Kalium cyanatum, das homöopathisch aufbereitete Zyankali, gehört zu den stark wirksamen mineralischen Arzneien, die aus einem heftigen Gift gewonnen wurden. Die Materia medica beschreibt es vor allem bei nervenschmerzartigen Zuständen im Gesicht und am Auge sowie bei Schwäche der Beine und Anfällen von Ohnmacht. Kennzeichnend sind der starre Blick, Doppeltsehen und eine unregelmäßige, anfallsweise auftretende Atmung.
Konstitution
Gemütsbild
Reizbarkeit gegenüber abwesenden PersonenBeklemmende Ängstlichkeit in der BrustErschöpfung mit Neigung zur OhnmachtBedrängnis durch die anfallsweise erschwerte AtmungKein umfassendes Charakterbild in der Literatur
Das Gemütskapitel von Kalium cyanatum ist schmal. Die auffälligste Rubrik ist die Reizbarkeit, die sich gegen abwesende Menschen richtet - ein Ärger, der im Inneren weiterarbeitet, ohne dass sein Gegenüber anwesend wäre. Daneben verzeichnen die Repertorien Ängstlichkeit in der Brust, die zusammen mit der Beklemmung und den vormittäglichen Brustschmerzen auftritt. Die Kali-Gruppe wird in der klassischen Literatur allgemein als pflichtbewusst, streng und wenig anpassungsfähig beschrieben; für dieses Salz im Besonderen ist das jedoch nicht ausgearbeitet und sollte nicht ohne Weiteres übertragen werden. Die Mittelwahl stützt sich auf die Nervenschmerzen, die Schwäche und die Atemsymptome.
Ängste: Beklemmende Ängstlichkeit in der Brust, Beunruhigung bei den Anfällen von Atemnot und Ohnmacht
Leitsymptome
- Vormittags, ausdrücklich gegen zehn Uhr, für Brustschmerz und Schwäche
- Nachmittags, für Kopfschmerz und Schwere der Beine
- Nachts, durch den schlafverhindernden Husten
- Schlucken, wegen des Kehlkopfschmerzes
- Ruhe und Liegen
- Frische Luft bei der Atemnot
- Wärme, entsprechend der Frostigkeit der Kali-Gruppe
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei nervenschmerzartigen Beschwerden, besonders im Bereich von Gesicht und Auge, aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Schwäche der Beine mit Schweregefühl am NachmittagBei Doppeltsehen und starrem Blick verzeichnetBei anfallsweise erschwerter, ungleichmäßiger Atmung genanntBei schaumiger Nasenabsonderung aufgeführtBei Neigung zur Ohnmacht beschriebenIn den klinischen Rubriken bei Zuständen nach Schlaganfall verzeichnet
Abgrenzung
Spigelia ist das weit besser belegte Mittel bei Nervenschmerz am Auge mit Stichen, die bis in die Augenhöhle ziehen, und Verschlimmerung durch Bewegung der Augen. Cedron zeigt den Gesichtsnervenschmerz mit auffallender Regelmäßigkeit der Anfallszeiten. Kalmia latifolia steht bei Nervenschmerzen, die von oben nach unten wandern. Kali carbonicum teilt die Schwäche und die Frostigkeit der Kali-Gruppe, mit Verschlimmerung gegen drei Uhr nachts und Schwellung der Oberlider. Wegen der schmalen Prüfungsgrundlage sollte Kalium cyanatum erst nach den besser belegten Mitteln erwogen werden.
Verwandte Mittel
Spigelia anthelmiaKali carbonicumCedronKalmia latifoliaHydrocyanicum acidumCausticum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.