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Materia medica · Nr. 179

Kalium bichromicum

Kali-bi.

In 8.126 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Kalium bichromicum ist das homöopathisch aufbereitete Kaliumdichromat und gilt in der klassischen Materia medica als das große Schleimhautmittel. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei zähem, klebrigem, fadenziehendem Auswurf und Schleim – der bekannteste Zug des Mittels. Kennzeichnend sind daneben Schmerzen auf kleinstem Raum, die man mit der Fingerspitze bedecken kann, und wandernde Beschwerden.

Konstitution

KörperbauDie Literatur beschreibt häufig kräftige, vollblütige, eher fülligere Menschen; die Rubrik Blutüberfülle steht im höchsten Grad. Auffällig ist die Neigung zu Schwellungen der Schleimhäute.
Thermalitätfrostig
TemperamentBeschrieben wird eine eher unauffällige, mürrische und wenig unternehmungslustige Verfassung. Die Rubrik Mangel an Lebenswärme mit dauerndem Frieren steht im höchsten Grad; die Kälteempfindlichkeit prägt das Allgemeinbefinden stärker als ein ausgeprägtes Gemütsthema.

Gemütsbild

Verdrossenheit und Abneigung gegen geistige AnstrengungWunsch nach Ruhe und Rückzug bei körperlichem UnwohlseinEmpfindlichkeit gegenüber Kälte und Wetterwechselwenig ausgeprägtes eigenständiges Gemütsbild in der klassischen Literatur

Kalium bichromicum ist in erster Linie über seine körperlichen Kennzeichen beschrieben; ein ausgearbeitetes Gemütsbild wie bei den großen Konstitutionsmitteln findet sich in der klassischen Literatur nicht. Genannt werden Verdrossenheit, Abneigung gegen Beschäftigung und geistige Arbeit sowie eine gleichgültige, teilnahmslose Verfassung während der akuten Beschwerden. Die vorliegenden Rubriken enthalten keine hochgradigen Gemütszeichen; das Bild ergibt sich vor allem aus der Kälteempfindlichkeit und dem Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden. Neuere Autoren beschreiben eine Tendenz zu Regelhaftigkeit und Ordnungsliebe, dies ist jedoch nicht durch Repertoriumsrubriken belegt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine kennzeichnenden Ängste im hohen Grad geführt, beschrieben wird Beklemmung bei der nächtlichen Atemnot und beim kruppartigen Husten

Leitsymptome

Zäher, klebriger, fadenziehender Schleim, der sich in langen Fäden ziehen lässt – das bekannteste Kennzeichen des Mittels (Rubriken Auswurf fadenziehend und zäh, Grad 3)
Schmerzen auf kleinem, genau angebbarem Fleck, den man mit der Fingerspitze bedecken kann, wie es die Materia medica durchgängig beschreibt
Wandernde Schmerzen, die von Ort zu Ort springen (Rubrik Schmerz wandernd, Grad 3)
Wie ausgestanzt wirkende Geschwüre mit steilen Rändern an Schleimhäuten und Haut
Zäher, gelb-grüner Schnupfen mit Absonderung aus den Choanen, Schmerz an der Nasenwurzel, Krusten in der Nase
Kopfschmerz, der periodisch täglich zur gleichen Stunde auftritt, klassisch mit vorangehendem Verschwimmen des Sehens
Verschlechterung
  • morgens, besonders beim Erwachen und gegen 2 bis 3 Uhr
  • Kälte und kaltes, feuchtes Wetter
  • heißes Sommerwetter
  • nach dem Essen; Bier wird in der Literatur als verschlimmernd genannt
  • beim Ausziehen und Entblößen
Verbesserung
  • Aufstoßen (Rubrik Aufstossen bessert, Grad 3)
  • Wärme und warmes Einhüllen
  • Bewegung bei den rheumatischen Beschwerden
  • Druck auf die schmerzende kleine Stelle

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Bier wird in der Materia medica als Verlangen genannt, verschlimmert jedoch
  • saure Speisen und Süßigkeiten werden in einzelnen Quellen genannt
Abneigung
  • Appetitlosigkeit, oft vollständiges Fehlen des Appetits (Rubrik Grad 3)
  • Fleisch und schwere Speisen werden in der Literatur als schlecht bekömmlich beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Nasennebenhöhlenbeschwerden mit zähem Sekret und Schmerz an der Nasenwurzelchronische Katarrhe der Atemwege mit fadenziehendem Auswurfkruppartiger Husten und HeiserkeitMagenschleimhautgeschwüre und Magenbeschwerden nach dem Essenwandernde rheumatische Gelenkschmerzenwie ausgestanzt wirkende Geschwüre an Haut und Schleimhäuten

Abgrenzung

Hydrastis hat ebenfalls zähen, gelben Schleim, dieser ist dort jedoch eher fadenziehend-scharf mit Wundheit, und es fehlt der punktförmig lokalisierte Schmerz. Pulsatilla zeigt milden, gelbgrünen Ausfluss mit Besserung im Freien und weinerlicher Stimmung, während Kalium bichromicum Wärme braucht. Mercurius teilt Geschwüre und Katarrhe, hat aber vermehrten Speichelfluss, Schweiß ohne Erleichterung und starke Nachtverschlimmerung.

Verwandte Mittel

HydrastisPulsatillaMercurius solubilisKalium carbonicumPhytolaccaSticta pulmonaria

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.