Kalium sulfuricum, das schwefelsaure Kali, ist eines der zwölf Schüßler-Salze und wird in der Materia medica als Mittel der späten Katarrhstadien beschrieben. Kennzeichnend sind gelbe, schleimig-eitrige Absonderungen aus Nase, Ohren und Bronchien sowie schuppende Hautausschläge. Auffallend ist die deutliche Verschlechterung in warmen Räumen und das Verlangen nach frischer, kühler Luft.
Konstitution
Gemütsbild
Angst, die sich durch Wärme verschlimmertReizbarkeit und rasch aufflammender ÄrgerRuhelosigkeit und Bedürfnis nach frischer LuftUngeduld und Empfindlichkeit gegen Enge
Die Repertorien verzeichnen allgemeines Angstgefühl, Reizbarkeit und Zorn im höchsten Grad und heben dabei eine für dieses Mittel kennzeichnende Verbindung hervor: Die Angst wird durch Wärme schlechter und tritt auch im Freien auf. Damit ist die Gemütsebene an dieselbe Modalität gekoppelt wie die körperlichen Beschwerden. Die klassische Literatur beschreibt einen ungeduldigen, leicht erregbaren Menschen, der in geschlossenen, warmen Räumen unruhig und gereizt wird und im Freien deutlich aufatmet. Die seelische Zeichnung bleibt insgesamt weniger ausgearbeitet als bei Pulsatilla, dem das Mittel in der Modalität nahesteht.
Ängste: Angstgefühl, das im warmen Zimmer zunimmt, Beklemmung in geschlossenen, überheizten Räumen, Unruhe im Freien, ohne bestimmten Anlass
Leitsymptome
- Warmes Zimmer und Erhitztwerden
- Abends und nachts
- Ruhe und längeres Sitzen
- Enge, geschlossene Räume
- Frische, kühle Luft und Gehen im Freien
- Bewegung
- Kalte Anwendungen bei Gesichtsschmerz
- Aufdecken
Verlangen und Abneigungen
- Ausgeprägtes Verlangen nach frischer Luft
- In der Literatur genannt: Verlangen nach kalten Getränken und Süßem
- In den Rubriken nicht eigens ausgewiesen
- In der Literatur genannt: Abneigung gegen warme, fette Speisen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei gelbem, schleimig-eitrigem Katarrh der Nase und Bronchien aufgeführtKlassisch zugeordnet zu rasselndem Husten im späten ErkältungsstadiumBei Ohrabsonderung und Beschwerden der Ohrtrompete genanntBei schuppenden Hautausschlägen und gelben Kopfschuppen verzeichnetBei wandernden Gliederschmerzen mit Besserung durch Bewegung aufgeführtAls sechstes Schüßler-Salz in der Literatur bei chronischen Absonderungen beschrieben
Abgrenzung
Pulsatilla teilt die deutliche Besserung im Freien, die Verschlechterung im warmen Zimmer und die milden gelben Absonderungen; sie zeigt jedoch ein weiches, tränenreiches und trostsuchendes Gemüt, während bei Kalium sulfuricum Reizbarkeit und Ärger im Vordergrund stehen. Kalium bichromicum hat zähere, fadenziehende Absonderungen und punktförmig begrenzte Schmerzen. Hepar sulphuris ist ausgeprägt frostig und berührungsempfindlich, also in der Thermalität entgegengesetzt. Natrium muriaticum wird in der Verwandtschaft genannt, zeigt aber wässrige Absonderungen und ein verschlossenes Gemüt.
Verwandte Mittel
PulsatillaKalium bichromicumNatrium muriaticumCalcarea sulfuricaHepar sulphuris calcareumSulphur
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.