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Materia medica · Nr. 182

Kalium chloricum

Kali-chl.

In 1.318 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Kalium chloricum, das chlorsaure Kalium, wird in der Materia medica als Mittel der Schleimhäute mit weißen, milchigen Absonderungen und Geschwürsbildung beschrieben. Kennzeichnend sind Aphthen und weiße Beläge in Mund und Rachen, milchig-weißer Auswurf sowie Reizzustände von Nieren und Blase. Das Bild wird in der Literatur als vergleichsweise eng umschrieben geführt.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; das Mittel wird über Schleimhaut- und Organsymptome beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt sind in den Rubriken nur einzelne, schwere Zustände ausgewiesen. Die Literatur beschreibt keine differenzierte seelische Charakteristik; das Mittelbild ruht auf körperlichen Zeichen.

Gemütsbild

Verweigerung der Nahrungsaufnahme, in den Rubriken im hohen Grad verzeichnetSchwere Erregungszustände sind als eigene Rubrik ausgewiesenEin differenziertes Gemütsbild ist in der Literatur nicht beschrieben

Zu Kalium chloricum liegen in den vorliegenden Rubriken nur wenige Gemütssymptome vor, und diese betreffen ausgeprägte Ausnahmezustände: die Weigerung zu essen sowie schwere Erregungszustände. Ein feiner abgestuftes seelisches Bild, wie es die großen Konstitutionsmittel zeigen, wird in der klassischen Materia medica nicht überliefert. Das Mittel wird überwiegend über die Schleimhäute von Mund, Rachen, Harnwegen und Atemwegen sowie über Nierenbeschwerden beschrieben. Angaben zum Gemüt sollten daher zurückhaltend beurteilt werden.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Aphthen im Mund mit geschwollener Schleimhaut, weichem, schwammigem Zahnfleisch und Zahnfleischentzündung
Weiße, exsudative Beläge im Rachen; Halskatarrh
Milchig-weißer, undurchsichtiger Auswurf; Katarrh der Lunge
Nierenentzündung mit Nierenschmerzen; Eiweiß- und Zylinderbefunde im Harn, dunkler bis schwarzer Urin
Chronischer Blasenkatarrh mit schleimig-eitriger Absonderung und tropfenweiser Entleerung
Dünne, schleimige bis milchig-weiße Absonderung aus der Harnröhre mit Entzündung
Hautgeschwüre, Ekzeme, Ausschlag um den Mund; Geschwüre im Gesicht
Pustulöse Bindehautentzündung, Entzündung der Hornhaut, Blutungen der Bindehaut
Ohrbeschwerden mit dicker, gelblich-grüner oder weißlicher Absonderung; Mittelohrentzündung und Tubenkatarrh
Verschlechterung
  • Fette Speisen
  • Gebäck und Backwaren
  • Morgens, mit Müdigkeit
  • Feuchte Witterung, in der Literatur erwähnt
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Fette Speisen, die die Beschwerden verstärken
  • Gebäck, das schlecht vertragen wird

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Aphthen und Entzündungen der Mundschleimhaut aufgeführtKlassisch zugeordnet zu weißen Belägen im RachenBei chronischem Blasenkatarrh mit schleimig-eitriger Absonderung verzeichnetBei Nierenentzündung mit auffälligem Harnbefund genanntBei Ohrbeschwerden mit dicker Absonderung in der Literatur beschriebenBei Hautgeschwüren und Ekzemen aufgeführt

Abgrenzung

Kalium bichromicum teilt die zähen, festhaftenden Absonderungen und die Geschwüre, zeigt jedoch charakteristisch fadenziehenden, gelbgrünen Schleim und punktförmig begrenzte Schmerzen. Kalium muriaticum steht ebenfalls für weiße Beläge und milchige Absonderungen, jedoch mit Betonung von Mittelohr und Tuben. Mercurius solubilis hat ebenfalls Mundgeschwüre und Zahnfleischentzündung, dabei aber vermehrten Speichelfluss, Mundgeruch und Nachtverschlimmerung. Für Kalium chloricum spricht die Verbindung von Mundschleimhaut, weißen Absonderungen und Nierenbeteiligung.

Verwandte Mittel

Kalium bichromicumKalium muriaticumMercurius solubilisNitricum acidumBoraxCantharis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.