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Materia medica · Nr. 1836

Ichthyolum

Ichth.

In 20 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ichthyolum, das Ammoniumsalz sulfonierter Schieferöle aus fossilen Fischresten, ist ein kleines, aus der äußeren Anwendung in die Homöopathie übernommenes Mittel. Kennzeichnend und höchstbewertet ist eine Geschmacksstörung: Wasser schmeckt schlecht, der Mund fühlt sich schmierig und fettig an. Der übrige Schwerpunkt liegt auf rheumatischen Gelenkbeschwerden und auf der Haut.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Beschrieben werden Menschen mit rheumatischer Neigung und empfindlicher, zu Entzündungen neigender Haut.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen im Repertorium keine Einträge vor. Ichthyolum ist über körperliche Zeichen erschlossen; ein Temperamentsbild wird in der Literatur nicht gezeichnet.

Gemütsbild

Keine charakteristischen Gemütsrubriken vorhandenIn der Literatur nicht näher beschrieben

Zu Ichthyolum sind keine Gemütszeichen verzeichnet. Das Mittel stammt aus der äußerlichen Anwendung bei Hauterkrankungen und ist über wenige, aber deutliche körperliche Eigentümlichkeiten in die homöopathische Arzneimittellehre gelangt. Boericke führt es vor allem als Mittel rheumatischer und gichtischer Zustände sowie mit dem auffälligen Geschmacksbild. Eine Prüfung mit ausgearbeitetem Gemütsbild liegt nicht vor. Wer das Mittel erwägt, stützt sich auf die Geschmacksstörung und das Gelenkbild, nicht auf die seelische Verfassung.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Schlechter Geschmack, besonders beim Trinken von Wasser - die höchstbewertete Angabe
Schmieriger, fettiger Geschmack im Mund
Neuralgische, ziehende Schmerzen
Gelenkentzündungen mit rheumatischem Charakter
Hautbeschwerden allgemein; Jucken der äußeren weiblichen Geschlechtsteile
In der Rubrik zur Lungenschwindsucht ist das Mittel geführt
Verschlechterung
  • Feuchtes, kaltes Wetter (rheumatische Beschwerden)
  • Bewegung der betroffenen Gelenke
Verbesserung
  • Wärme
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • Wasser wird wegen seines schlechten Geschmacks gemieden

In Repertorien häufig zugeordnet

Rheumatische GelenkbeschwerdenGichtige ZuständeHautbeschwerden mit JuckenGeschmacksstörungen mit schmierigem MundgefühlNeuralgische Schmerzen

Abgrenzung

Petroleum und Oleum jecoris teilen die Herkunft aus fetten oder erdölartigen Stoffen und die Beziehung zur Haut; Petroleum ist dabei durch rissige, nässende Hautstellen und die Verschlechterung im Winter weit genauer gezeichnet. Bei rheumatischen Beschwerden sind Rhus toxicodendron, Bryonia und Acidum formicicum die besser geprüften Vergleichsmittel. Ichthyolum bleibt ein kleines Mittel, das sich am ehesten durch das auffällige Geschmacksbild von diesen abhebt.

Verwandte Mittel

PetroleumOleum jecoris aselliRhus toxicodendronSulphurKalium sulfuricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.