleibt. Das ergibt ein stilles, frierendes, unsicheres Wesen.

Gemütsbild

Schüchternheit, besonders bei Kindern verzeichnetMangel an SelbstvertrauenUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitVerschlechterung durch Trost und freundliche Worte

Das Gemütsbild von Kalium silicicum ist trotz der schmalen Datenbasis in sich stimmig. Im Mittelpunkt steht das fehlende Zutrauen zu sich selbst: Man hält sich für zu schwach, zu wenig fähig, und aus dieser Grundhaltung erwächst die Unentschlossenheit, die die Repertorien eigens verzeichnen. Bei Kindern zeigt sich das als Schüchternheit, als Zurückweichen vor fremden Menschen und neuen Aufgaben. Auffällig und für die Mittelwahl wertvoll ist die Verschlechterung durch Trost. Wer Kalium silicicum braucht, will die freundlichen Worte nicht hören; der Zuspruch macht die eigene Schwäche erst recht deutlich und drückt eher nieder, als dass er aufrichtet. Der innerliche Frost, der ebenfalls verzeichnet ist, unterstreicht das Bild einer nach innen gewandten, wenig durchwärmten Verfassung.

Ängste: Scheu vor fremden Menschen und neuen Aufgaben, Angst zu versagen, wie sie aus dem fehlenden Selbstvertrauen erwächst

Leitsymptome

Grünlicher Auswurf, die einzige Angabe zu den Absonderungen der Atemwege
Erbrechen beim Husten, in den Magenrubriken eigens als verschlimmernder Zusammenhang geführt
Innerlich empfundener Frost, der auch bei äußerer Wärme bestehen bleibt
Geringe Widerstandskraft, wie sie für die Kieselsäure-Verwandtschaft beschrieben wird
Weitere körperliche Angaben liegen in der Datenbasis nicht vor
Verschlechterung
  • Trost und freundliche Worte, ausdrücklich als verschlimmernd verzeichnet
  • Husten, in dessen Verlauf Erbrechen auftritt
  • Kälte, die den innerlichen Frost verstärkt
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
  • Für die Kieselsäure-Verwandtschaft wird Wärme, besonders Einhüllen des Kopfes, als bessernd beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
Abneigung
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Schüchternheit bei KindernZustände mit fehlendem SelbstvertrauenUnentschlossenheitGrünlicher AuswurfHusten, der Erbrechen auslöstInnerliches Frieren

Abgrenzung

Silicea terra ist der nächste Verwandte und in jeder Hinsicht besser belegt; dort sind Schüchternheit, Nachgiebigkeit und das Frieren am ausführlichsten beschrieben, dazu die Neigung zu Eiterungen. Natrium muriaticum und Sepia teilen die Verschlechterung durch Trost, unterscheiden sich aber durch Verschlossenheit nach Kummer beziehungsweise durch Abgestumpftheit gegenüber den Nächsten. Baryta carbonica steht der Schüchternheit von Kindern besonders nahe, verbindet sie jedoch mit langsamer Entwicklung. Kalium carbonicum bringt die Pflichttreue und die Ängstlichkeit der Kaliumreihe mit. Kalium silicicum bleibt ein Randmittel, dessen Platz sich aus der Verbindung dieser beiden Linien ergibt.

Verwandte Mittel

Silicea terraKalium carbonicumBaryta carbonicaNatrium muriaticumSepia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.