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Materia medica · Nr. 187

Kalium sulfuricum

Kali-s.

In 2.165 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Kalium sulfuricum, das schwefelsaure Kali, ist eines der zwölf Schüßler-Salze und wird in der Materia medica als Mittel der späten Katarrhstadien beschrieben. Kennzeichnend sind gelbe, schleimig-eitrige Absonderungen aus Nase, Ohren und Bronchien sowie schuppende Hautausschläge. Auffallend ist die deutliche Verschlechterung in warmen Räumen und das Verlangen nach frischer, kühler Luft.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; beschrieben werden Menschen mit Neigung zu wiederkehrenden Katarrhen und zu schuppenden Hautausschlägen.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentDie Rubriken führen allgemeines Angstgefühl, Reizbarkeit und Zorn im höchsten Grad; die Angst wird ausdrücklich durch Wärme schlechter und tritt auch im Freien auf. Beschrieben wird ein leicht erregbarer, ungeduldiger Mensch, der Enge und Wärme schlecht erträgt und im Freien aufatmet.

Gemütsbild

Angst, die sich durch Wärme verschlimmertReizbarkeit und rasch aufflammender ÄrgerRuhelosigkeit und Bedürfnis nach frischer LuftUngeduld und Empfindlichkeit gegen Enge

Die Repertorien verzeichnen allgemeines Angstgefühl, Reizbarkeit und Zorn im höchsten Grad und heben dabei eine für dieses Mittel kennzeichnende Verbindung hervor: Die Angst wird durch Wärme schlechter und tritt auch im Freien auf. Damit ist die Gemütsebene an dieselbe Modalität gekoppelt wie die körperlichen Beschwerden. Die klassische Literatur beschreibt einen ungeduldigen, leicht erregbaren Menschen, der in geschlossenen, warmen Räumen unruhig und gereizt wird und im Freien deutlich aufatmet. Die seelische Zeichnung bleibt insgesamt weniger ausgearbeitet als bei Pulsatilla, dem das Mittel in der Modalität nahesteht.

Ängste: Angstgefühl, das im warmen Zimmer zunimmt, Beklemmung in geschlossenen, überheizten Räumen, Unruhe im Freien, ohne bestimmten Anlass

Leitsymptome

Gelbe, schleimig-eitrige Absonderungen aus Nase, Ohr und Bronchien im späten Stadium eines Katarrhs, oft zäh und klebrig
Rasselnder Husten, nachts schlechter, mit Auswurf, der geschluckt werden muss; ausgeprägte Neigung zu Bronchialkatarrh
Ausgeprägte Verschlechterung im warmen Zimmer, Besserung im Freien und beim Gehen an frischer Luft
Wandernde, stechende und reißende Schmerzen in den Gliedern, die durch Bewegung gebessert werden
Schuppende Hautausschläge, Geschwüre an den Unterschenkeln; gelbe Schuppen der Kopfhaut mit Haarausfall
Absonderung aus dem Ohr mit Beteiligung der Ohrtrompete, Ohrgeräusche und Klingen
Verschlechterung
  • Warmes Zimmer und Erhitztwerden
  • Abends und nachts
  • Ruhe und längeres Sitzen
  • Enge, geschlossene Räume
Verbesserung
  • Frische, kühle Luft und Gehen im Freien
  • Bewegung
  • Kalte Anwendungen bei Gesichtsschmerz
  • Aufdecken

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Ausgeprägtes Verlangen nach frischer Luft
  • In der Literatur genannt: Verlangen nach kalten Getränken und Süßem
Abneigung
  • In den Rubriken nicht eigens ausgewiesen
  • In der Literatur genannt: Abneigung gegen warme, fette Speisen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei gelbem, schleimig-eitrigem Katarrh der Nase und Bronchien aufgeführtKlassisch zugeordnet zu rasselndem Husten im späten ErkältungsstadiumBei Ohrabsonderung und Beschwerden der Ohrtrompete genanntBei schuppenden Hautausschlägen und gelben Kopfschuppen verzeichnetBei wandernden Gliederschmerzen mit Besserung durch Bewegung aufgeführtAls sechstes Schüßler-Salz in der Literatur bei chronischen Absonderungen beschrieben

Abgrenzung

Pulsatilla teilt die deutliche Besserung im Freien, die Verschlechterung im warmen Zimmer und die milden gelben Absonderungen; sie zeigt jedoch ein weiches, tränenreiches und trostsuchendes Gemüt, während bei Kalium sulfuricum Reizbarkeit und Ärger im Vordergrund stehen. Kalium bichromicum hat zähere, fadenziehende Absonderungen und punktförmig begrenzte Schmerzen. Hepar sulphuris ist ausgeprägt frostig und berührungsempfindlich, also in der Thermalität entgegengesetzt. Natrium muriaticum wird in der Verwandtschaft genannt, zeigt aber wässrige Absonderungen und ein verschlossenes Gemüt.

Verwandte Mittel

PulsatillaKalium bichromicumNatrium muriaticumCalcarea sulfuricaHepar sulphuris calcareumSulphur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.