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Materia medica · Nr. 1837

Ictodes foetida

Ictod.

In 129 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ictodes foetida, die Stinkende Drachenwurz oder Skunk-Kohl aus Nordamerika, ist ein kleines Mittel mit einer sehr charakteristischen Eigenheit: Alle Beschwerden - die körperlichen wie die seelischen - bessern sich nach dem Stuhlgang. Im Vordergrund stehen anfallsweise Atemnot mit ängstlicher Beengung, ausgelöst besonders durch eingeatmeten Staub, sowie ein hohles, leeres Gefühl in der Brust.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp wird nicht beschrieben. Verzeichnet ist eine Schwellung des Nasenrückens; ein bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken beschreiben eine nervös erregbare, wechselhafte Verfassung: Beklemmung vor dem Stuhlgang, deutliche Erleichterung danach, dazu Widerspruchsgeist, erschwerte Sammlung der Gedanken und Zustände von übersteigerter Erregung. Beschrieben wird ein Mensch, dessen Befinden eng an den Zustand des Darms gekoppelt ist.

Gemütsbild

Deutliche Besserung der Gemütsverfassung nach dem StuhlgangBeklemmung und Angst vor dem StuhlgangNeigung zum WidersprechenErschwerte Sammlung der GedankenÜbersteigerte nervöse Erregbarkeit

Das Gemütsbild von Ictodes foetida ist ungewöhnlich klar an einen körperlichen Vorgang gebunden. Im dritten Grad ist die Besserung der Gemütsverfassung nach dem Stuhlgang verzeichnet - vorher besteht Beklemmung und Angst, danach tritt Erleichterung ein. Daneben nennen die Repertorien einen Hang zum Widersprechen, Schwierigkeiten, die Gedanken zu sammeln, und Zustände übersteigerter Erregung. Wer dieses Mittel braucht, wirkt vor der Darmentleerung angespannt, ängstlich und schwer zugänglich und ist danach wie ausgewechselt. Diese Kopplung ist der eigentliche Schlüssel zum Mittel und in dieser Deutlichkeit bei wenigen Arzneien zu finden.

Ängste: Beklemmende Angst vor dem Stuhlgang, Ängstliche Bedrängnis bei der anfallsweisen Atemnot

Leitsymptome

Anfallsweise Atemnot mit ängstlicher Beengung, im dritten Grad verzeichnet; ausdrücklich ausgelöst durch eingeatmeten Staub
Besserung der Atmung nach dem Stuhlgang - das kennzeichnendste Zeichen des Mittels
Hohles, leeres Gefühl im Brustinneren; Zusammenschnüren und Spannung, drückender Schmerz hinter dem Brustbein
Husten wie von Staub; Zusammenschnüren des Kehlkopfes mit demselben Gefühl
Schwellung des Nasenrückens
Schmerz in der Speiseröhre, der beim Niesen bis in den Magen zieht
Aufgetriebener Bauch; alle Beschwerden verstärken sich vor der Darmentleerung
Bläschenartiger Hautausschlag; rote Flecken im Gesicht; rote Zunge
Kopfschmerz an der Stirn, hinter und zwischen den Augen
Verschlechterung
  • Vor dem Stuhlgang
  • Einatmen von Staub
  • Trockene, staubige Luft
  • Niesen, wodurch der Schmerz in der Speiseröhre ausgelöst wird
Verbesserung
  • Nach dem Stuhlgang, für Atmung, Gemüt und Allgemeinbefinden
  • Frische, feuchte Luft
  • Aufrechtes Sitzen bei Atemnot
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei anfallsweiser Atemnot mit ängstlicher Beengung im dritten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Atembeschwerden nach dem Einatmen von StaubBei Besserung sämtlicher Beschwerden nach dem Stuhlgang im dritten Grad verzeichnetBei hohlem, leerem Gefühl in der Brust genanntBei Husten und Kehlkopfenge wie von Staub aufgeführtBei Schwellung des Nasenrückens beschrieben

Abgrenzung

Pothos foetidus wird in der älteren Literatur unter demselben Substanzkreis geführt und teilt die Atemnot nach Staubeinwirkung; die Namen werden in den Quellen teils gleichbedeutend verwendet. Arsenicum album steht bei Atemnot mit Ruhelosigkeit und Verschlimmerung nach Mitternacht, dazu Frostigkeit und Verlangen nach kleinen Schlucken. Carbo vegetabilis zeigt Atemnot mit dem Verlangen, gefächelt zu werden, und Erleichterung durch Aufstoßen. Nux vomica und Lycopodium sind bei Beschwerden zu erwägen, die eng an die Darmtätigkeit gekoppelt sind. Für Ictodes foetida spricht die durchgängige Besserung nach dem Stuhlgang zusammen mit dem Staubbezug der Atemnot.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumCarbo vegetabilisNux vomicaLycopodium clavatumIpecacuanhaArum triphyllum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.