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Materia medica · Nr. 1887

Jalapa

Jal.

In 121 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Jalapa, die Knolle der mexikanischen Purgierwinde, ist ein bewährtes Kindermittel mit einem sehr charakteristischen Tagesrhythmus: tagsüber ist das Kind ruhig und wohlauf, nachts schreit es und findet keine Ruhe. Dazu gehören schmerzhafte Durchfälle mit Kolik, eingeklemmte Blähungen und ein saurer, wunder Geruch. Das Repertorium bewertet die nächtliche Unruhe mit Schreien und die Besserung tagsüber besonders hoch.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden vor allem Säuglinge und Kleinkinder, oft während des Zahnens oder bei Ernährungsstörungen, mit aufgetriebenem Bauch, wundem Gesäß und mangelndem Gedeihen trotz Nahrungsaufnahme.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBestimmend ist der scharfe Wechsel zwischen Tag und Nacht. Am Tag ein zufriedenes, unauffälliges Kind, in der Nacht schreiend, sich windend, nicht zu beruhigen. Die Unruhe ist von den Bauchkrämpfen getragen; sobald Blähungen oder Stuhl abgehen, tritt Erleichterung ein.

Gemütsbild

Nachts schreiend und unruhig, tagsüber ruhig und zufriedenRuheloses Umherwerfen bei KindernWeinen und Aufschreien aus dem SchlafErschöpfung am Morgen nach durchwachter Nacht

Das Gemütsbild von Jalapa ist fast vollständig auf einen einzigen, sehr scharf gezeichneten Zug zurückzuführen: das Kind ist den ganzen Tag über brav und friedlich und schreit dann die ganze Nacht hindurch. Diese Angabe steht im Repertorium in hoher Bewertung und ist der Kern der Mittelwahl. Sie ist nicht als seelische Eigenart zu lesen, sondern als Ausdruck der nächtlich zunehmenden Bauchkoliken, die das Kind aus dem Schlaf reißen. Dazu treten allgemeine Ruhelosigkeit, Weinen im Schlaf und Schlaflosigkeit. Am Morgen folgen Schwäche und Erschöpfung. Für Erwachsene ist das Bild kaum ausgearbeitet; die Literatur führt Jalapa fast ausschließlich als Kindermittel bei Verdauungsstörungen.

Ängste: Keine eigenständigen Ängste überliefert, Die nächtliche Unruhe ist als Schmerzäußerung beschrieben, nicht als Angst

Leitsymptome

Wässrige, saure, oft schmerzhafte Durchfälle; Stuhl kann dunkel, flach, klein oder unwillkürlich sein
Durchfall im Wechsel mit Verstopfung
Eingeklemmte Blähungen mit Auftreibung, nachts schlimmer - eine hoch bewertete Angabe
Wassersucht mit äußerer Schwellung, im Repertorium mit dem höchsten Grad geführt
Auffälliger harnartiger Geruch aus der Nase
Puls schneller als der Herzschlag; Ohnmachtsneigung und Schwäche am Morgen
Verschlechterung
  • Nachts, besonders die Koliken und die Unruhe
  • Morgens Schwäche; während des Zahnens
Verbesserung
  • Tagsüber - das Kind ist am Tag beschwerdefrei
  • Abgang von Blähungen und Stuhl; Strecken während der Kolik

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Durchfälle bei Säuglingen und KleinkindernNächtliche Bauchkoliken mit SchreienBlähungskoliken mit eingeklemmten WindenBeschwerden während des Zahnens mit nächtlicher UnruheWechsel von Durchfall und VerstopfungSchlaflosigkeit von Kindern durch Bauchbeschwerden

Abgrenzung

Chamomilla teilt die nächtliche Unruhe des Kindes, dort steht jedoch der zornige, nicht zu befriedigende Ärger im Vordergrund, mit einer roten und einer blassen Wange und Besserung durch Herumtragen. Rheum zeigt den sauren Geruch des ganzen Kindes noch ausgeprägter. Bei Jalapa ist der klare Tag-Nacht-Gegensatz der entscheidende Unterschied - der Tag verläuft ohne Beschwerden. Psorinum und Lycopodium kommen bei nächtlicher Verschlimmerung ebenfalls in Betracht, zeigen aber ein anderes Gesamtbild.

Verwandte Mittel

ChamomillaRheumColocynthisMagnesium carbonicumLycopodium clavatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.