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Materia medica · Nr. 337

Indigo tinctoria

Indg.

In 1.193 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Indigo tinctoria, der aus der Indigopflanze gewonnene Farbstoff, wird in der älteren Materia medica vor allem im Zusammenhang mit Krampfleiden und Wurmbeschwerden beschrieben. Kennzeichnend sind anfallsartige Zustände mit einer Aura, die vom Oberbauch zum Kopf aufsteigt, sowie ziehende, reißende Schmerzen, die im Sitzen schlimmer und beim Gehen besser werden. Auffällig ist die deutliche Verschlimmerung nach dem Essen und die Betonung der rechten Körperseite.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; beschrieben werden eher schwächliche Kinder und Jugendliche mit Verdauungsstörungen und Wurmneigung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie klassische Literatur beschreibt eine schwermütige, in sich gekehrte und leicht erschreckbare Verfassung. Nach Schreck können krampfartige Zustände auftreten, was in den Repertorien im höchsten hier vorliegenden Grad verzeichnet ist. Zwischen den Anfällen wird eine gedrückte, hypochondrische Stimmung genannt.

Gemütsbild

Beschwerden und Krämpfe nach SchreckSchwermut und hypochondrische GedrücktheitInnere Unruhe vor den AnfällenReizbarkeit bei Verdauungsbeschwerden

Das Gemütsbild ist in den vorliegenden Rubriken nur mittelbar über die Auslöser fassbar: Krämpfe nach Schreck stehen im höchsten hier verzeichneten Grad. Die klassische Materia medica beschreibt daneben eine schwermütige, hypochondrische Grundstimmung mit Selbstbeobachtung und trüben Gedanken, wie sie bei Mitteln mit Wurmbeschwerden und Krampfneigung häufig genannt wird. Erschrecken, Aufregung und Schreckerlebnisse werden als Anstoß für die körperlichen Anfälle beschrieben. Zwischen den Anfällen wird der Zustand als ruhig, aber gedrückt und wenig unternehmungsfreudig geschildert. Ein eigenständiges, breit ausgearbeitetes Gemütsbild liegt zu diesem Mittel in der Literatur nicht vor.

Ängste: Schreckhaftigkeit und Angst nach Schreckerlebnissen, Ängstliche Erwartung vor den Anfällen

Leitsymptome

Krampfanfälle mit einer Aura, die vom Oberbauch beziehungsweise vom Sonnengeflecht zum Kopf aufsteigt; periodisch wiederkehrend, in den Repertorien ausdrücklich mit siebentägigem Abstand verzeichnet
Krämpfe im Zusammenhang mit Wurmbefall und nach Schreck
Ischiasartige Schmerzen der unteren Gliedmaßen: schlimmer im Sitzen, besser beim Gehen und durch Bewegung
Hüftschmerz nach dem Essen, von der Hüfte abwärts in den Rücken ziehend
Stechende Schmerzen hinter dem Brustbein im Sitzen; Krämpfe zwischen den Schulterblättern
Häufiger Harndrang; die Beschwerden betonen ausgeprägt die rechte Körperseite
Verschlechterung
  • Nach dem Essen, im höchsten hier verzeichneten Grad ausgewiesen
  • Sitzen
  • Schreck und Aufregung
  • Rechte Körperseite
  • In regelmäßiger, etwa wöchentlicher Wiederkehr
Verbesserung
  • Bewegung
  • Gehen im Freien
  • Aufrechte Haltung und Lagewechsel

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Auffällig ist lediglich die deutliche Verschlimmerung nach dem Essen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Krampfanfällen mit aufsteigender Aura aus dem Oberbauch aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Krampfzuständen im Zusammenhang mit WurmbefallBei periodisch wiederkehrenden Anfällen in regelmäßigem Abstand verzeichnetBei ischiasartigen Schmerzen mit Besserung durch Gehen genanntBei Beschwerden nach Schreck in der Literatur beschrieben

Abgrenzung

Cuprum metallicum, in der Datenbank als verwandtes Mittel geführt, teilt die krampfartigen Zustände mit aufsteigender Aura, zeigt jedoch mehr Krämpfe an Fingern und Zehen sowie Besserung durch kaltes Trinken. Cina steht ebenfalls bei Krampfneigung im Zusammenhang mit Würmern, mit auffallender Reizbarkeit und Nasenbohren bei Kindern. Rhus toxicodendron teilt die Besserung durch fortgesetzte Bewegung und die Verschlimmerung in Ruhe, hat aber die typische Verschlimmerung bei Feuchtigkeit und den steifen Anlaufschmerz. Für Indigo spricht die Verbindung von wöchentlicher Periodizität, Verschlimmerung nach dem Essen und rechtsseitigen Beschwerden.

Verwandte Mittel

Cuprum metallicumCinaBufo ranaRhus toxicodendronArtemisia vulgarisIgnatia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.