Kalium bichromicum ist das homöopathisch aufbereitete Kaliumdichromat und gilt in der klassischen Materia medica als das große Schleimhautmittel. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei zähem, klebrigem, fadenziehendem Auswurf und Schleim – der bekannteste Zug des Mittels. Kennzeichnend sind daneben Schmerzen auf kleinstem Raum, die man mit der Fingerspitze bedecken kann, und wandernde Beschwerden.
Konstitution
Gemütsbild
Verdrossenheit und Abneigung gegen geistige AnstrengungWunsch nach Ruhe und Rückzug bei körperlichem UnwohlseinEmpfindlichkeit gegenüber Kälte und Wetterwechselwenig ausgeprägtes eigenständiges Gemütsbild in der klassischen Literatur
Kalium bichromicum ist in erster Linie über seine körperlichen Kennzeichen beschrieben; ein ausgearbeitetes Gemütsbild wie bei den großen Konstitutionsmitteln findet sich in der klassischen Literatur nicht. Genannt werden Verdrossenheit, Abneigung gegen Beschäftigung und geistige Arbeit sowie eine gleichgültige, teilnahmslose Verfassung während der akuten Beschwerden. Die vorliegenden Rubriken enthalten keine hochgradigen Gemütszeichen; das Bild ergibt sich vor allem aus der Kälteempfindlichkeit und dem Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden. Neuere Autoren beschreiben eine Tendenz zu Regelhaftigkeit und Ordnungsliebe, dies ist jedoch nicht durch Repertoriumsrubriken belegt.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine kennzeichnenden Ängste im hohen Grad geführt, beschrieben wird Beklemmung bei der nächtlichen Atemnot und beim kruppartigen Husten
Leitsymptome
- morgens, besonders beim Erwachen und gegen 2 bis 3 Uhr
- Kälte und kaltes, feuchtes Wetter
- heißes Sommerwetter
- nach dem Essen; Bier wird in der Literatur als verschlimmernd genannt
- beim Ausziehen und Entblößen
- Aufstoßen (Rubrik Aufstossen bessert, Grad 3)
- Wärme und warmes Einhüllen
- Bewegung bei den rheumatischen Beschwerden
- Druck auf die schmerzende kleine Stelle
Verlangen und Abneigungen
- Bier wird in der Materia medica als Verlangen genannt, verschlimmert jedoch
- saure Speisen und Süßigkeiten werden in einzelnen Quellen genannt
- Appetitlosigkeit, oft vollständiges Fehlen des Appetits (Rubrik Grad 3)
- Fleisch und schwere Speisen werden in der Literatur als schlecht bekömmlich beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Nasennebenhöhlenbeschwerden mit zähem Sekret und Schmerz an der Nasenwurzelchronische Katarrhe der Atemwege mit fadenziehendem Auswurfkruppartiger Husten und HeiserkeitMagenschleimhautgeschwüre und Magenbeschwerden nach dem Essenwandernde rheumatische Gelenkschmerzenwie ausgestanzt wirkende Geschwüre an Haut und Schleimhäuten
Abgrenzung
Hydrastis hat ebenfalls zähen, gelben Schleim, dieser ist dort jedoch eher fadenziehend-scharf mit Wundheit, und es fehlt der punktförmig lokalisierte Schmerz. Pulsatilla zeigt milden, gelbgrünen Ausfluss mit Besserung im Freien und weinerlicher Stimmung, während Kalium bichromicum Wärme braucht. Mercurius teilt Geschwüre und Katarrhe, hat aber vermehrten Speichelfluss, Schweiß ohne Erleichterung und starke Nachtverschlimmerung.
Verwandte Mittel
HydrastisPulsatillaMercurius solubilisKalium carbonicumPhytolaccaSticta pulmonaria
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.