Kalium bromatum ist in der Materia medica vor allem ein Mittel der überreizten und zugleich erlahmenden Nerventätigkeit. Kennzeichnend sind eine Unruhe, die sich in den Händen entlädt und keinen Augenblick des Stillsitzens erlaubt, dazu Schwermut, quälende Vorstellungen und ein deutlich verlangsamtes, wortarmes Denken. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Erregbarkeit, Traurigkeit, Trägheit des Denkens, Weinerlichkeit und schrecklichen Träumen auf.
Konstitution
Gemütsbild
Ruhelosigkeit der Hände, ständiges Beschäftigtsein, Zupfen an der BettdeckeSchwermut und WeinerlichkeitVerlangsamung von Denken und Sprechen, WortfindungsstörungenFurcht vor Geisteskrankheit und vor drohendem UnheilSelbstvorwürfe, oft im Zusammenhang mit dem Geschlechtsleben
Das Gemütsbild ist bei Kalium bromatum ungewöhnlich reich ausgearbeitet. Die Repertorien führen Erregbarkeit, Traurigkeit, Trägheit und die Neigung zum Weinen im höchsten Grad auf; hinzu kommen Fehler beim Schreiben, Verwendung falscher Wörter, Vergesslichkeit der Worte beim Sprechen, Ideenmangel und langsame Sprache. Charakteristisch ist die motorische Unruhe: Die Hände müssen ständig etwas tun, greifen und zupfen; Beschäftigung bessert, Nichtstun verschlimmert. Beschrieben werden ferner die Furcht, den Verstand zu verlieren, die Vorstellung, verfolgt zu werden, das Hören von Stimmen und Selbstvorwürfe, die die Literatur häufig mit dem Geschlechtsleben verknüpft. Auffahren durch Schreck und schreckliche Träume gehören ebenso zum Bild wie Selbstmordgedanken. Bei solchen Zuständen ist ärztliche oder therapeutische Begleitung angezeigt.
Ängste: Furcht vor Geisteskrankheit, Furcht, dass sich etwas ereignen wird, Angst, die durch Anstrengung zunimmt, Nächtliche Schreckträume und Auffahren durch Schreck
Leitsymptome
- Bei Untätigkeit und Alleinsein
- Nach Schreck und Gefühlserregung
- Gegen zwei Uhr nachts
- Während der Menses
- Durch geistige Anstrengung
- Durch Beschäftigung, in den Rubriken ausdrücklich als Besserung verzeichnet
- Durch Bewegung der Hände
- In Gesellschaft und Ablenkung
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Abneigung gegen den Beischlaf
- Erschwertes Schlucken von Flüssigkeiten
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei nervöser Unruhe mit ständiger Bewegung der Hände aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Schwermut mit Verlangsamung des Denkens und WortfindungsstörungenBei Schlaflosigkeit durch Kummer und bei schreckhaften Träumen verzeichnetIn der Literatur bei Krampfanfällen nach Schreck und im Zusammenhang mit dem Zyklus genanntBei krampfartigem Husten und spastischem Asthma aufgeführtBei Hautausschlägen im Gesicht mit Pusteln verzeichnet
Abgrenzung
Von Kalium phosphoricum, das ebenfalls bei nervöser Erschöpfung mit Gedächtnisschwäche genannt wird, unterscheidet Kalium bromatum die auffällige motorische Unruhe der Hände und die quälenden Vorstellungen. Stramonium teilt die Schreckträume und die Furcht, verfolgt zu werden, zeigt aber Lichtscheu und Verschlimmerung im Dunkeln. Tarentula hispanica hat ebenfalls unaufhörliche Bewegung, jedoch mit Besserung durch Musik. Agaricus wird bei Zuckungen und Unruhe genannt, ohne die schwere Gemütsverdunkelung. Für Kalium bromatum spricht die Verbindung von Handunruhe, Wortverlust und Schwermut.
Verwandte Mittel
Kalium phosphoricumStramoniumTarentula hispanicaAgaricus muscariusConium maculatumOpium
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.