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Materia medica · Nr. 171

Iberis amara

Iber.

In 99 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Iberis amara, die Bittere Schleifenblume aus der Familie der Kreuzblütler, ist in der Literatur vor allem als Herzmittel geführt. Im Vordergrund stehen Herzklopfen bei der geringsten Bewegung, ein ziehendes Gefühl in der Herzgegend und eine vergrößerte Herzmuskulatur. Charakteristisch ist ein Schwindel, der vom Hinterkopf ausgeht und die Herzbeschwerden begleitet.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Die Literatur beschreibt keinen typischen Körperbau; das Mittel wird über die Herz- und Kreislaufzeichen bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentÄngstlich auf den eigenen Körper gerichtet. Die Prüfung verzeichnet eigens die Furcht, zu viel von einer Arznei einzunehmen. Passend dazu ist eine gespannte Aufmerksamkeit für Herzschlag und Atmung, die bei jeder Bewegung neu geweckt wird.

Gemütsbild

Furcht, zu viel Arznei einzunehmenÄngstliche Selbstbeobachtung des HerzschlagsBeklommenheit bei körperlicher AnstrengungUnruhe, sobald das Herz spürbar wird

Die Gemütsrubriken sind sehr wenige, und nur eine ist eigentümlich genug, um Gewicht zu tragen: die Furcht, zu viel von einer Arznei zu nehmen. Sie fügt sich in das Bild eines Menschen, der die eigenen Körpervorgänge misstrauisch beobachtet und jede Wirkung auf sich sorgfältig prüft. Da die Herzbeschwerden bei geringster Bewegung anspringen, bleibt die Aufmerksamkeit fortwährend an den eigenen Herzschlag gebunden. Weitergehende seelische Züge sind in der Literatur nicht ausgearbeitet; Iberis amara wird in erster Linie nach den körperlichen Herzzeichen gewählt.

Ängste: Furcht vor Arzneimitteln, besonders davor, zu viel einzunehmen, Beklommenheit beim Auftreten von Herzklopfen

Leitsymptome

Herzklopfen schon bei der geringsten Bewegung, in den Rubriken eigens verzeichnet
Ziehendes Gefühl in der Herzgegend, mit Vergrößerung des Herzmuskels in Verbindung gebracht
Stechender Herzschmerz, schlechter beim Liegen auf der linken Seite
Schwindel vom Hinterkopf ausgehend
Kurzatmigkeit, die den Schweiß begleitet
Schmerz im linken Arm zusammen mit den Herzbeschwerden, dazu kalte Füße
Verschlechterung
  • Geringste Bewegung und körperliche Anstrengung
  • Liegen auf der linken Seite, für den Herzschmerz
  • Nachmittags, für Kopfschmerz und Allgemeinbefinden, gegen 15 Uhr eigens verzeichnet
  • Morgens beim Aufstehen, für den Stirnkopfschmerz
Verbesserung
  • Ruhiges Liegen ohne Bewegung
  • In den vorliegenden Rubriken sind weitere Besserungsmodalitäten nicht eigens verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Abneigung gegen die Einnahme von Arzneien, aus Furcht vor zu großer Menge

In Repertorien häufig zugeordnet

Herzklopfen bei geringster AnstrengungZustände nach Grippe mit anhaltenden Herzbeschwerden, in den Rubriken aufgeführtVergrößerung des Herzmuskels, klassisch dem Mittel zugeordnetSchwindel vom Hinterkopf her mit HerzsymptomenWassersucht, in den klinischen Rubriken genanntAsthmatische Atembeschwerden mit zähem, fadenziehendem Auswurf

Abgrenzung

Cactus grandiflorus wird dem Herzen zugeordnet, das sich wie von einer eisernen Hand zusammengeschnürt anfühlt; bei Iberis amara steht das Herzklopfen bei der kleinsten Bewegung im Vordergrund, ohne diese Einschnürung. Digitalis purpurea kennzeichnet der langsame, aussetzende Puls mit dem Gefühl, das Herz stehe bei Bewegung still, Iberis amara dagegen der doppelschlägige Puls. Spigelia anthelmia zeigt heftige, stechende Herzschmerzen mit Verschlimmerung durch Bewegung und ist als Herz-Neuralgie-Mittel weit besser geprüft.

Verwandte Mittel

Cactus grandiflorusDigitalis purpureaBelladonnaSpigelia anthelmiaCrataegus oxyacanthaNaja tripudians

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.