Iris versicolor, die Schwertlilie, wird in der Materia medica vor allem in Verbindung mit periodisch wiederkehrenden Kopfschmerzen und einer stark sauren, brennenden Absonderung des gesamten Verdauungstraktes beschrieben. Kennzeichnend ist der Migränekopfschmerz, der mit Sehstörungen beginnt, rechtsseitig oder seitenwechselnd verläuft und in Übelkeit und saures Erbrechen übergeht. Die Repertorien führen daneben das Brennen von Mund und Speiseröhre bis zum After und eine Beziehung zur Bauchspeicheldrüse auf.
Konstitution
Gemütsbild
Erschöpfung und Reizbarkeit durch periodisch wiederkehrende AnfälleNiedergeschlagenheit im schmerzfreien IntervallBeschwerden nach geistiger Anstrengung und nach Erholungsphasen
Zu Iris versicolor liegen im Gemütskapitel nur wenige Rubriken vor; das Mittel ist überwiegend über körperliche Symptome charakterisiert. Die klassische Literatur beschreibt Menschen, die zwischen den Anfällen weitgehend beschwerdefrei und dann erneut von heftigen Kopfschmerzen mit Erbrechen erfasst werden. Beobachtet wird eine Verschlimmerung nach anhaltender geistiger Anstrengung und – ein wiederkehrend genannter Zug – das Auftreten der Anfälle in Ruhe- und Erholungsphasen, etwa am Wochenende. Die Folge ist eine reizbare, erschöpfte Stimmung mit Rückzugsneigung während des Anfalls. Ein eigenständiges, ausgeprägtes Gemütsbild wie bei den großen Polychresten wird in der Literatur nicht beschrieben.
Ängste: Furcht vor dem Wiederkehren des Anfalls, Darüber hinaus in den vorliegenden Rubriken keine Ängste ausgewiesen
Leitsymptome
- Während und nach dem Stuhlgang
- Durch Milch und durch Obst
- Im Frühling
- Durch kalte Luft und kalte Getränke
- Beim Fahren im Wagen
- Abends und nachts
- Durch fortgesetzte Bewegung, besonders Gehen im Freien
- Durch Zusammenkrümmen
- Durch Blähungsabgang bei Bauchschmerzen
- Durch Herunterhängenlassen der Glieder
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Milch, die die Beschwerden verschlimmert
- Obst, das in den Modalitäten als verschlimmernd verzeichnet ist
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei periodisch wiederkehrenden Kopfschmerzen mit Sehstörung, Übelkeit und Erbrechen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu saurem Aufstoßen, saurem Erbrechen und Verdauungsstörungen mit brennenden BeschwerdenBei brennenden Afterschmerzen mit wässrigem Durchfall verzeichnetIn der Literatur bei Beschwerden der Bauchspeicheldrüse und der Gallengegend genanntBei Ischias und stechenden Schulterschmerzen in den Repertorien aufgeführtBei Ekzem, juckendem Hautausschlag und Schuppenflechte genannt
Abgrenzung
Von Sanguinaria, das ebenfalls bei rechtsseitigem Kopfschmerz mit Erbrechen genannt wird, unterscheidet Iris die ausgeprägte Säure aller Absonderungen und das Brennen vom Mund bis zum After. Natrium muriaticum zeigt den Kopfschmerz mit Flimmern vor den Augen ebenfalls, jedoch mit Verschlimmerung durch Sonne und einem deutlichen Gemütsbild von zurückgehaltenem Kummer. Nux vomica teilt die Magenverstimmung als Auslöser des Kopfschmerzes, ist aber reizbar, frostig und gilt in der Literatur als Antidot zu Iris. Für Iris spricht die Verbindung von Sehstörung, Erbrechen und dem periodischen Rhythmus.
Verwandte Mittel
SanguinariaNatrium muriaticumNux vomicaArsenicum albumMercurius solubilisPhosphorus
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.