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Materia medica · Nr. 1867

Iodoformium

Iodof.

In 107 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Iodoformium, das früher als Wundantiseptikum gebräuchliche Jodoform, ist ein kleines Mittel, dessen Bild wesentlich aus Beobachtungen an Vergifteten stammt. Auffälligster Zug ist ein Erregungszustand mit Schreien und ungebremster Redseligkeit, den das Repertorium mit dem höchsten Grad führt. Daneben stehen Hautausschläge mit Bläschen und Einblutungen, Schwächezustände am Nachmittag sowie ein metallischer Geschmack im Mund.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionsbild ist nicht überliefert. Die ältere Literatur führt das Mittel bei abgezehrten, geschwächten Menschen und bei Kindern mit Auszehrung, ohne einen eigenen Typus zu zeichnen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBestimmend ist der Erregungszustand: lautes Aufschreien, Wortschwall, in schweren Fällen Delirium. Das ist nicht als Wesensart zu verstehen, sondern als Zustandsbild einer Übererregung des Nervensystems, wie es die Vergiftungsberichte schildern.

Gemütsbild

Aufschreien und Schreien - die höchstbewertete Angabe des MittelsUngebremste Redseligkeit, WortschwallErregungszustände bis zum DeliriumHeißhunger im Rahmen der Erregung

Das seelische Bild von Iodoformium ist einseitig, aber sehr deutlich gezeichnet: Erregung. Das Repertorium führt Schreien und lautes Aufschreien mit dem höchsten Grad, gefolgt von einer ausgeprägten Redseligkeit. In schwereren Zuständen kommen Delirium und heftige Erregung hinzu. Die Angaben stammen aus Beobachtungen an Vergifteten, in denen sich das Nervensystem übermäßig entlädt, bevor Erschöpfung folgt. Ein differenziertes Charakterbild, wie es die großen Mittel besitzen, ist daraus nicht abzuleiten. In der Praxis wird Iodoformium über den Erregungszustand in Verbindung mit den körperlichen Zeichen erwogen, nicht über eine Wesensbeschreibung.

Ängste: Keine ausgeformten Ängste überliefert, Beschrieben ist Erregung mit Schreien, nicht umschriebene Furcht

Leitsymptome

Hautausschläge mit Bläschen, Knötchen und punktförmigen Einblutungen
Plötzliche Schwäche am Nachmittag, in der Prüfung auf die frühe Nachmittagsstunde bezogen
Metallischer Geschmack im Mund
Ständiges Schniefen der Nase ohne jede Absonderung - eine eigentümliche Angabe
Stechender Schmerz in der Herzgegend; Beschwerden vorwiegend der linken Brustseite
Schmerzen in Armen, Oberschenkeln und Händen, die sich im Bett zeigen; Kreuzschmerz; niedriger Blutdruck
Verschlechterung
  • Nachmittags, mit plötzlich einsetzender Schwäche
  • Im Bett, mit Zunahme der Gliederschmerzen; Gehen im Freien (Knöchelschmerz)
Verbesserung
  • Ruhe
  • Weitere Besserungen sind in der Literatur nicht belastbar beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Gesteigerter, gieriger Appetit ist verzeichnet, ohne bestimmte Speisen zu nennen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Erregungszustände mit Schreien und RedseligkeitBläschen- und Pustelausschläge der HautNachmittägliche SchwächeanfälleStechende Schmerzen in der HerzgegendRücken- und GliederschmerzenFieberhafte Zustände, in Repertorien beim Typhus geführt

Abgrenzung

Iodum, das reine Jod, teilt die Herkunft und zeigt die ruhelose Getriebenheit mit Abmagerung trotz gutem Appetit und deutlicher Wärmeverschlimmerung - ein weit besser geprüftes und in der Praxis vorrangig zu bedenkendes Mittel. Für laute Erregung mit Redefluss sind Lachesis mit dem Wortsprudeln und Themenwechsel sowie Stramonium mit Schreien und Angstbildern die geläufigeren Vergleichsmittel. Iodoformium bleibt ein Randmittel, das über die Verbindung von Erregung, Hautbild und metallischem Geschmack erwogen wird.

Verwandte Mittel

IodumKalium iodatumLachesisStramoniumBelladonna

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.