Jaborandi, das Blatt des südamerikanischen Strauchs Pilocarpus, ist in der Materia medica das Mittel der überschießenden Absonderungen. Kennzeichnend sind starker Speichelfluss und übermäßiges Schwitzen, dazu Beschwerden der Augen durch Anstrengung der Sehkraft mit Krampf des Ziliarmuskels und verengten Pupillen. Beschrieben wird ein Zustand, in dem Frost, Hitze und Schweiß rasch aufeinanderfolgen, wobei die Kälte auffallend einseitig auftritt.
Konstitution
Gemütsbild
Kein eigenständiges Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesenErschöpfung durch reichliche AbsonderungenBelastung durch die Augenbeschwerden bei feiner ArbeitAuswahl vorrangig nach Schweiß-, Speichel- und Augenzeichen
Jaborandi ist im Repertorium fast ausschließlich über körperliche Rubriken vertreten, vor allem aus den Bereichen Fieber, Schweiß, Mund und Auge. Ein Gemütsbild mit charakteristischen Wesenszügen, Ängsten oder Wahnideen liegt nicht vor. Mittelbar prägen die reichlichen Absonderungen den Zustand: Wer stark schwitzt und speichelt, wird matt und erschöpft. Ebenso belastet der Umstand, dass Lesen und feine Arbeit rasch Schmerz und Verschwimmen der Buchstaben auslösen. Weitergehende seelische Aussagen wären nicht durch Quellen gedeckt.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Anstrengung der Augen, Lesen und feine Arbeit
- Betrachten bewegter Gegenstände
- Im Fieberverlauf mit Frost, Hitze und Schweiß
- Wärme, weshalb aufgedeckt werden möchte
- Ruhe der Augen und Schließen der Lider
- Aufdecken und kühle Luft
- Ausbruch von Schweiß, hinsichtlich der Hitze
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei übermäßigem Schwitzen und vermehrtem Speichelfluss im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Augenbeschwerden durch Anstrengung der Sehkraft mit Krampf des ZiliarmuskelsBei verengten Pupillen, Schielen und Lähmung der Augenmuskeln verzeichnetBei einseitigem Kältegefühl im Fieber im höchsten Grad genanntBei Hodenschwellung im Zusammenhang mit Mumps aufgeführtBei verminderter Milchbildung beschrieben
Abgrenzung
Mercurius solubilis teilt den reichlichen Speichelfluss und den Schweiß, dort jedoch mit üblem Geruch, nächtlicher Verschlimmerung und ausgeprägter Empfindlichkeit gegen Temperaturwechsel. Ruta graveolens steht bei Augenbeschwerden durch Überanstrengung mit Brennen und Hitze der Augen, ohne die Absonderungsfülle. Physostigma zeigt ebenfalls Ziliarkrampf mit verengten Pupillen und Kurzsichtigkeit. Gelsemium teilt die Lähmung der Augenmuskeln mit Doppeltsehen und Schwere der Lider. Für Jaborandi spricht die Verbindung von starkem Schwitzen, Speichelfluss und Akkommodationskrampf, dazu die einseitige Kälte im Fieber.
Verwandte Mittel
Mercurius solubilisRuta graveolensPhysostigma venenosumGelsemium sempervirensIpecacuanhaAgaricus muscarius
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.